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Lust aufs Land und auf die Eifel

Fachtagung der Konrad-Adenauer-Stiftung auf Burg Flamersheim – 54 Teilnehmer aus ganz Deutschland – Zu den Referenten gehörten unter anderem Bernd Altgen, Margareta Ritter, Heinz-Peter Thiel und Udo Crespin

Euskirchen-Flamersheim – Ein Plädoyer für das Landleben – wo könnte man das besser abgeben als an einem Ort, der sich „Landlust“ nennt? Man könnte annehmen, dass die Konrad-Adenauer-Stiftung den Ort für ihre Fachtagung „Lust auf Land – Strategien für die Zukunft ländlicher Räume“ bewusst ausgesucht hat. Stimmt aber nicht, wie Nadine Züll, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Kommunal-Akademie der Konrad-Adenauer-Stiftung und gebürtige Eifelerin, offen zugibt. Den Ort für die Fachtagung auf Burg Flamersheim hatte man bereits ausgewählt, noch bevor das Thema überhaupt feststand.

54 Teilnehmer aus ganz Deutschland wollten von den Referenten erfahren, wie der ländliche Raum gestärkt werden kann. Denn Landflucht oder Urbanisierung gibt es nicht nur in der Eifel. Während in Städten der Wohnraum knapper wird und Infrastruktur, Energieverbrauch und Verkehr am Limit liegen, ist es um Infrastruktur und Dienstleistungen auf dem Land eher schwach bestellt.

Bernd Altgen, Vorstandsvorsitzender der VR-Bank Nordeifel eG, sprach zum Thema „Neue Modelle der Dableibevorsorge“. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Doch es gibt natürlich Konzepte, die auch den ländlichen Raum attraktiv machen. Bernd Altgen, Vorstandsvorsitzender der VR-Bank Nordeifel eG, stellte „Neue Modelle der Dableibevorsorge“ vor. „Wir wollen als Genossenschaftsbank verantwortlich die Zukunft gestalten und dabei Menschen und Unternehmen mitnehmen“, erzählte er. Denn schon Friedrich Wilhelm Raiffeisen wusste: „Was der einzelne nicht vermag, das vermögen viele.“

Auf Initiative der VR-Bank Nordeifel eG haben sich deshalb zwei Genossenschaften gegründet. Zum einen ist da die Generationengenossenschaft GenoEifel eG. Menschen, die sich in ihr zusammenschließen, helfen den anderen Mitgliedern im Alltag: bei der Gartenarbeit, sie gehen gemeinsam Spazieren, besuchen sich, begleiten andere zum Arzt. Wer hilft, bekommt die Zeit auf ein Konto gutgeschrieben. Wenn man selbst Hilfe benötigt, kann man dieses Guthaben abrufen. In der Dienstleistungsgenossenschaft Eifel DLG eG haben sich 45 Unternehmen mit 3934 Mitarbeitern zusammengeschlossen, um als Genossenschaft für die Mitglieder Leistungen aus den Bereichen Personalführung, Chancengleichheit & Diversity, Gesundheit, Wissen & Kompetenz und Digitalisierung zu entwickeln, bereitzustellen oder einzukaufen. Die Eifel DLG soll ihre Mitglieder wirtschaftlich und sozial fördern – und die Region nach vorne bringen.

Gleich sechs Referenten begaben sich ins „Adenauer-Lab“. Sie hatten nur fünf Minuten Zeit, um ein Thema vorzustellen. Anschließend durften sie auf bestimmte Fragen nur mit einem, maximal zwei Sätzen antworten.

Wagten Experimentierfreude und nahmen am Adenauer-Lab teil: Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter, Vorsitzende der Lokalen Aktionsgruppe Eifel, sowie Heinz-Peter Thiel (2.v.r.), Landrat Vulkaneifelkreis und Präsident der Zukunftsinitiative Eifel. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

So stellte Margareta Ritter, Bürgermeisterin der Stadt Monschau, die Lokale Arbeitsgruppe Eifel vor, der sie vorsitzt und deren Tun sie unter dem Motto „Wir gestalten Heimat!“ erläuterte. Darin haben sich 15 Städte in drei Landkreisen zusammengeschlossen, um gemeinsam als Förderregion zu agieren und besonders kleine Projekte zu fördern. Über Ritter erfuhr man außerdem, dass der Blick auf den Rursee bei Einruhr ihr Lieblingsort in der Eifel ist, auch wenn sie offiziell als Bürgermeisterin die Stadt Monschau am schönsten zu finden hat, und dass sie noch nie irgendwo anders gelebt hat, als in der Eifel. „Ich liebe die Eifel, ihre Kraft und ihre Authentizität“, so Margareta Ritter.

