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Mehr als nur ein Haus

In Kall wurde das Haus der Begegnung eröffnet und eingesegnet – Gäste aus Landes-, Kreis- und Kommunalpolitik, Verwaltung und von Partnerorganisationen – Gesamtkomplex kostete 2,3 Millionen Euro

Kall – Es ist vollbracht, der „Husarenritt“, wie Kämmerer Michael Heller es später nennen sollte, ist gelungen: Das Haus der Begegnung in Kall ist am Freitag, 1. Februar, offiziell eröffnet und von den örtlichen Pfarrern Hajo Hellwig und Christoph Ude eingesegnet worden. Es war eine sportliche Herausforderung, der sich die Gemeinde Kall stellte. Noch nicht einmal anderthalb Jahre dauerte es, bis die Arbeiten an dem Gebäude abgeschlossen waren.

Musik fördert Begegnung: Der Musikpädagoge Reiner Klein animierte die Gäste bei der Eröffnungsfeier zum Mitmachen. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Die Anfänge des Projektes beobachtete Bürgermeister Hermann-Josef Esser noch als Ratsherr in Blankenheim. „Die Kaller haben das richtig gemacht“, habe er gesagt, als bekannt wurde, dass Kall den Förderantrag für das Haus stellen wird. Das Haus sei „ein Begegnungsort für alle: Geflüchtete, Beratung Suchende und Bibliothekskunden“, sagte Esser.

Dieser Aussage schloss sich Beate Möllers, Referatsleiterin der Kulturabteilung im Landes-Familienministerium als Vertreterin für Ministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen an. Sie sprach sogar von einem „neuen Identifikationsort für die Gemeinde“. Es sei eine „Chance, die eine Kommune nicht oft bekommt“ und ein „wichtiges Signal, solch ein Haus mitten in den Ort zu stellen“. Als Bibliothekarin widmete sie sich vornehmlich der im ersten Stockwerk untergebrachten Bibliothek der Stufe 1 und sang insgesamt ein Loblied auf die Büchereien. „Eine Bibliothek bietet so viel mehr als das Internet“. Dabei gehe es mitnichten um wachsende Besucherzahlen, sondern um die Rolle, die eine Bibliothek für die Bürger spielt.

Der katholische Pfarrer Hajo Hellwig segnete die Räumlichkeiten, darunter auch die Gemeindebibliothek, ein. Auch sein evangelisches Pendant Christoph Ude schenkte dem Haus und den Menschen darin seinen Segen. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

„Es geht hier nicht nur um die Haus-Einweihung“, merkte der stellvertretende Euskirchener Landrat Markus Ramers in seiner Rede an. Der Kreis Euskirchen sei bunter geworden, Menschen aus mehr als 130 Nationen lebten zusammen. Kall habe – und das meinte Ramers nicht nur auf das Haus der Begegnung bezogen, sondern auch auf das Begegnungscafé, die Reparaturwerkstatt, die Musikgruppe Kalimba und die Sprachkurse – etwas geschaffen, das über die Gemeindegrenzen hinaus wirkt. Das Haus der Begegnung sei für Menschen „allen Alters, ganz bunt und ganz vielfältig“, so Ramers.

Michael Heller, nicht nur Kämmerer sondern auch allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters, blickte zurück – nicht nur auf die Entstehung des Hauses der Begegnung, sondern sogar auf seine eigene Karriere. Denn vor 30 Jahren, als er noch ganz frisch bei der Gemeinde Kall anfing, zog die Gemeindebücherei in das Hauptschulgebäude ein. Jetzt stand der Umzug der Bibliothek ins Haus der Begegnung an.

„Politik hat aus Überzeugung gehandelt“

Auch erinnerte er sich an die Flüchtlingswelle 1991. Schon damals war für ihn klar: „Das kann man besser machen.“ Und Kall machte es besser: Mitten in der großen Flüchtlingswelle von 2015/16 entwickelte die Politik ein Handlungskonzept für die Gemeinde. Einer der Bestandteile: das Haus der Begegnung. „Die Politik hat aus Überzeugung gehandelt“, sagte Heller.

