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Kommerner Kinderzug ohne Kamelle?

Lehrerkonferenz hat Entscheidung aus Umweltschutzgründen getroffen – Heftige Diskussion in den Sozialen Netzwerken

Mechernich-Kommern – Die Nachricht ging kurz vor Weihnachten raus: Der Kommerner Kinderzoch soll 2020 ohne Kamelle stattfinden, schreibt die Schulleiterin im Elternbrief.

Journalist Manfred Metz berichtet in der Kölnischen Rundschau/Kölner Stadtanzeiger: „Mehrheitlich hat die Lehrerkonferenz der Katholischen Grundschule beschlossen: Der von ihr alljährlich veranstaltete jecke Lindwurm mit mehreren Hundert Kindern soll 2020 komplett auf Wurfmaterial verzichten.“ Das entsprechende Motto stehe auch schon: „Me könne och schunkele on laache, ohne Kamelle ze schmieße on Möll ze maache“.

Kamelle schmeißen gehörte bisher immer zum Kommerner Kinderzoch für die Pänz dazu – um die Umwelt zu schonen, so der Beschluss der Lehrerkonferenz, soll der Lindwurm 2020 ohne Wurfmaterial durch die Gassen von Kommern ziehen. Foto: Paul Düster/Archiv/pp/Agentur ProfiPress

„Klingt gut, kommt aber nicht überall an“, schreibt Metz. In den Sozialen Netzwerken gehe es rund. Von „Humbug“, „Bescheuert“ und „armen Kindern“, denen die Freude am Karneval genommen werde, sei da die Rede.

Warum aber diese Entscheidung des Kollegiums?, fragt Metz. Schulleiterin Maria Cloot-Schmich erläutert ihm: „Auch wir als Schule wollen zum Wohl der Kinder etwas für den Klima- und Umweltschutz tun. Es geht dabei nicht um Fridays for Future oder Greta.“ Als der Vorschlag aus dem Kollegium gekommen sei, habe man darüber diskutiert und abgestimmt – weil man als Schule ein Zeichen setzen wolle.

„Beim Abschiedszug für meinen Vorgänger Willy Gemünd hatten wir auch kein Wurfmaterial. Trotzdem hat es allen Spaß gemacht“, so die Rektorin weiter: „Man kann ja auch Silvester feiern, ohne Böller abzuschießen.“

Er ist der Urvater: Willy Gemünd hatte den über die Region bekannten Kommerner Kinderzoch ins Leben gerufen. Foto: Paul Düster/Archiv/pp/Agentur ProfiPress

Enttäuscht zeigt sich Cloot-Schmich über manche Reaktionen, insbesondere in den Sozialen Netzwerken, so Metz. Er zitiert die Schulleiterin: „Die Leute kommen doch nicht wegen des Wurfmaterials, sondern wegen des Gemeinschaftsgefühls. Es geht doch um die Zukunft der Kinder. Es muss auch ein Umdenken im Kleinen möglich sein.“

Für einen Affront hält Cloot-Schmich demnach die Aussage, man könne den Kinderzug dann ja ganz abschaffen: „Lehrer und Kinder stecken sehr viel Arbeit und Herzblut in die Vorbereitung, zum Beispiel dem Auswählen und Anfertigen der Kostüme.“ Die Schule gestalte den Zug und stelle deshalb auch die Regeln auf. Schließlich gebe es noch den Rosenmontagszug der Karnevalsgesellschaft, in dem Kamelle und andere Sachen geworfen würden, so die Schulleiterin. Am 29. Februar habe die Schule einen Umwelttag, wo die Schüler helfen, Kommern aufzuräumen. Da vertrage es sich nicht, gut eine Woche vorher selber Müll zu produzieren.

Das närrische Treiben an Weiberfastnacht in Kommern zog immer viele Besucher an. Foto: Paul Düster/Archiv/pp/Agentur ProfiPress

2002 hatte der damalige Schulleiter Willy Gemünd, den Kinderzug ins Leben gerufen. Was sagt er zu dem Knatsch? „Da halte ich mich raus. Es ist mein Kind gewesen und ich habe es gerne gemacht. Ob das jetzige Vorhaben der Schule glücklich ist, weiß ich nicht. Aber den Beschluss der Lehrerkonferenz muss man akzeptieren. Außerdem ist der Zug eine Veranstaltung der Schule“, so Gemünd.

Die Elternvertreter, die in der Schulpflegschaft sitzen, seien von der Entscheidung des Kollegiums überrascht worden, teilte die Vorsitzende Nicole Kleinfeldt gegenüber dem Journalisten mit: „Wir sind vor vollendete Tatsachen gestellt worden.“ Sie selbst stehe irgendwie dazwischen, so Kleinfeldt: „Es ist immer gut, ein Zeichen zu setzen. Es ist ja auch nicht gesagt, dass in den kommenden Jahren beim Kinderzug weiterhin auf Wurfmaterial verzichtet wird.“

„Mir geht es um das Wohl der Kinder“, erklärte Ortsvorsteher Rolf Jaeck gegenüber Metz, der auch schreibt, dass der Kommerner Kegelklub „Söhne Kommerns“ eine Unterschriftenaktion zugunsten des Kamellewerfens initiiert habe. Bis Mittwochmittag (1. Januar) hatten sich der Petition „Kamelle für Kommerns Pänz“ 1386 Leute angeschlossen.

Außerdem wurde eine Spendenaktion von Bürgern ins Leben gerufen, um den Kommerner Kinderzug mit Kamelle ausstatten zu können.

pp/Agentur ProfiPress

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