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Kreisweit ein Versorger?

„Hochwald“-Wasserbedarf legte Engpässe wegen einer zu großen Vielzahl von Wasserversorgungsverbänden offen – Mechernich regt aus Anlass der geplanten Fusion von Stromversorger „ene“ und Allrounder „e-regio“ eine Zusammenlegung der Strom-, Gas- und Wasserversorgung an – Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick im Interview der Kölner Tageszeitungen: „Die Zeit für kleinkariertes Denken ist vorbei!“ – Ein Pressespiegel aus Berichten in den letzten Januarausgaben von „Kölner Stadt-Anzeiger“ und „Kölnischer Rundschau“  

Mechernich – „Aus Mechernich kommen interessante Signale: Die Stadt schlägt vor, bei der Wasserversorgung zu fusionieren. Sie kann sich auch vorstellen, in den Bereichen Energie eventuell sogar Abwasser mit anderen zu kooperieren“, schreiben in der letzten Januarausgabe die beiden im Kreis Euskirchen erscheinenden Tageszeitungen.

Der Redakteur Klaus Pesch erinnert an die Gründung einer eigenen Energieversorgungs-Gesellschaft der Stadt Mechernich im Jahr 2014 gemeinsam mit den Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerken (RWE). Dabei habe es vorher noch so ausgesehen, als wolle sich die Stadt am Bleiberg ebenso wie andere Altkreis-Schleidener Kommunen an der Energie Rur-Erft GmbH & Co. KG. (ere) beteiligen.

Der geplante Bau der Großmolkerei „Hochwald“ in Mechernich-Obergartzem brachte Engpässe in der Wasserversorgung ans Tageslicht. Jetzt geht vom Mechernicher Rathaus eine Initiative aus, die Ver- und möglicherweise auch die Entsorgung kreisweit in einer einzigen Gesellschaft zu bündeln. Auf Mechernicher Boden sind nach derzeitigem Stand fünf verschiedene Wasserversorger tätig. Computeranimation: Hochwald/pp/Agentur ProfiPress

Doch Mechernich zweifelte seinerzeit die eigene Bewertung des Unternehmens an, die maßgeblich für die Höhe der kommunalen Anteile war und blieb zunächst außen vor. Heute gehört diese Gesellschaft den Städten Bad Münstereifel, Schleiden und Heimbach und den Gemeinden Hellenthal, Kall, Blankenheim und Dahlem sowie einem kleinen Anteil von 1,2 Prozent auch der Stadt Mechernich.

Die „Kölnische Rundschau“ schreibt: „Nach dem Motto »Sag niemals nie!« ist man in Mechernich angesichts der anstehenden Fusion der »ene« mit der »e-regio« bereit, noch einmal neu zu planen.“ Seinerzeit, sagte Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick, im Interview mit der Rheinischen Redaktionsgemeinschaft, habe man sich gar nicht vorstellen können, dass diese beiden Unternehmen jemals fusionieren würden.

Wunsch ist Vollsortiment-Belieferer

Sein Stellvertreter als Verwaltungschef am Bleiberg, Erster Beigeordneter Thomas Hambach, erinnerte im Interview mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ daran, dass Mechernich bereits bei den damaligen Verhandlungen eine Öffnungsklausel für andere Ver- und Entsorgungsfelder gefordert hatte als „nur“ Strom.

Durch die nunmehr geplante Fusion der „ene“ mit der „e-regio“ komme wieder Schwung in die damalige Debatte. Denn „e-regio“ sei ein Unternehmen, das neben Strom auch Wasser und Gas im Angebot habe, so Hambach. Bürgermeister Dr. Schick: „Ein Versorgungs-Vollsortimenter war immer unser Wunsch.“ Und der fusioniere nun in Gestalt der „e-regio“ mit dem Stromversorger „ene“.

Der Wunsch nach einer komplexen Ver- und Entsorgungssituation in der Stadt Mechernich und im ganzen Euskirchener Kreisgebiet wird im Rathaus an der Mechernicher Bergstraße durch die geplante Ansiedlung der Großmolkerei „Hochwald“ im zur Stadt gehörenden Gewerbegebiet „Obergartzem III“ befeuert.

Im Innern eines der Hochbehälter der Mechernicher Stadtwerke anlässlich der Wasserschau 2018. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Klaus Pesch schreibt in „Rundschau“ und „Stadt-Anzeiger“: „Dass die Hochwald Foods GmbH im Frühjahr eine große Milchfabrik mit bis zu 300 Arbeitsplätzen im Gewerbegebiet Obergartzem III bauen will, hat der Verwaltung neben Jubel über die Rieseninvestition auch Kritik beschert. Denn sie musste plötzlich zur Kenntnis nehmen, dass man ein Wasserproblem haben könnte.“

Hochwald, so wird Beigeordneter Thomas Hambach zitiert, benötige für den geplanten Betrieb pro Jahr rund 800 000 Kubikmeter Wasser. In Gesprächen über weitere Entwicklungen und Ausbaustufen sei dieser Wert sogar auf den Bedarf von bis zu 1,2 Millionen Kubikmeter angehoben worden. Das Unternehmen benötigt diese Wassermengen, um seine Leitungen zu spülen.

Für die Versorgung des Standorts wäre eigentlich das Verbandwasserwerk Euskirchen zuständig, dessen Aufsichtsratsvorsitzender Mechernichs Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick ist. „Wir von der Stadtverwaltung dachten anfangs noch, kein Problem, das kriegen wir hin.“ Doch Geschäftsführer Oliver Müller habe abgewunken: Das Verbandswasserwerk alleine sei nicht dazu in der Lage, diese Wassermenge nach Obergartzem III zu liefern.

