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Kompromiss im „Kamellenkrieg“

Hochwertiges Wurfmaterial statt konventionelle Lutschbonbons im Papierchen – Ortsvorsteher Rolf Jaeck und Schulleiterin Maria Cloot-Schmich übten den Schulterschluss

Mechernich-Kommern – Quarkbällchen statt Kamellen, übergeben statt werfen, miteinander statt gegeneinander: Der Kommerner Kamellenknatsch wurde mit einem Kompromiss beigelegt, der auf diesen drei Säulen ruht.

Schulleiterin Maria Cloot-Schmich und Ortsvorsteher Rolf Jaeck verkündeten ihn in einer Pressekonferenz. Man werde eine Spaltung zwischen Schule und Ort Kommern nicht dulden, wie sie in den so genannten „sozialen“ Medien in den vergangenen Wochen angezettelt worden war.

Tolle Kostüme, witzige Ideen und vor allem eine unbeschwerte schöne Atmosphäre kennzeichneten den Kommerner Kinderzug bisher. Jetzt tobte kurzzeitig in sogenannten „sozialen“ Medien eine Art „Kamellenkrieg“. Es wurde mit Beleidigungen und Drohungen operiert – Verantwortliche fragten sich besorgt, ob man nun Polizeischutz anfordern müsse. Nach dem Sieg der Vernunft am Verhandlungstisch rufen Unerbittliche im Internet zum Boykott des Kinderspaßes auf … Archivfoto: pd/pp/Agentur ProfiPress

Auslöser der zum „Kamellenkrieg“ aufgebauschten Meinungsverschiedenheit war ein Beschluss der Lehrerkonferenz, beim Kinderzug 2020 an Weiberfastnacht aus Umweltschutzgründen keine Kamellen zu schmeißen. Das Motto solle lauten: „Mir könne och schunkele on laache, ohne Kamelle ze schmieße on Möll ze maache“.  Verehrer von Brauchtum und Tradition empörten sich. Die Stadtverwaltung Mechernich wurde als Schlichterin angerufen, hielt sich aber wohlweislich raus.

Sieg der Vernunft

Der jetzt gefundene Kompromiss wurde von dem Redakteur Manfred Metz in beiden in Mechernich erscheinenden Tageszeitungen ausdrücklich gelobt. Er schreibt: „Menschen, die miteinander reden, kann geholfen werden. Dies hat der erzielte Konsens … wieder einmal gezeigt.“ Niemand habe sein Gesicht verloren – und dennoch sei eine vernünftige Lösung gefunden worden.

Berliner, Mutzen, Quarkbällchen und Obst sollen alte Kamellen vergessen lassen. Metz: „Die Devise lautet Klasse statt Masse!“ „Kölner Stadt-Anzeiger“ und „Kölnische Rundschau“ kritisieren ihrerseits „Anfeindungen, Beleidigungen oder gar Bedrohungen in den vermeintlich Sozialen Netzwerken“, die die angeblich so friedliche Angelegenheit Fastelovend in Kommern hervorgebracht hatte.

Hochwertiges hat Tradition

Der unbedarfte Beobachter fragt sich am Ende: „Was sollte die ganze Aufregung eigentlich?“ Hochwertiges Wurfmaterial wie Bälle, Chips und Gebäck gab es auch früher schon im Kommerner Kinderzug – und in den meisten anderen Mechernicher Karnevalszügen werden überdies auch schon seit 20 und mehr Jahren durch die Bank hochwertige Gaben und Geschenke unters närrische Volk gebracht: Orangen, Gummibärchen, ganze Tafeln Schokolade.

Auch in der Vergangenheit brachten die Kommerner „Pänz“ höherwertige Gaben als nur alte Kamelle unters närrische Volk am Rand des Kinderzugs an Weiberfastnacht. Archivfoto: pd/pp/Agentur ProfiPress

Es bleibt also unter dem Strich so gut wie Alles beim Alten. Nur, dass sich bis dahin manche bis an den Rand der Selbstverzerrung echauffiert haben. Manfred Metz und Tom Steinicke schreiben in ihrem ganzseitigen Bericht zur Bonbon-Affäre von einem „Happy End“.

Auf den Kompromiss hätten sich Kommerns Ortsvorsteher Rolf Jaeck, Schulleiterin Maria Cloot-Schmich, die kommissarische Konrektorin Tanja Feuser, Lehrer und Zugleiter Frank Drehsen, die Schulpflegschafts-Vorsitzende Nicole Kleinfeldt und Nicole Reipen von der Karnevalsgesellschaft „Greesberger“ in einem längeren Gespräch am Montag verständigt.

Beim Wurfmaterial will die Schule Wert auf fair gehandelte Produkte legen, etwa Samentütchen mit Sonnenblumenkernen oder andere naturnahe Produkte. „Wir werden auch örtliche Bäckereien einbeziehen“, kündigte Cloot-Schmich den Medien an und Berliner, Mutzen und Quarkbällchen einkaufen. Zudem solle Obst verteilt werden.

pp/Agentur ProfiPress

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