Dass für das Gesamtprojekt vier Förderanträge gestellt wurden, einen für das Haus, einen für die Bibliothek, einen für den Hof der Begegnung und einen für die Verbindung zum Rathaus, sodass auch das Verwaltungsgebäude barrierefrei wurde, vergisst er auch nicht zu erwähnen. Insgesamt 2,3 Millionen Euro hätten diese vier Projekte gekostet, 60 Prozent davon wurden gefördert.

Die Künstlerin Bertamaria Reetz (v.l.) bat Bürgermeister Hermann-Josef Esser ein blaues Friedensschaf, dessen Vertreter Michael Heller und Vorgänger Herbert Radermacher auf die Bühne, um ein Friedensschaf zu überreichen. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Wesentlicher Bestandteil im Haus wird in Zukunft die Arbeit mit Geflüchteten sein. Deshalb ließ Alice Gempfer, Integrationsbeauftragte der Gemeinde und diejenige, die das Haus der Begegnung konzeptionell geplant hatte, in einem Vortrag die Umsetzung Revue passieren. Gleichzeitig ließ sie zwei geflüchtete Frauen zu Wort kommen. Dimah Hmidan  aus Syrien kam 2015 nach Deutschland. In Kall habe man ihr „alle Türen geöffnet und Gelegenheit gegeben, ein gutes Leben führen zu können“. Ghada Kour Ali war bereits 2003 aus Syrien nach Deutschland gekommen, seit 2010 lebt sie in Kall und engagiert sich in der Flüchtlingshilfe.

Doch natürlich wurde nicht nur geredet. Die aus Ripsdorf stammende Künstlerin Bertamaria Reetz hatte mit ihrer Herde blauer Friedensschafe Weiderecht beantragt. Dafür überreichte sie Bürgermeister Esser, flankiert von seinem Vorgänger Herbert Radermacher und Michael Heller, ein blaues Friedensschaf.

Das Haus der Begegnung wurde am Freitag, 1. Februar, offiziell eröffnet. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Für Stimmung sorgte die internationale Musikgruppe Kalimba um den Musikpädagogen Reiner Klein. Klein hatte in den Begegnungscafés Jam-Sessions veranstaltet. Außerdem erstellte er gemeinsam mit Flüchtlingen Cajóns, die auch kunstvoll bemalt wurden. Daraus entstand die Musikgruppe, deren Arbeit vom Landesmusikrat auch für das Jahr 2019 gefördert wird. Die Musiker zeigten nicht nur ihr Können. Sie verteilten „Boomwhackers“, bunte Klangrohre, an die Gäste. Unter dem Dirigat von Reiner Klein verwandelte sich der Begegnungsraum in einen gewaltigen Klangkörper. Fast fünf Minuten forderte der Musikpädagoge die Gäste.

Zum Tag der offenen Tür mit Café International und Markt der Möglichkeiten präsentierten sich nachmittags nicht nur alle Partner. Auch das ehrenamtliche Team vom Begegnungscafé um Waltraud Tümmler zeigte wieder einmal seine Stärke. Obwohl der große Begegnungsraum nahezu aus allen Nähten platze, gelang es den Damen gewohnt gelassen und charmant, alle mit Kaffee gespendeten Kuchen zu versorgen. Unterstützt wurden sie diesmal auch von Miguelina Draht, Christine Heinen, Mohamad Dawud, Said Yousef Kassem und Dilo Alo Haso.

Die um Bürgermeister Hermann-Josef Esser (l.) verstärkte Eifel-Gäng zu Beginn des zweiten Teils, von rechts Ralf Kramp, Günter Hochgürtel und Manfred Lang. Nach einem zum Brüllen komischen Abend bedankte sich das ausverkaufte „Haus der Begegnung“ mit „Standing Ovations“. Foto: Alice Gempfer/pp/Agentur ProfiPress

Freudige Gesichter gab es auch am Abend. Die Eifel-Gäng um Günter Hochgürtel, Ralf Kramp und Manni Lang, der am Morgen noch die Eröffnungsfeier moderiert hatte, machten das Haus der Begegnung unsicher. Der Auftritt des Trios war schon Wochen im Voraus ausverkauft gewesen.

pp/Agentur ProfiPress

Einen kurzen musikalischen Einblick der Begegnung mit Kalimba finden Sie hier:

Musikalische Begegnung mit Kalimba

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