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Klinik erklärte Keimen den Krieg

Bereits große Erfolge in der MRSA-Bekämpfung am Kreiskrankenhaus Mechernich erzielt – Eine einzige Infektion 2017 – Insgesamt Fallzahl unter Bundesdurchschnitt – Pressekonferenz in Mechernich

Mechernich – „Über Geschmack lässt sich streiten, über Hygiene nicht“, sagte Manfred Hermann, Geschäftsführer der Kreiskrankenhaus Mechernich GmbH, bei einer Pressekonferenz Ende Oktober. Es ging um das Thema Hygiene und Infektionsgefahr im Krankenhaus.

Sie informierten über die vielfältigen Hygienemaßnahmen des Kreiskrankenhauses Mechernich (von links): Manfred Hermann, Markus Thur, Tobias Werth, Sabrina Bredel und Claus Dümmer. Foto: Michael Nielen/Wochenspiegel/pp/Agentur ProfiPress

Die Sorge der Menschen, sich im Krankenhaus mit einem multiresistenten Keim zu infizieren, sei groß. „Wir unternehmen schon seit geraumer Zeit große Anstrengungen, die Verbreitung des multiresistenten Bakteriums MRSA, das schwer zu therapieren ist, effektiv einzudämmen“, so Hermann. Offenbar brächten die Hygienemaßnahmen auch den erhofften Effekt. 2017 habe es nur eine einzige MRSA-Infektion gegeben. Das sei unter Bundesdurchschnitt.

Screening stellt MRSA-Träger fest

Wie die Maßnahmen am Kreiskrankenhaus Mechernich genau aussehen, erläuterten die beiden Hygienefachkräfte Sabrina Bredel und Claus Dümmer sowie der Pflegedienstleiter Markus Thur dem „Wochenspiegel“-Redakteur Michael Nielen, der die Pressekonferenz auch für die Mechernicher Agentur „ProfiPress“ und den städtischen „Bürgerbrief“ besuchte.

Ein Kernstück bei diesen Maßnahmen sei das Screening der Patienten. Michael Nielen: „Nahezu jeder Patient, der ins Krankenhaus kommt, wird daraufhin untersucht, ob er Träger des MRSA-Bakteriums ist. Wird der sogenannte Krankenhauskeim festgestellt, dann werden diese Menschen zum Schutz der übrigen Patienten im Krankenhaus separat untergebracht, um eine Ausbreitung zu verhindern.

„Diese Untersuchungen führen wir bereits seit 2012 durch“, sagte Claus Dümmer. Alleine im vergangenen Jahr seien rund 16.000 Personen am Kreiskrankenhaus Mechernich einem solchen Screening unterzogen worden.

Ein Blick in die Zentralsterilisation. Sie verfügt über zwei separate Aufzüge. Über den einen Aufzug gelangen die möglicherweise kontaminierten Gegenstände in die Sterilisation, über den anderen die keimfreien Sachen in den OP-Bereich. „Sauber“ und „schmutzig“ kommen gar nicht in Kontakt.  Foto: Michael Nielen/Wochenspiegel/pp/Agentur ProfiPress

Die Zahl der MRSA-Träger blieb in diesem Zeitraum ungefähr gleich. Waren es 2012 noch 140, sind es jetzt um die 170 Personen. Es ist laut Chefarzt Dr. Michael Gehlen gar nicht ungewöhnlich, Träger des Bakteriums zu sein. Die Quote liege da bei rund 30 Prozent.

Das Bakterium sei an sich nicht aggressiv, werde aber problematisch, wenn es die Hautbarriere durchstoße. Dann könne es Infektionen verursachen. Markus Thur ergänzte: „Bei geplanten Operationen erhalten die Patienten zudem fünf Tage vor der OP ein Hygiene-Set, mit dem die Zahl der Keime auf dem Körper deutlich reduziert wird. Dadurch sinkt natürlich auch die Gefahr einer Infektion.“

Ein wahrer Meilenstein in Sachen Hygiene sei die neue Zentralsterilisation des Kreiskrankenhauses Mechernich, die sich genau unter dem neuem OP-Bereich befindet. Sie verfügt über zwei separate Aufzüge. Über den einen Aufzug gelangen die möglicherweise kontaminierten Gegenstände in die Sterilisation, über den anderen die keimfreien Sachen in den OP-Bereich. „Sauber“ und „schmutzig“ kämen gar nicht in Kontakt.

Wie Manfred Hermann Michael Nielen und anderen Medienvertretern sagte, soll 2019 in Mechernich ein Hygienefacharzt fest angestellt werden – laut Dr. Gehlen ein Glücksfall, da solche Leute sehr gesucht seien.

Wichtige Handhygiene

Nicht nur Patienten, auch die Besucher des Krankenhauses können effektiv mitwirken, die Verbreitung von Keimen einzuschränken. Das beste Mittel ist dabei laut Dr. Gehlen eine effektive und fachgerechte Handhygiene mit Desinfektionsmitteln. Denn die Keime würden durch Kontakt übertragen. Sind die Hände also sauber, dann bleiben es auch angefasste Gegenstände. Tatsächlich setzt sich diese Einsicht immer mehr durch. Der Verbrauch von Desinfektionsmitteln sei jedenfalls stark gestiegen.

pp/Agentur ProfiPress

 

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