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Lösungsansätze für Lebenswege

Schwangerschaftsabbruch ist immer noch ein großes gesellschaftliches Tabuthema – Seit 20 Jahren leistet Donum Vitae wichtigen Beistand für Frauen, aber auch deren Partner – Gespräche im geschützten Raum – Männliche Mitarbeiter für die Präventionsarbeit gesucht

Mechernich/Kreis Euskirchen – „Bist Du eigentlich immer noch in dem komischen Verein?“ Diese Frage bekommt Dr. Marianne Bauerschmitz oft zu hören. Ja, selbstverständlich, antwortet die 82-Jährige Vorsitzende des Vereins nicht ohne Stolz und ihre wachen Augen blitzen dabei kampfeslustig und allen Widerständen zum Trotz.

Die langjährige Donum-Vitae-Vorsitzende Dr. Marianne Bauerschmitz (l.) und Sozialpädagogin Sarah Ax blicken auf 20 Jahre „Donum Vitae“ zurück. Der Verein hat trotz heftigen Gegenwinds durch die Kirche viel erreicht und stand vielen Frauen in schwierigen Lebensphasen zur Seite. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Donum Vitae ist ein Fels in der Brandung für Frauen. Seit zwanzig Jahren steht der Verein vor allem schwangeren Frauen beratend zur Seite. Die Beraterinnen am Hauptstandort in Mechernich und der Nebenstelle in Euskirchen sind eine wichtige Anlaufstelle für sie.

Abtreibung ist eine Straftat

Ungewollte Schwangerschaften und Abbrüche sind trotz freizügiger Tinder-Dates und aller Sex-Spielzeuge, die sogar im alltäglichen Werbeprogramm der Fernsehsender feilgeboten werden, ein gesellschaftliches Tabu-Thema geblieben. Über Schwangerschaftsabbrüche redet man nicht.

Das bestätigen auch Bauerschmitz und die Donum-Vitae -Sozialpädagogin Sarah Ax. Vielleicht auch, weil die gültige Gesetzeslage den Abbruch einer Schwangerschaft nicht gutheißt. Abtreibung ist in Deutschland immer noch eine Straftat, wenn auch straffrei.

Allein 2019 wurden insgesamt 353 Erstberatungen durchgeführt, davon 107 Konfliktberatungen für Schwangere. Foto: iStock/Donum Vitae/pp/Agentur ProfiPress

Dass die Frauen es sich nicht leicht machen und Gründe für ihren Schwangerschaftsabbruch haben, das erfahren die Beraterinnen in jedem Gespräch. Das fehlende oder zu geringe Einkommen, die Lebenssituation, die gestartete Ausbildung, das Alter oder auch die Partnerschaft selbst – es gibt viele Argumente oder Ängste, die dazu führen, dass man sich manchmal auch gegen die Schwangerschaft ausspricht – nicht selten aber eben auch dafür. Die „ergebnisoffene“ Beratung ist Grundlage bei Donum Vitae.

Wie die Entscheidung der Betroffenen auch ausfällt, wichtig ist, so Bauerschmitz: „Die Frauen müssen eine solche Entscheidung in Ruhe treffen können und vor allem eine Lösung für ihre individuelle Lebenssituation finden.“

Mehr als Konfliktberatung

Viele wissen nicht, dass der Verein viel mehr als die reine Konfliktberatung bietet. Stattdessen decken die Gespräche eine große Bandbreite an fachlicher Hilfe ab – beginnend bei der Sexualprävention oder dem Sex-Talk für Jugendliche in Schulen und Jugendhilfeeinrichtungen, über den Beistand nach Fehl- oder Totgeburten oder unerfüllten Kinderwünschen wie auch die Begleitung während der Schwangerschaft und den ersten drei Lebensjahren, bis hin zur Beratung für Männer, denn auch für sie stellen sich neue Herausforderungen als werdende Väter.

Aber auch bei Anträgen zum Kinder- oder Elterngeld, entsprechende finanzielle Hilfen oder bei der Verhütung wird beraten. Mit dem Hilfsfonds, der vom Kreis bereitgestellt wird, kann Donum Vitae helfen, Langzeitverhütungen zu finanzieren. Auch vertrauliche Geburten wurden möglich gemacht.

Das Team der ersten Stunde. Das Foto entstand im Jahr 2001. Repro: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Der Verein kann auf eine stolze Bilanz zurückblicken. Allein 2019 wurden insgesamt 353 Erstberatungen durchgeführt, davon 107 Konfliktberatungen. Besonders gerne werden auch Onlineberatungen in Anspruch genommen. „Der Einstieg ist niedrigschwelliger“, so Bauerschmitz.