Und das habe einen sehr speziellen Grund: Der Brunnen Oberelvenich (Stadt Zülpich), der größte des Verbandswasserwerks, aus dem die Milchfabrik beliefert werden sollte, hat laut Dr. Schick eine verdeckte Nitrat-Problematik.

Olefverband und Verbandswasserwerk außerstande

Dort gebe es im Boden einen Eisenpuffer, der Pyrit bilde, welches Nitrat binde. Derzeit rätselten Experten, wann dieser Puffer aufgebraucht sei: „Dann schießt nämlich das Nitrat durch, und dann haben wir ein Problem. Diesen chemischen Zusammenhang hat man erst in den letzten Jahren erkannt.“

Geschäftsführer Müller habe ihm nachvollziehbar dargestellt, wenn alle Wasserreserven zu Hochwald geschickt würden, müssten gegen die Fließrichtung große Leitungen gebaut werden. „Sollte das Pyrit verbraucht sein, können wir unsere Bevölkerung nicht mehr mit sauberem Wasser versorgen“, erläutert Schick.

Da wurde Schick nach eigenen Angaben nervös, so „Rundschau“ und „Stadt-Anzeiger“. Er sagte im Interview: „Ich habe gesagt, Herr Müller, wenn die Hochwald-Ansiedlung am Verbandswasserwerk scheitert, dann rappelt es ganz gewaltig. So eine Chance bekommen wir sehr selten.“ Doch Schick hatte keine Chance: Der Geschäftsführer habe den Gremien vorgeschlagen, auf die Versorgung der Hochwald-Fabrik zu verzichten. Das sei so mitgetragen worden.

Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick (von vorne) und sein Erster Beigeordneter Thomas Hambach machen jetzt über die Medien Druck für eine Fusion von Strom-, Wasser- und Gasversorgern im Stadtgebiet Mechernich und im ganzen Kreis Euskirchen. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Auch der Wasserverband Oleftal winkte schnell ab: Man habe sich dort vertraglich verpflichtet, eine Million Kubikmeter jährlich in Richtung Trier zu liefern. Es gebe keine Kapazitäten für eine neue Leitung über die Wallenthaler Höhe bis Obergartzem, durch die das weiche Olefwasser mit natürlichem Gefälle zu „Hochwald“ hätte laufen können.

Klaus Pesch: „Das könne es aber doch letztlich nicht sein, ärgert sich Schick. Die potenziellen Arbeitsplätze der Region lägen nun mal nicht in Trier, sondern im Kreis Euskirchen.“ Und davon profitiere man auch in Hellenthal, wo der Olefverband seinen Sitz hat.

Mehr Glück hatten die Mechernicher schließlich beim Wasserversorgungsverband Euskirchen-Swisttal, dem größten Wasserversorger im Kreisgebiet. „Man hat dort sehr professionell und schnell auf unsere Anfrage reagiert“, lobt Dr. Schick in den letzten Januarausgaben der Kölner Tageszeitungen und betont, dass die „e-regio“ auch die Geschäftsführung in diesem Wasserversorgungsverband ausübe.

Bald fünf Wasserwerke in Mechernich tätig

 „Die Probleme bei der Wasserversorgung haben Schick nachdenklich gemacht“, resümiert der Artikel über neue Wege in der Ver- und Entsorgung in der Stadt und im Kreisgebiet. Der Bürgermeister von Mechernich erklärt in dem Bericht: „Über unser Stadtgebiet spannt sich ein Netz von vielen kleineren Versorgungsunternehmen, das auf längst vergangenen kommunalen Grenzen beruht.“

So seien im Stadtgebiet bald fünf Wasserversorger tätig: das Verbandswasserwerk Euskirchen, der Wasserbeschaffungsverband Hermesberg, der Wasserverband Oleftal und die Mechernicher Stadtwerke schon heute – und bei Inbetriebnahme der „Hochwald“-Molkerei eben auch das Wasserversorgungsverband Euskirchen-Swisttal.

Wasserhahn im XXL-Format: Mit beiden Händen musste Dominic Michels von den Stadtwerken bei diesem Fototermin vor Jahren den Zulauf im Hochbehälter in Mechernich bedienen. Heute ein Symbolbild für die gescheiterte Wasserversorgung der künftigen Obergartzemer „Hochwald“-Molkerei durch Olefverband und Verbandswaasserwerk Euskirchen. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

Früher habe man einfach den Wasserpreis erhöht, wenn die Kosten gestiegen seien, sagt Schick. Doch das könne nicht beliebig fortgesetzt werden, weil Wasser zur Daseinsvorsorge gehöre: „So liegt Optimierungspotenzial brach, zumal jeder noch so kleine Verband seine eigene Geschäftsführung und seine politischen Gremien hat.“

Der Bürgermeister von Mechernich plädiert dafür, 2020, wenn die Fusion zwischen „e-regio“ und „ene“ unter Dach und Fach sei, erneut über weitere kommunale Betriebsintegrationen der Ver- und Entsorgung nachzudenken. Dr. Schicks Vision: Alle Versorger sollten sich mit den kommunalen Vertretern zusammensetzen, um die Herausforderungen der Zukunft anzugehen. Kleinkariertes Denken müsse überwunden werden.

pp/Agentur ProfiPress

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