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„Man kann in Dörfern alt werden“

Kommission des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ besichtigte Scheven und Sistig mitsamt der zugehörigen Nachbardörfer – Preisverleihung im September

Kall-Scheven/Sistig – Gleich zwei Kaller Dorf-Trios machen bei der aktuellen Ausgabe des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ auf Kreisebene mit. Zum einen Scheven, Dottel und Wallenthal, zum anderen Sistig, Frohnrath und Steinfelderheistert.

Beim Besuch der von Heike Schmitz geleiteten Kommission konzentrierten sich beide Orte auf die Ereignisse in der jüngsten Vergangenheit. Die Zeiten, in denen sich die Dörfer rausputzten und in jedem Vorgarten bunte Blümchen zu finden waren, ist schon lange vorbei. Vielmehr interessiert die Kommission: Was haben die Ortschaften zu bieten für die Bewohner – und sind die Weichen gestellt für eine zukunftsfähige Dorfentwicklung?“

Vor 13 Jahren ist der Name „Unser Dorf soll schöner werden“ aus dem Titel verschwunden. Aber gegen den Anblick von schönen Blumen hat die Wettbewerbskommission nichts. Entscheidend ist das als Kriterium aber nicht. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

In Scheven begrüßte Ortsvorsteher Hans Reiff die „Prüfer“ vor dem Dorfsaal. Die Grünkolonne stand mit Mini-Traktoren und Arbeitsgerät Spalier. Die ehrenamtlichen Helfer sind in den vergangenen Jahren eine feste Institution geworden und unterstützen sogar den Bauhof der Gemeinde Kall, indem sie fällige Arbeiten erledigen.

Heike Schmitz und ihrem Team wurden Ideen für einen Umbau der alten Feldscheune neben dem Dorfsaal vorgestellt. Dort soll ein Wintergarten entstehen mit angeschlossenem Café und Bistro und einem Minikiosk, wo die Schevener, Dotteler und Wallenthaler sich beispielsweise ihre Sonntagsbrötchen holen können. Derzeit soll das Café zweimal die Woche mittags öffnen, als Kunden will man auch eher die ältere Dorfbevölkerung ansprechen.

Radfahrer machen Pause

An der Klus, der Bleibachquelle, ist ein Kommunikationstreffpunkt entstanden. Dort, wo früher die Frauen des Dorfes die Wäsche gewaschen haben, spielen jetzt Kinder oder lassen sich Radfahrer für eine Pause auf der Sitzgruppe oder der Eifel-Liege nieder.

Die Mitglieder der Bewertungskommission machen sich fleißig Notizen. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Aber was wird für die Jungen geboten, wollte die Kommission wissen? Die Antwort gab Kalle Klinkhammer, Vorsitzender des FC Scheven, am Sportplatz. Dort soll eine Begegnungsstätte für die Jugend entstehen, mit Darts-Scheibe, Kickertisch, Chillecke und elektronischen Medien. Ein ebenerdiges und barrierefreies Holzhaus mit einer Grundfläche von 60 Quadratmetern soll dafür entstehen, der Kostenpunkt liegt bei 65.000 Euro. 50.000 Euro stehen dank der Sportstättenförderung des Landes sowie dank zweier privater Großspender schon zur Verfügung.

Nur wenige Stunden später wurde die Kommission in Sistig willkommen geheißen. Ortsvorsteher Karl Vermöhlen hatte gleich mehrere Mitstreiter, die der Kommission in der Bürgerhalle präsentierten, wann Sistig in den vergangenen anderthalb Jahren medial erwähnt worden ist.

In Sistig stellten mehrere Protagonisten aus dem Dorf den Ort vor, einer davon der Jungbäcker Patrick Zimmer, stilecht mit Bäckermütze. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Ob Jungbäcker Patrick Zimmer, stilecht mit Bäckermütze zum Wacken-T-Shirt, „Multifunktionär“ Brian Linden oder der Schwalben-Vater Lothar Gerhards – sie alle sprachen über ihre jeweiligen Fachgebiete. Bürgervereins-Vorsitzender Manfred Schlierf widmete sich dem Projekt Bürgerhalle, für das es jüngst von NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach Fördermittel gab.

Hilfsbereite Jugendliche

In Sistig sowie den beiden angeschlossenen Dörfern (wovon Steinfelderheistert im alten Wettbewerb gleich mehrfach auf dem Treppchen stand) setzt man auf eine Mischung aus Tradition und Moderne. Die Kommunikation findet, gerade bei den jüngeren, per WhatsApp-Gruppe oder über Facebook statt. Überhaupt wurde die engagierte Jugend gelobt. „Oft muss man nicht mal fragen, schon stehen acht junge Leute bereit und helfen“, so ein Sistiger.

Sistig, das mit den beiden Dörfern 1000 Einwohner zählt, wird eine zentrale Versorgungssituation zuteil. Bürgermeister Hermann-Josef Esser habe es als Unterzentrum in der Gemeinde Kall bezeichnet, erinnerte man sich. Mit gleich zwei Bäckereien, einem Metzger, dem Sistiger Lädchen und dem Hofladen bietet sich eine großartige Infrastruktur für einen kleinen Ort – eine, die zum Spruch verleitete: „Man kann in unseren Dörfern alt werden.“

Kalle Klinkhammer, Vorsitzender des FC Scheven, präsentierte der Kommission die Pläne für den Jugendtreff, der am Sportplatz entstehen soll. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Stillstand nehmen die Sistiger nicht hin. Aus dem Dorf heraus wurde ein Dorfentwicklungskonzept erstellt. Es gibt im „dritten Schwalbendorf in Deutschland“, so Lothar Gerhards, einen Arbeitskreis Dorfökologie. Und auch bei besonderen Aktionen wie der durch die Corona-Pandemie bedingten Absage der Maifeierlichkeiten hilft man sich. Das Maigeloog hatte mithilfe der Dorfbewohner und örtlichen Unternehmen dennoch rund 60 Maibäume geschmückt und verteilt.

Insgesamt 50 Dörfer nehmen dieses Jahr am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ auf Kreisebene teil. Die Bereisungen fanden und finden vom 11. bis 31. August statt. Im September werden die Ergebnisse im Rahmen einer kleinen Preisverleihung bekanntgegeben. Die Sieger nehmen am Landeswettbewerb 2022 teil. Der Bundeswettbewerb würde 2023 stattfinden.

pp/Agentur ProfiPress

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