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Märchengestalten aus Müll

Kartoffel-König, Fischfrau und Sonnensucherin bei Müllmodenschau von Inge van Kann – „Galerie im Rathaus“ zeigt bis Oktober Verwertungskunst der Mechernicher Künstlerin – „Trash Art – Verwerten statt wegwerfen“

Mechernich – Alte Briefumschläge, Kartoffelnetze, Kaffeetüten, Milchkartons und Apfelsinenband – was der Inhalt eines ausgekippten Mülleimers zu sein scheint, ist für Inge van Kann das kreative Arbeitsmaterial für ihre Trash-Art-Kunstwerke. Mit einer bunten Müllmodenschau eröffnete die Künstlerin ihre Ausstellung in der „Galerie im Rathaus“ im Mechernicher Verwaltungsgebäude, die noch bis Oktober zu sehen sein wird.

Inge van Kann wuchs als Kind der Nachkriegsgeneration auf. Aus der Idee, nichts wegzuwerfen, was man noch einmal gebrauchen könnte, anstand ihre Verwertungskunst. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Inge van Kann wuchs als Kind der Nachkriegsgeneration auf. Aus der Idee, nichts wegzuwerfen, was man noch einmal gebrauchen könnte, anstand ihre Verwertungskunst. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Es war eine phantasievolle Modenschau, deren Charaktere wie der Kartoffel-König, die Fischfrau oder die Sonnensucherin märchenhaften Geschichten entsprungen schienen. So zeigte sich der Kartoffel-König als imposante Erscheinung in einem Gewand aus Kartoffelsäcken, auf dem Kopf eine Krone und in der Hand einen Augapfel aus dem gleichen Material. „Mit diesen Säcken arbeite ich am liebsten, denn aus ihnen kann man alles machen“, erzählt die Mechernicherin Inge van Kann.

Bunte Kostüme wurden präsentiert bei der Müllmodenschau zur Vernissage der Ausstellung „Trash Art – Verwerten statt wegwerfen.“ Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Bunte Kostüme wurden präsentiert bei der Müllmodenschau zur Vernissage der Ausstellung „Trash Art – Verwerten statt wegwerfen.“ Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Eines ihrer Lieblingskostüme ist das der Fischfrau. In glänzendem Türkis kommt sie daher, bunte Fische trägt sie bei sich. „Die türkisfarbenen Katzenfuttertüten gefielen mir schon immer, aber weil sie rundum bedruckt sind, konnte ich sie so schlecht verwerten. Für dieses Kostüm habe ich deshalb nur die Böden herausgeschnitten und mit einem grünen Rosenkohlnetz vernäht“, beschreibt die Trash Art-Künstlerin.

Bei tropischen Temperaturen ist sie selbst in einen Überwurf aus orangenen Kunststoffnetzen gehüllt. Die weißen Knöpfe waren einmal Verschlüsse von Milchkartons. „Man wundert sich, wie warm es unter diesen Maschen wird“, lacht Inge van Kann.

Thomas Hambach, Erster Beigeordneter der Stadt Mechernich, stellte bei der Vernissage Werke und Werte von Künstler und Investmentbanker gegenüber. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Thomas Hambach, Erster Beigeordneter der Stadt Mechernich, stellte bei der Vernissage Werke und Werte von Künstler und Investmentbanker gegenüber. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

„Trash Art – Verwerten statt wegwerfen“ lautet das Motto ihrer Ausstellung. Der Mechernicherin geht es nicht um große Kunst, sondern darum, auf die Verschwendung wertvoller Materialien und Rohstoffe durch Einmalverpackungen aufmerksam zu machen. Am 1. Juli 1945 in der Stadt am Bleiberg geboren wuchs Inge van Kann als Kind der Nachkriegsgeneration auf und lernte von klein an: man wirft nichts weg, was man vielleicht noch einmal gebrauchen kann.

Die Ausstellung zeigt noch bis Oktober Müllkunst von Inge van Kann, darunter den „Puppenspieler“ aus vernähten Folien. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Die Ausstellung zeigt noch bis Oktober Müllkunst von Inge van Kann, darunter den „Puppenspieler“ aus vernähten Folien. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Seit der 1980er Jahren sammelt sie die unterschiedlichsten Kunststoff- und Verpackungsmaterialien und verwandelt sie in Kunstwerke und Dekorationen, Spielzeuge und tragbare Kostüme. „Ich bin begeistert, was Inge aus diesen Sachen alles zaubert“, freute sich Kurator Franz Kruse.

Thomas Hambach, Erster Beigeordneter der Stadt Mechernich, eröffnete die Vernissage im Rathaus mit einer Gegenüberstellung von Künstler und Investmentbanker: „Künstler wie Inge van Kann schaffen mit ihrer Arbeit reale Dinge statt flüchtige Investitionsblasen. Ihre Werke haben nicht nur einen monetären, sondern auch einen ideellen Wert.“

Höhepunkt einer jeden Modenschau: Die Braut. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Höhepunkt einer jeden Modenschau: Die Braut. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

„Für mich entsteht die Inspiration aus dem Material heraus“, erklärt Inge van Kann. Bis zu einem Jahr dauert es, bis sie ein neues Kostüm fertiggestellt hat. Dazu muss sie nicht nur das Material zusammensammeln, sondern es auch waschen, trocknen und sortieren, bevor sie es verwerten kann. So entstand erst vor kurzem ganz unbeabsichtigt ein neues Kunstwerk, als sie eine Reihe der von schimmligen Früchten verklebten Orangennetze wusch und im Garten auf eine Wäscheleine hängte. „Das sieht klasse aus und man muss es nicht mehr waschen – das besorgt jetzt der Regen.“

Trash Art oder Verwertungskunst soll sowohl die Menge an Müll als auch die Robustheit des Verpackungsmaterials demonstrieren. Die Kostüme sind deshalb nicht nur tragbar, sondern auch waschbar. Kurator Franz Kruse zeigte sich in einer „Ritterrüstung“ aus golden schimmernden Verpackungen noch aus den 1990er Jahren.

Die Figuren der phantasievollen Müllmodenschau schienen geradewegs einer märchenhaften Geschichte zu entspringen. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Die Figuren der phantasievollen Müllmodenschau schienen geradewegs einer märchenhaften Geschichte zu entspringen. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Die Ausstellung in der „Galerie im Rathaus“ zeigt verschiedene Kunstwerke der Mechernicherin. Darunter Puppen mit Kostümen und aus Folien und Verpackungsmaterialien genähte Bilder: Eulen aus Apfelsinenverpackungen, Korallen aus Gemüsenetzen, Drachen aus Milchtüten. Franz Kruse hat sein liebstes Werk bereist gefunden: Ein „Puppenspieler“ aus vernähten Folien.

pp/Agentur ProfiPress

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