54 Teilnehmer hörten am ersten Tag im ehemaligen Rinderstall der Burg Flamersheim aufmerksam den Vortragenden zu. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Heinz-Peter Thiel, Landrat des Vulkaneifelkreises, liebt es stattdessen, aus dem Büro seines zur Bertradaburg in Mürlenbach gehörenden Hauses auf die Gärten zu blicken. „Meine Frau hat einen grünen Daumen, und ich fühle mich immer wohl, wenn ich nach Hause komme“, so Thiel. Als Präsident der Zukunftsinitiative Eifel sprach er zum Thema „Ländliche Regionen als Marke etablieren“. Denn das „Eifel-E“, also das Erkennungszeichen der Eifel Tourismus GmbH, ist seit 15 Jahren deutschlandweit bekannt. Regionalprodukte, Arbeitergebermarke und Qualitätsmarke bündeln das Engagement der Menschen; Kitas, Schulen und Unternehmen beweisen die Stärken und Potentiale der bunten, vielfältigen und gut aufgestellten Region Eifel. „Der ländliche Raum weckt Begehrlichkeiten für Alt und Jung schlechthin; die Eifel ist als Entwicklungsraum der Vorgarten und die positiv besetzte Lebenswelt zwischen den Großstädten Köln, Trier, Aachen und Koblenz. Bei uns kann man sich in jeder Lebensphase sehr gut entwickeln, denn hier kümmert man sich. Wir leben Eifel“, so sein Credo.

Udo Crespin, Leiter der Gefahrenabwehr beim Kreis Euskirchen, informierte die Delegation im Kreishaus über das neue Projekt „Tele-Notarzt“. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

Welche außerordentlichen Herausforderungen der Rettungsdienst im 1.250 Quadratmeter großen Kreis Euskirchen zu meistern hat, erfuhr die Delegation im Kreishaus Euskirchen aus berufenem Mund. Udo Crespin, Leiter der Gefahrenabwehr beim Kreis und dienstältester Rettungsdienstleiter in Nordrhein-Westfalen, informierte unter anderem über das Projekt „Telemedizinisches Rettungsassistenzsystem“, kurz Tele-Notarzt genannt.

„Das neue Projekt ist eine Option für den großen Graubereich“, so Crespin. Vor dem Hintergrund steigender Einsatzzahlen und einem Mangel an Notärzten soll das System, bei dem der Notarzt in der Zentrale ein Aachen via Monitor die Rettungssanitäter im Einsatzfahrzeug in nicht lebensbedrohlichen Fällen unterstützt, die dringend notwendige Entlastung bringen.

Im Anschluss an den Vortrag von Udo Crespin besichtigte die Delegation der Konrad-Adenauer-Stiftung die Leitstelle und die Rettungswache des Kreis Euskirchener Rettungsdienstes. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

Als weiteren überlebenswichtigen Faktor für den Rettungsdienst im ländlichen Raum nannte Crespin die Ehrenamtler. „Ohne sie wären wir nicht handlungsfähig“, stellte er fest und belegte das auch mit Zahlen: 230 hauptamtlichen Mitarbeitern im Rettungsdienst stehen 1.800 freiwillige Helfer des Deutschen Roten Kreuzes, der Feuerwehr, des Maltester Hilfsdienst, der DLRG, des THW und der Johanniter Unfallhilfe gegenüber.

Klare Worte fand Crespin auch für die seitens der Delegation gestellten Frage, wie man diese Zahl trotz demographischem Wandel stabil halten könne. Es müssten dringend Anreize geschaffen werden, und zwar „nicht morgen, sondern heute“ und nicht in Form einer Bezahlung. Crespin: „Der freiwillige Helfer draußen will kein Geld.“ Auch gut gemeinte Feuerwehrfeste seien nicht der geeignete Weg, um die Menschen zu faszinieren. „Wir müssen insgesamt moderner werden, in moderne Mittel investieren und auch in die Qualifikation der Ehrenamtler“, forderte er eindringlich, bevor sich für die Delegation eine Besichtigung der Leitstelle und der Rettungswache anschloss.

pp/Agentur ProfiPress

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