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„Lilo“ hilft bei der Integration

Deutscher Sprachkurs der Migrationshilfe im Mechernicher Casino richtet sich vor allem an Frauen mit kleinen Kindern – Nachwuchs darf mitgebracht werden – Täglicher Unterricht von 9 bis 13 Uhr

Mechernich – „Das habt ihr prima gemacht“, lobt Lilo Weigand-Sinsig die Teilnehmer. Die geflüchteten Frauen und Männer freuen sich über das Lob der Leiterin des deutschen Sprachkurses des „Casino“ in der Friedrich-Wilhelm-Straße 20.

Beim Deutschkurs im Mechernicher Casino, der sich in erster Linie an geflüchtete Frauen richtet, dürfen auch Kinder mitkommen. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Die Teilnehmer des Kurses hatten gerade das „ABC“ fließend aufgesagt. Die großen DIN-A-Papiere, die auf dem Boden bereit lagen, brauchen sie schon lange nicht mehr als Hilfe. Die Kursteilnehmer sind schon richtig fit, was die deutsche Sprache angeht. Täglich treffen sie sich morgens von 9 bis 13 Uhr, um mehr von der bis dahin ihnen unbekannten Sprache zu lernen.

Untereinander wird viel geholfen. Im Zweifel übersetzt einer der Teilnehmer, der das Wort oder die Sätze schon kennt, ins Englische, Französische oder Arabische. So baut man sich Brücken und Gedankenstützen, erklärt Weigand-Sinsig. Kommt man gar nicht weiter, wird bei besonders kniffligen Fällen auch mal der Google-Übersetzer zu Rate gezogen.

Helfen und Kümmern hat die frühere Krankenschwester „Lilo“, wie Lilo Weigand-Sinsig von den Geflüchteten genannt wird, im Blut. Täglich kümmert sie sich um die sprachliche Förderung ihrer Schützlinge und hilft damit entscheidend bei der Integration. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Locker und freundlich geht es zu, mit der nötigen Portion Ernsthaftigkeit. Die „Schüler“ sind emsig bei der Sache. Nasen werden neugierig in die vorhandenen Bücher gesteckt, um die Grammatik zu „pauken“. Die Unterrichtsbücher waren von Grundschulen aussortiert und zur Verfügung gestellt worden. Oft wird einfach frei in der neuen Sprache gesprochen, von der Leber und der Seele weg.

Kekse für gemütliche Lernatmosphäre

Auch Kaffee, Tee, Getränke, Kekse oder Kuchen stehen immer bereit. „Eine gemütliche Lern-Atmosphäre ist uns wichtig und ist ja auch schöner“, erläutert Weigand-Sinsig. Mit dabei sind in den Ferien auch die Kinder, sonst könnten die Mütter gar nicht kommen.

Alexander Neubauer von der Migrationshilfe Mechernich erklärt, warum: „Der Deutschkurs richtet sich in erster Linie an geflüchtete Frauen, die kleine Kinder haben und so nicht in einen regulären Deutschkurs gehen können, da sie niemanden für die Betreuung ihrer Kinder haben“, Zurzeit nehmen rund 16 Personen am Deutschkurs teil, darunter sind aber auch vereinzelt Männer und bis zu 10 Kinder – vom Baby bis zum Kleinkind.

Zurzeit nehmen rund 16 Personen am Sprachkurs im Mechernicher Casino teil, darunter bis zu 10 Kinder – vom Baby bis zum Kleinkind. Foto: Alexander Neubauer/pp/Agentur ProfiPress

„Kein Problem!“, sagt Weigand-Sinsig und ist flexibel. Stunde um Stunde investiert die Kommernerin gerne. Helfen und Kümmern hat „Lilo“, wie sie von den Geflüchteten genannt wird, im Blut. Vor der Rente war sie ihr Leben lang Krankenschwester und zugleich auch das älteste Kind von acht Geschwistern. Aufopferungsvoll und ehrenamtlich kümmert sie sich täglich um die sprachliche Förderung ihrer Schützlinge und hilft ihnen dabei entscheidend bei der Integration. Mit am Start als Sprachkursleiterin ist auch Maria Latzke.

62 „Köpfe“ wohnen im Casino

Zunächst fanden die Deutsch-Lern-Treffen immer in privaten Räumen reihum statt.  Seit Anfang des Jahres nutzt man gemeinsam den großen Raum im „Casino“ der Stadt Mechernich. Insgesamt 62 „Köpfe“ wohnen aktuell in dem ehemaligen Bundeswehrhaus. Doch auch aus Euskirchen, Nettersheim und Bad Münstereifel kommen Sprachkursteilnehmer.

Das Engagement bei den Teilnehmern ist groß. „Die meisten kommen jeden Tag“, freut sich die Leiterin, die ehrenamtlich tätig ist. „Der Lohn ist Freundlichkeit“, sagt sie bescheiden.

Die Aufgaben für die Migrationshilfe wandeln sich, erklärt Alexander Neubauer. Mit Deutsch- und Mieterqualifizierungskursen will man anerkannten Migranten bei der Integration helfen. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Mittlerweile gebe es, so berichtet sie, sogar zwei Lilos in Mechernich. Eine von früheren Erlebnissen traumatisierte Frau, die den Sprachkurs besucht, hat ihr Kind, das im Mechernicher Krankenhaus das Licht der Welt erblickte „Kima Lilo“ taufen lassen.  Kima bedeute so viel wie „Schützende“.

„Nach der ersten Aufnahme der Flüchtlinge gehen die Aufgaben weiter“, berichtet Neubauer. Auch Schulungen für anerkannte Migranten für die Wohnungssuche gab es bereits.

Die Kursteilnehmer sind emsig bei der Sache und lernen fleißig mit. Hier sagen sie das gelernte ABC flüssig auf. Die Hilfszettel auf dem Boden liegen nur noch pro forma da, brauchen tun sie dieses schon länger nicht mehr. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

„Mit solchen Kursen zur Mieterqualifizierung möchten wir die Mietchancen für anerkannte Migranten erhöhen“, erläutert Neubauer. Im Südkreis Euskirchen gebe es aktuell knapp 1200, die Schwierigkeiten haben, eine Wohnung zu finden. Dies liege sicherlich auch zu wenigen sozialhilferechtlich angemessenen Wohnungen, so Neubauer: „Zum anderen hören wir in zahlreichen Gesprächen heraus, dass es seitens der Vermieter viele Unsicherheiten gibt: werden die Geflüchteten mit meinem Wohnraum ordentlich umgehen? Haben sie dasselbe Verständnis von Ordnung, Sauberkeit und Instandhaltung wie ich? Was ist mit der sprachlichen Barriere? Dagegen unternehmen wir etwas –  mit Hilfe unserer Mieterqualifizierung und solchen Sprachkursen machen wir unsere neuen Mitmenschen auch fit für den Wohnungsmarkt.“ 

pp/Agentur ProfiPress

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