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Landwirtschaft: War früher alles besser?

Vortrag im Tuchmuseum befasst sich mit dem Wandel in der Landwirtschaft und der Nahrung

Euskirchen-Kuchenheim – Reichlich Diskussionsstoff bietet das Thema, das sich das Ehepaar Dr. Maria-Regina Neft und Paul Georg Neft für die nächste Veranstaltung des Vereins der Freunde und Förderer des LVR-Industriemuseums Euskirchen vorgenommen hat: „War die Nahrung früher gesünder als heute?“ fragen sie am Donnerstag, 19. Oktober, um 19 Uhr, im Vortragsraum des Museums in Kuchenheim.

Die Antworten liefern die beiden Referenten abwechselnd und auf ganz unterschiedliche Weise. Während die Literaturwissenschaftlerin Dr. Maria-Regina Neft einen literarischen Streifzug durch die Geschichte der Nahrungsmittel und Nahrungsversorgung unternimmt, steuert der Biologe und ehemalige Leiter des St.-Michael-Gymnasiums Bad Münstereifel, Paul Georg Neft, die wissenschaftlichen Fakten bei.

Um das Vertrauen der Verbraucher in die Landwirtschaft ist es nicht zum Besten bestellt, die Kritik an den Bauern ist groß. „Heute ist die Ansicht weitverbreitet, dass früher alles besser war. Doch man muss unterscheiden zwischen dem, was produziert wird und dem, was daraus gemacht wird“, betont Paul Georg Neft. Er ist überzeugt: „Landwirtschaftliche Produkte waren noch nie so gut wie heute.“

Auf Einladung des Vereins der Freunde und Förderer des LVR-Industriemuseums Euskirchen halten Dr. Maria-Regina Neft und Paul Georg Neft einen Vortrag zum Thema „War die Nahrung früher gesünder als heute?“ Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

Auch den häufig geäußerten Vorwurf, dass Bauern zu viel Chemie auf den Äckern einsetzen, hält er für ungerechtfertigt. „Landwirte sind heute Laborexperten. Im Gegensatz zu früher wird schon aus Kostengründen mit dem minimal Möglichen gearbeitet“, sagt Neft und zitiert Carl H. Strauch, Chemiker der Max-Planck-Gesellschaft: „Früher starben die Menschen mit 35 Jahren, heute schimpfen sie bis 95 auf ‚die Chemie‘.“ Aus seiner Sicht müssten sich Verbraucher viel mehr Gedanken über Farb- und andere Zusatzstoffe in der Nahrung machen, wenn sie sich um ihre Gesundheit sorgen.

In der Literatur, so Maria-Regina Neft, findet sich vor allem im 19. Jahrhundert eine romantische Verklärung des Landlebens. Dass in der Realität die Bauern ein hartes und entbehrungsreiches Leben führten, Ernteausfälle, Hungersnöte und durch Mutterkorn verunreinigtes Getreide für viele Menschen den Tod bedeuteten, schlug sich in Texten und Gemälden wenig nieder. „Aber es gab auch Schriftsteller, die das anders schilderten“, sagt sie und verweist auf Clara Viebig, eine Autorin, die ihr besonders am Herzen liegt und deren Erzählungen aus der Eifel vom harten Leben im „Preußisch Sibirien“ handeln.

Mit reichlich Bildmaterial werden die Nefts ihren Vortrag untermalen. Sie wünschen sich, mit Sachlichkeit zur einer Debatte beizutragen, die oft mit Halbwissen und sehr emotional geführt wird.

Ein Aspekt aber soll außen vor bleiben. „Zu Tierhaltung und Fleisch sagen wir nichts. Fleisch, das nur ein paar Euro pro Kilo kostet, ist schlecht und wird schlecht produziert. Es gibt gute Tierhaltung auf konventionelle Weise und schlecht gehaltene Bio-Tiere“, sagt Paul Georg Neft.

Der Eintritt zum Vortrag ist frei, Spenden zugunsten des Fördervereins sind willkommen.

pp/Agentur ProfiPress

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