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Mit spitzer Feder lustvoll massakriert

Eifeler Verleger, Autor und Karikaturist Ralf Kramp nimmt Prominente satirisch-zeichnerisch auf die Schippe Ausstellung bis Januar 2014 in der Mechernicher Rathaus-Galerie Amüsante Lobreden von Franz Kruse und Manfred Lang

Auch Mechernichs Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick ist Ralf Kramps (links) „spitzer Feder“ zum Opfer gefallen – und das gleich mehrfach, wie in der Ausstellung zu sehen ist. Foto: Claudia Hoffmann/pp/Agentur ProfiPress

Mechernich – Einer der „kreativen Köpfe“ der Eifel ist der Verleger, Autor und Karikaturist Ralf Kramp. In der Mechernicher „Galerie im Rathaus“ im Kreis Euskirchen sind jetzt wunderbar satirische Karikaturen prominenter Persönlichkeiten aus der Feder bzw. dem Pinsel Ralf Kramps zu sehen.

Es war im Jahre 1991, als sich der gelernte Maler und Lackierer Ralf Kramp, damals bereits in seinen Anfängen als freischaffender Karikaturist, und Laudator Franz Kruse bei der Wirtschaftswoche im Kommerner Mühlenpark erstmals begegneten. Bereits wenig später schufen sie gemeinsam ein großes Kunstwerk: „Wir bemalten eine Holztür. Der Verbleib ist unbekannt“, lachte Laudator Kruse am Freitagabend bei seiner Begrüßungsrede zur neuen Ausstellung in der Mechernicher „Galerie im Rathaus“ mit Prominenten-Karikaturen von Ralf Kramp. Danach haben sich ihre Wege noch häufig gekreuzt, so etwa bei der viel beachteten Exposition „Schöne neue Welt. Rheinländer erobern Amerika“ im Kommerner LVR-Freilichtmuseum.

Zu diesem Zeitpunkt standen überdies eine Reihe von Theaterprojekten an, bei denen Allrounder Kramp die Bühnenbilder gestaltete, Regie führte und selbst mitspielte. Was die Malerei angehe, sei Kramp immer schon ein „Meister der Schnellschüsse“ gewesen: „Ralf kam, nahm sich Pinsel und Farbe und legte los. Ob das Goldene Hochzeiten waren, Einweihungen von Möbelhäusern oder Überraschungs-Dekorationen auf Dessert-Oblaten“, berichtete Kruse vergnügt. Um sogleich die Karriere seines Freundes in amüsanten Worten auf den Punkt zu bringen: „Mit Hilfe grafitierender Stifte und radierender Gummis hat Ralf Kramp detailversessene Humoresken entwickelt. Sein Hang zum orthodox-anglistisch protestantischen Dandy äußert sich in seinem Bekenntnis zum Propeller als Dekoration an sich und zur ektodermen Adaption eines Hercule Poirot, eines Dr. Watson oder einer Maggy Thatcher.“ Während sein zeichnerischer Schwung die „Aggressivität eines tollkühnen Yorkshire-Terriers“ verrate, lasse er als „Autor kriminalistischer Kleinode eher Affinitäten zu Rambo III und Miss Marple“ erkennen.

In die gleiche witzige Kerbe hieb zum großen Vergnügen der Mechernicher Vernissage-Besucher anschließend ein weiterer Wegbegleiter Kramps. Mit Wonne ließ der Lückerather Journalist Manfred Lang noch einmal die Namen all derjenigen Revue passieren, die in den vergangenen Jahrzehnten von Kramps „spitzer Feder gepiekst und massakriert“ worden waren. „Mittenmang dabei“ auch der Mechernicher Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick, der in Kramps heiterer Karikaturenschau mal vor neuem Rathaus, mal mit neuer Grenzziehung auf der Landkarte des Kreises Euskirchen ins Bild gesetzt worden war. Bei mehreren Gelegenheiten seien Darsteller und Dargestellter sogar miteinander verwechselt worden. Wahrscheinlich wegen ihrer „üppigen Haarpracht“, vermutete Lang. Im weiteren Verlauf wurden – freilich nicht ganz zu Unrecht – sogar verblüffende Ähnlichkeiten zu einem anderen prominenten Portraitierten ausgemacht: dem französischen Komiker Louis de Funès.

Denn anders als in der diesjährigen Euskirchener Exposition mit Karikaturen der „Reichen und Schönen, Wichtigen und ganz Wichtigen aus Eifel und Börde“, stehen in Mechernich nun die Größen des internationalen Showbusiness im künstlerischen Fokus. In den kommenden drei Monate können die Kunstfreunde vorbeiflanieren an Pastellkreide-, Tusche- und Bleistiftzeichnungen von Inspector Barnaby, Gerard Depardieu oder Caroline Peters aus „Mord mit Aussicht“, der Kultserie aus Kallmuth und Umgebung. Die unvergleichlich-schrullige Art von Miss Marple alias Margaret Rutherford, ihre zögerliche Dynamik habe Kramp „wunderbar überzeichnet in einem Augenblick für die Ewigkeit festgehalten“, so Lang bewundernd. In einem Aquarell von 1998 erinnert dann Schlagersänger Guildo Horn mit Rüschenhemd, formatfüllender Lockenpracht und gleichzeitig überhöhter Stirn an seinen größten Erfolg beim Grand Prix de la Chanson. „Mr. Bean“ alias Rowan Atkinson hat seine Kramp-Karikatur unterdessen ebenso handsigniert dem Künstler verehrt wie Sir Peter Ustinov und Hanns-Dieter Hüsch. Neben einem „echten Derrick“ aus dem Jahre 1992 und dem Altmeister der deutschen Fernsehunterhaltung, Dr. Alfred Biolek, findet sich auch ein brandaktueller Clint Eastwood, Seite an Seite mit einem schon etwas abgehangenen Otto Waalkes (1991) in typisch-verschmitzter Schleichpose.  Ralf Kramps Karikaturen sind noch bis Januar 2014 während der üblichen Öffnungszeiten der Stadtverwaltung im Mechernicher Rathaus zu besichtigen.

pp/Agentur ProfiPress

 

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