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Maßgeschneiderter Brillenbügel aus dem 3-D-Drucker

Digitaler Wandel im Groß- und Einzelhandel: Expertenrunde gab im Mechernicher Rathaus Auskunft

Mechernich – Die Brille beim Optiker im Laden ist wirklich schick, nur die Farbe der Bügel gefällt nicht. Was nun? Mit Hilfe eines 3-D-Druckers könnte schon heute ein Brillenbügel ganz nach dem Wunsch des Kunden maßgefertigt werden. Das war nur eines von vielen Beispielen dafür, was in punkto Digitalisierung schon jetzt im Handel möglich ist und wie sehr die Digitalisierung den Handel in Zukunft beeinflussen wird.

Experte für dieses Thema ist Prof. Dr. Thomas Ritz. Im von ihm geleiteten Forschungslabor der Fachhochschule Aachen für nutzerzentrierte Software- und Innovationsentwicklung mit seinen Kompetenzen in den Bereichen Usability, Engineering, Innovationsmanagement und Informatik beschäftigt er sich unter anderem mit dem Thema „Einkaufen der Zukunft“. Im Mechernicher Rathaus hielt er den Impulsvortrag im Rahmen der Veranstaltung „Digitalisierung im Groß- und Einzelhandel“, zu der die Wirtschaftsförderung des Kreises Euskirchen eingeladen hatte.

Prof. Dr. Thomas Ritz, der das Forschungslabor der Fachhochschule Aachen für nutzerzentrierte Software- und Innovationsentwicklung leitet, sprach im Mechernicher Rathaus vor Unternehmern über die Chancen der Digitalisierung für den Handel. Im Hintergrund Moderator Michael Franssen, Technologiescout des Kreises Euskirchen. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

Hintergrund seien der Stellenwert der Handelsbranche und die aktuellen Entwicklungen, sagte Iris Poth, Leiterin der Wirtschaftsförderung, bei der Begrüßung und nannte dazu einige Zahlen: Mehr als 1.700 Betriebe mit mehr als 8.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten gibt es im Kreis Euskirchen.

„Macht ihnen das Thema eher Angst oder sehen sie darin eine Chance“, fragte Moderator Michael Franssen, Technologiescout des Kreises Euskirchen, nach Ritz‘ Ausführungen in die Runde. Die Reaktionen waren unterschiedlich – so unterschiedlich eben auch die Erfahrungen der anwesenden Unternehmer waren, die Iris Poth eingangs bemerkte.

Ritz erklärte die neuen Technologien zu einem „Werkzeug“, mit dessen Hilfe man heute anders Geschäfte mache. Er betonte, dass in Zukunft die Verbraucherwünsche und das Feedback eine wichtige Rolle einnehmen. Eine häufig geäußerte Klage laute, dass Leute sich im Laden das Produkt ansehen würden, um es später online zu bestellen. „Aber 50 Prozent des Umsatzes im klassischen Handel werden im Internet vorbereitet“, hielt Ritz dagegen.

Im gut besetzten Ratssal in Mechernich lauschten Unternehmer der Region auf Einladung der Wirtschaftsförderung des Kreises Euskirchen den Ausführungen der Experten zum Thema Digitalisierung. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

„Müssen Händler ihr Glück deswegen im Internet suchen?“, fragte er provokativ. „Wir müssen für Erlebnisse sorgen. Shoppen bedeutet auch immer soziales Erlebnis“, gab er die Antwort. Ein wichtiger Faktor, um im Konkurrenzkampf mit der „gigantischen Super-Mall Amazon“ zu bestehen, sei gutes Personal, so Ritz: „Das muss sich mit der Ware, aber auch digital auskennen.“ Der Mensch habe sich daran gewöhnt, dass ihm die Digitalisierung Transparenz und Schnelligkeit bringe, darauf müsse man sich einstellen, lautete seine Empfehlung.

„Viele Kunden möchten die Ware, die sie später im Laden kaufen, im Internet vorbestellen können“, ergänzte Jörg Hamel, Geschäftsführer des Handelsverbandes NRW Aachen-Düren-Köln. Einen anderen bedeutenden Aspekt nannte Peter Dierichsweiler, Wirtschaftsförderer bei der Stadt Mechernich: „Viele Händler im ländlichen Raum existieren über ihre Dienstleistungen.“

Das Podium stellte sich den Fragen der Teilnehmer: (v.r.) Peter Dierichsweiler, Wirtschaftsförderer der Stadt Mechernich, Dr. Gunter Schaible (IHK Aachen), Simone Böhm (Leader-Projekt Eifelmobil), Jörg Hamel, Geschäftsführer des Handelsverbandes NRW Aachen-Düren-Köln und Prof. Dr. Thomas Ritz. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

Das von Iris Poth eingangs zitierte Sprichwort „Handel ist Wandel“ griff in der sich anschließenden Podiumsdiskussion Dr. Gunter Schaible von der IHK Aachen auf. Den rasanten Wandel, den die Digitalisierung mit sich bringe, verglich er mit der ebenso atemberaubenden Entwicklung der Automobilindustrie zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Zur Verdeutlichung zeigte er zwei Aufnahmen der Fifth Avenue in New York: Auf dem ersten Foto aus dem Jahr 1900 bestimmen dicht an dicht rollende Kutschen das Straßenbild, dazwischen ein einziges Automobil. Das zweite Foto von 1913 zeigt dieselbe Straßenszene mit umgekehrten Vorzeichen: eine Pferdekutsche inmitten von Automobilen.

Ihre Erfahrungen mit dem von ihr bedienten Buchungsportal des Leader-Projektes Eifelmobil schilderte Simone Böhm, Ortsvorsteherin von Freilingen, stellvertretende Bürgermeisterin der Gemeinde Blankenheim und eher das Gegenteils eines „Nerds“. Nur mit rudimentären Computerkenntnissen, aber unerschrocken und mit Unterstützung ihres Sohnes, habe sie sich damit vertraut gemacht. „Weil ich keine Lust hatte, 15 Stunden am Tag am Telefon zu sitzen“, sagte sie. Für Thomas Ritz lieferte Böhms Pionierarbeit gleich mehrere Paradebeispiele für die Vorteile der Digitalisierung, nämlich „Bequemlichkeit, Transparenz und Kommunikation.“

In ihrer Begrüßungsansprache stellte Iris Poth, Leiterin der Wirtschaftsförderung des Kreises Euskirchen, die Bedeutung des Handels heraus: Im Kreis Euskirchen gebe es 1.700 Betriebe mit 8.000 sozialpflichtig Beschäftigten. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

Jörg Hamel zitierte abschließend aus einer groß angelegten Studie, der zufolge die Menschen „es nett haben wollen, wenn sie einkaufen gehen.“ Das Ambiente ebenso wie fachlich versierte Mitarbeiter spielten eine große Rolle für die Überlebenschance des örtlichen Handels. Hamel: „Der Handel muss mehr bieten als Ware gegen Geld.“

pp/Agentur ProfiPress

 

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