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Literarische Spurensuche in der Eifel

„Club der toten Eifeldichter“ in der Kommerner Bürgerhalle – Lit.Eifel-Veranstaltung mit Ralf Kramp, Manni Lang und Katia Franke widmete sich Eifel-Texten von verstorbenen Schriftstellern – Auszüge aus Werken von Clara Viebig, Theodor Seidenfaden, Erika Kroell und anderen

Mechernich-Kommern – Clara Viebig, Nanny Lambrecht, Theodor Seidenfaden, Montague R. James, Heinrich Böll und Ida Schröder sind schon lange tot – und leider auch die Ahrweiler Krimiautorin Erika Kroell, die im Februar jung verstorben ist. Doch die Texte dieser und anderer Schriftsteller, die in der und über die Eifel literarische Spuren hinterlassen haben, leben weiter.

In Büchern, wenn auch zum Teil nur mehr in Antiquariaten, in Anthologien, zum Teil auch im Internet und dank des Nordeifeler Literaturfestivals „Lit.Eifel“ auch im „Club der toten Eifeldichter“. Diesen exklusiven Club haben nicht die toten Dichter, sondern deren Nachfahren, WDR-Moderatorin Katia Franke und die Autoren Ralf Kramp und Manfred Lang, vor zwei Jahren nach einer Lit.Eifel-Hommage an Jakob Kneip im Salvatorianerkloster Steinfeld aufgemacht.

Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick zeigte sich in seiner Eröffnung des  Lit.Eifel-Vorleseevents vor rund 40 Zuhörern sehr angetan von der kulturellen Bereicherung des gesamten rheinischen Eifelsprachraums durch die Lit.Eifel. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick zeigte sich in seiner Eröffnung des Lit.Eifel-Vorleseevents vor rund 40 Zuhörern sehr angetan von der kulturellen Bereicherung des gesamten rheinischen Eifelsprachraums durch die Lit.Eifel. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Texte verblichener Autoren mit verteilten Rollen

Seither sucht das umtriebige Trio Gedichte, Erzählungen und Romanauszüge aus, die sich besonders gut für den Vortrag und das Lesen mit verteilten Rollen eignen. Zur neuesten Zusammenkunft des „Clubs der toten Eifeldichter“ kamen am Mittwochabend Franke, Kramp und Lang, 40 Zuschauer, Mechernichs Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick und Kommerns Ortsvorsteher und Stadtverordneter Rolf Jaeck mit seinem Trägerteam in der Kommerner Bürgerhalle zusammen.

Mit ihrer professionellen Moderatorinnen-Stimme gab Katia Franke unter anderem den Autorinnen Nanny Lambrecht, Clara Viebig und Erika Kroell eine Stimme, aber beispielsweise auch Heinz Küpper und Theodor Seidenfaden.  Foto: pp/Agentur ProfiPress

Mit ihrer professionellen Moderatorinnen-Stimme gab Katia Franke unter anderem den Autorinnen Nanny Lambrecht, Clara Viebig und Erika Kroell eine Stimme, aber beispielsweise auch Heinz Küpper und Theodor Seidenfaden. Foto: pp/Agentur ProfiPress

Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick zeigte sich in seiner Eröffnung des Lit.Eifel-Vorleseevents sehr angetan von der kulturellen Bereicherung des gesamten rheinischen Eifelsprachraums durch die Lit.Eifel. Er erinnerte die „Clubbesucher“ in Kommern auch an eine hervorragende Lesung der Bestsellerautorin Tanja Kinkel vor einigen Wochen im Bildhaueratelier Kassel und in der Churchill-Lounge der Firmenicher Kultur- und Freizeitfabrik Zikkurat, die Schick mit der Monschauer Bürgermeisterin und Lit.Eifel-Vorsitzenden Margareta Ritter eröffnet hatte.

Gänsehaut und Schauergefühle dürfte Ralf Kramps eindringliche Rezitation des britischen Gruselklassikers „Der Schatz des Abtes Thomas“ von Montague Rhodes James (*1862) beim Publikum hervorgerufen haben. Foto: pp/Agentur ProfiPress

Gänsehaut und Schauergefühle dürfte Ralf Kramps eindringliche Rezitation des britischen Gruselklassikers „Der Schatz des Abtes Thomas“ von Montague Rhodes James (*1862) beim Publikum hervorgerufen haben. Foto: pp/Agentur ProfiPress

Als Introitus lasen Katia Franke, Ralf Kramp und Manfred Lang das Gedicht „Sonst wollte niemand Eifeler sein“ des 1836 in Remscheid geborenen Dichters Heinrich Freimuth, das davon handelt, dass noch im 19. Jahrhundert die Bewohner des Landstrichs auf eine Eifel verwiesen, die weiter südlich oder nördlich liege, aber niemals da, wo man die Frage nach ihrer Lage stellte. Ralf Kramp: „Das hat sich gründlich geändert!“ Katia Franke: „Heute ist die Eifel »sexy« und fast jeder will dazu gehören.“

Gestenreich proklamierte Manfred Lang lustige Mundartgedichte von Hubert Kamps (*1874) und Josef Schregel (*1865). Foto: pp/Agentur ProfiPress

Gestenreich proklamierte Manfred Lang lustige Mundartgedichte von Hubert Kamps (*1874) und Josef Schregel (*1865). Foto: pp/Agentur ProfiPress

„Klüer“, das Eifeler Wort für „Farbe“, stand im Mittelpunkt einer Erzählung des in Wisskirchen geborenen, lange in Bad Münstereifel lebenden und in Mechernich verstorbenen Autors Heinz Küpper. In seinem Text „Erwerb eines Wortes“ aus dem Band „Hermann Rohr und andere“ geht es vordergründig um Tieffliegerangriffe durch amerikanische Thunderbolts.