Mit der zunehmenden Zahl an Flüchtlingen in Deutschland wurden auch sie zur Zielgruppe. Vor allem mit männlichen Jugendlichen und jungen Männern tauschte man sich über Werte und Normen mit Blick auf Familie und das weibliche Geschlecht aus.

Von Mann zu Mann

„Aktuell konzentrieren wir uns allerdings eher auf die Gespräche mit den geflüchteten Frauen“, erklärt Ax. Das liege einfach daran, dass Donum Vitae derzeit männliche Mitarbeiter fehlten. Das Gespräch von Mann zu Mann sei in diesem Fall durch nichts zu ersetzen. Männliche Mitarbeiter auf Honorarbasis werden daher händeringend gesucht.

Als bundesweit der Verein Donum Vitae gegründet wurde, gab es keinen solchen Beistand für Schwangere. Die Kirche hatte sich kurz vorher, im Jahr 1999, endgültig losgelöst von der Konfliktberatung für Schwangere. Den Konflikt zwischen Leben und Tod sollten andere lösen. Frauen, Männer und ganze Familien wurden alleingelassen in ihrer Not.

Schon 2002 stieg man in die sexualpädagogische Präventionsarbeit an Schulen ein, nach dem Motto „Damit das Vorspiel nicht zum Nachspiel wird.“ Foto: Sarah Ax/Donum Vitae/Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Die ersten Mitglieder in Mechernich waren – was man sich heute gar nicht mehr vorstellen könne – vorwiegend ältere Herren, die dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken nahestanden, so Bauerschmitz. Aber auch viele weitere Menschen halfen dem Verein auf die Füße und bei weiteren Schritten. Auch Kreistagsmitglied Bernd Kolvenbach unterstützte, wo es nur ging, berichtet die Vorsitzende.

Heftiger Gegenwind

Doch gab es auch reichlich Aufruhr, Gegenwind und Presserummel, erinnert Bauerschmitz: „Wir wurden regelrecht angefeindet.“  Insbesondere von der Kirche, die immer wieder Steine in den Weg legte. 2007 legte der Vatikan in seiner ablehnenden Haltung gegenüber Donum Vitae sogar nochmal nach. „In einem Schreiben werden die deutschen Bischöfe aufgefordert, darauf hinzuwirken, dass alle Gläubigen auf jegliche Form der Unterstützung für Donum Vitae verzichten“, so Bauerschmitz und fügt hinzu: „Das liegt furchtbar weit zurück und doch holt es einen im Alltag immer wieder ein.“

Aufgeben sei keine Alternative für sie. „Mich macht das nur wütend.“ Denn sie weiß aus der täglichen Beratung, dass Beistand wichtig ist in solch einer Phase des Lebens. Den Frauen tue es gut mit jemandem über die Sorgen und Nöte sprechen zu können.

Donum Vitae bietet dafür einen geschützten Raum und die Freiheit über Probleme und Nöte zu sprechen. Sie helfen den Frauen Lösungsansätze für ihren individuellen Lebenswege zu finden.

pp/Agentur ProfiPress

Historie:

Katholische Männer und Frauen, aus den Reihen des Zentralkomitees der deutschen Katholiken und darüber hinaus, gründeten am 24. September 1999 in Fulda den Verein Donum Vitae.

Zweck war die Fortsetzung der Beratung von Frauen in Not- und Konfliktsituationen mit einem Beratungskonzept, das sich an der Arbeit der damaligen Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen in katholischer Trägerschaft orientiert.

Der Bundesverband baut auf zwölf Landesverbände und 50 Regional- und Ortsverbänden auf. Im Kreis Euskirchen fand die Gründungsversammlung von „Frauen beraten/ Donum Vitae“ im Pfarrzentrum Kommern am 3. Mai 2000 statt. Am 5. Juli 2000 erfolgt die staatliche Anerkennung des Vereins.

Die Beratungsstelle in Mechernich, Zum Markt, wurde zum 1. August 2000 eröffnet, im November die Nebenstelle in Euskirchen, Saarstraße 2. Heute ist sie in der Sebastianusstr. 20 zu finden. Im ersten Jahresbericht von August bis Dezember werden 30 Beratungen gezählt. 2001 wurde die Nebenstelle in Schleiden eröffnet, zwischenzeitlich aber wieder geschlossen, weil die Nachfrage dort zu gering war. 

Seit November 2019 ist die neue Website am Start www.donum-vitae-eu.de. Der amtierende Vorstand besteht aus: Dr. Marianne Bauerschmitz (Vorsitzende) und den stellvertretenden Vorsitzenden Rosa Hausmann (Mechernich) und Claus Cepok (Stommeln).

pp/Agentur ProfiPress

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