Mal Bauchweh vor Lachen, mal Gruselschauer

Am Rande dieser bedrohlichen Szene lernt der Teenager Heinz Küpper (Jahrgang 1930) aber eben auch das an die englischen, beziehungsweise französischen Wörter „Colour“ und „Culeur“ erinnernde „Klüer“ kennen – und er ist ganz stolz, dass „Platt“, seine rheinische Mundart, nicht nur germanische, sondern auch romanische Wurzeln hat.

Mechernichs Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick erinnerte die „Clubbesucher“ in Kommern auch an eine hervorragende Lit.Eifel-Lesung mit der Bestsellerautorin Tanja Kinkel vor einigen Wochen im Bildhaueratelier Kassel und in der Churchill-Lounge der Firmenicher Kultur- und Freizeitfabrik Zikkurat. Die Stadt Mechernich sei froh und stolz, das Nordeifeler Literaturfestival gleich mehrfach zu Gast zu haben.  Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Mechernichs Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick erinnerte die „Clubbesucher“ in Kommern auch an eine hervorragende Lit.Eifel-Lesung mit der Bestsellerautorin Tanja Kinkel vor einigen Wochen im Bildhaueratelier Kassel und in der Churchill-Lounge der Firmenicher Kultur- und Freizeitfabrik Zikkurat. Die Stadt Mechernich sei froh und stolz, das Nordeifeler Literaturfestival gleich mehrfach zu Gast zu haben. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Es folgte ein Essay aus der Feder von Küppers väterlichem Freund Heinrich Böll („You enter Germany“), für dessen Roman „Ende einer Dienstfahrt“ der Wahl-Münstereifeler übrigens die Idee geliefert hatte. Dann rezitierte Ralf Kramp Karl Knauft, Katia Franke eine Seidenfaden-Schildbürgergeschichte aus dem „Rheinischen Narrenschiff“ (1924) und Manfred Lang lustige Mundartgedichte von Hubert Kamps (*1874) und Josef Schregel (*1865).

Mit verteilten Rollen widmeten sich die Rezitatoren den Autorinnen Clara Viebig, Nanny Lambrecht und Erika Kroell – und zwar in jeweils sehr humorvollen Texten. Auch bei den Schüttelreimen des Hillesheimer Amtsrichters Josef Draf blieb kein Auge trocken. Gänsehaut- und Schauergefühle dürfte hingegen Ralf Kramps eindringliche Rezitation des britischen Gruselklassikers von Montague Rhodes James (*1862) hervorgerufen haben, der mit seiner Schauergeschichte „Der Schatz des Abtes Thomas“ der Eifel und in Sonderheit Kloster Steinfeld ein gruselliterarisches Denkmal gesetzt hat.

Die professionelle Radiostimme von Katia Franke, der Platt wie Hochdeutsch energisch vortragende Manni Lang (r.) und der aristokratisch wirkende Ralf Kramp machten den Lit.Eifel-Abend „Club der toten Eifeldichter“ erwartungsgemäß zu einem Erlebnis. Foto: pp/Agentur ProfiPress

Die professionelle Radiostimme von Katia Franke, der Platt wie Hochdeutsch energisch vortragende Manni Lang (r.) und der aristokratisch wirkende Ralf Kramp machten den Lit.Eifel-Abend „Club der toten Eifeldichter“ erwartungsgemäß zu einem Erlebnis. Foto: pp/Agentur ProfiPress

Nach zweieinhalb Stunden gab es Gelegenheit, den Rezitatoren Fragen zu stellen und sich Bücher signieren zu lassen. Von den Klassikern des Abends, die dieses Jahr für die Lit.Eifel-Hommage an die toten Eifeldichter ausersehen worden waren, hatte Ralf Kramp Portraitaufnahmen oder in einem Fall auch einen Scherenschnitt aufgetrieben. So konnte sich das geschätzte literarische Publikum in der Kommerner Bürgerhalle nicht nur einen Eindruck von der schriftstellerischen Wucht der Eifeldichter machen, sondern auch von ihrem Aussehen.

Die professionelle Radiostimme von Katia Franke, der Platt wie Hochdeutsch energisch redende Manni Lang und der aristokratisch wirkende Ralf Kramp machten diesen Lit.Eifel-Abend erwartungsgemäß zu einem Erlebnis.

pp/Agentur ProfiPress

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