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Kletterpark Eschauel „alternativlos“

Gutachter untersuchte mögliche Standorte im Stadtgebiet Nideggen – In der Stadtratsitzung am Dienstag überwogen mehrheitlich touristische Ziele, nicht das pauschale Nein eines Anliegerantrags

Nideggen-Schmidt – „Hop“ oder „Top“ hieß es am Dienstag im Nideggener Stadtrat für den auf der Halbinsel Eschauel am Rursee geplanten Kletterwald. Das auf Anregung des Kreises Düren und der Bezirksregierung Köln beauftragte Gutachten zur Alternativenprüfung kommt zwar zu dem Schluss, dass der Standort Eschauel alternativlos gut ist.

Gleichzeitig hatte aber die Bürgerinitiative (BI) „Rettet den Eschauel“ für die gleiche Stadtratssitzung einen Bürgerantrag eingebracht, die Kletterwaldpläne zumindest an dieser Stelle keinesfalls weiterzuverfolgen. Das Ansinnen der BI, das Verfahren zu beenden, wurde in geheimer Abstimmung mehrheitlich abgelehnt.

Bereits am 18. Juli hatte der städtische Bauausschuss mit deutlicher Mehrheit die Offenlegung zu den Planungen der Grüner Salamander AG beschlossen. Ein erneuter Offenlagebeschluss wurde zum Gegenstand weiterer Beratungen in der Ratssitzung am Dienstag gemacht, weil die Investorin Yasmin Kalmuth-Büyükdere Kompromissen zugestimmt hatte.

Diese Kompromisse sahen die Verringerung einer Abgrenzungsfläche für die Errichtung eines speziellen Kletterparcours für blinde und sehbehinderte Menschen vor. Außerdem die räumliche Reduzierung eines geplanten Einweisungsbereichs mit dazugehöriger Basisstation um einige Quadratmeter. Dort soll ein Londoner Doppeldeckerbus als „Empfangsgebäude“ und Basisstation aufgestellt werden.

Mit diesem Banner wird in der Stadt Nideggen für die Errichtung eines Kletterwaldes auf der Rursee-Halbinsel Eschauel bei Schmidt geworben. Foto: Initiativkreis „ PRO Kletterwald“.

Zu diesem Kompromiss kam es in der Ratssitzung am Dienstag aber nicht, weil die Unionsfraktion eine Raumplanung zur Debatte stellte, die die Kletterwaldplanungen im bisherigen Umfang reduziert. Und zwar „drastisch“, wie der Investor signalisierte: Die seit zwei Jahren in der Planung dargestellte Fläche für die Zentrale des Kletterwaldes werde nicht nur teilweise, sondern komplett gestrichen.

Die Investorin erklärte der Presse, dass sie ihre Pläne für den Kletterwald gleichwohl weiterverfolgen wolle. Jetzt müsse mit Fachleuten geprüft werden, ob die übrig bleibenden Areale auf der Halbinsel Eschauel ausreichend und geeignet sind, um einen Kletterwald touristisch und wirtschaftlich sinnvoll zu betreiben. Tatsache sei, so Yasmin Kalmuth-Büyükdere, dass der Stadtrat diese Fläche aus der Planung genommen habe, ohne vorher das Gespräch mit ihr und/oder den Planungsbüros zu suchen.

Stattdessen solle der „Londonbus“ nach den Reduzierungsplänen nun auf dem für die Pkw-Parkplätze vorgesehen derzeitigen Holzablageplatz eingerichtet werden. „Die Dinge werden für die geplante Investition unter diesen Voraussetzungen nicht einfacher“, so Yasmin Kalmuth-Büyükdere: „Dennoch werde ich den Kopf nicht in den Sand stecken, sondern dieses für die Stadt Nideggen und das ganze Rurseen-Gebiet hervorragende touristische, gesellschaftliche und soziale Vorhaben weiterverfolgen.“

Schon in den kommenden Wochen will die Investorin modifizierte Pläne vorlegen und damit erneut an die Genehmigungsgremien der Stadt Nideggen herantreten.

„Nicht grundsätzlich dagegen“

„Man sei nicht grundsätzlich gegen einen Kletterwald in Schmidt“, hatte die Bürgerinitiative in Ihrem Bürgerantrag geschrieben. Aber die möglichen Alternativstandorte, Sportplatz Schmidt, Landschulheim/ Jugendstätte Rursee, „Schöne Aussicht“, Wildpark und Jugendherberge, wurden von dem durch die Stadt Nideggen beauftragten Büro für Ökologie und Landschaftsplanung, Hartmut Fehr (Stolberg) für ungeeignet gehalten.

Die Investorin Yasmin Kalmuth-Büyükdere von der „Grüner Salamander AG“ will trotz reduzierter Planungsflächen „den Kopf nicht in den Sand stecken“ und entsprechende neue Pläne vorlegen. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Wörtlich heißt das Fazit des bei der Untersuchung zur Ratssitzung auf der städtischen Website veröffentlichten Gutachtens: „Die vorrangig zu prüfenden Kriterien wurden vorab mit der Bezirksregierung und dem Kreis Düren abgestimmt. Wichtig sind vor allem die Darstellungen des Regionalplanes (insbesondere für den Schutz der Natur), die Verbindung zu den bestehenden Sondergebieten und die touristische Infrastruktur. Darüber hinaus wurden auch wirtschaftliche Gesichtspunkte in der Prüfung berücksichtigt.“

Auch für „ Pänz“ und blinde Menschen

Vor allem Kinder, Jugendliche und Behinderte sollen in dem Kletterpark ihre Freizeit verbringen können. Ein eigener Parcours für blinde Mitmenschen sei auf der jetzt herausgenommenen Fläche vorgesehen gewesen, so die Investorin. Dieser Klientel wird im Kreis Düren seit jeher besonders große Aufmerksam geschenkt.

Die Investorin würde sich wünschen, dass die Gegner des Projekts, so wörtlich, „die Kirche St. Mokka im Dorf lassen“. Yasmin Kalmuth-Büyükdere: „Wir planen doch kein Pumpspeicherkraftwerk geschweige denn Schlimmeres, sondern ein absolut umwelt- und menschenfreundliches Outdoor-Freizeitprojekt, an dem alle ihre Freude haben sollen.“

Von dem Projekt gingen keine umweltschädlichen Immissionen aus, wie vorherige Gutachten bereits belegt hätten. „Ein Nein nach dem Sankt-Florianprinzip, also überall hin, nur nicht vor die eigene Haustüre beziehungsweise vor dem eigenen Bootsanlegesteg oder Freizeitplatz ist unsozial und einer um Bürger- und Behindertenfreundlichkeit bemühten Kommune wie Nideggen unwürdig“, so Peter Becker vom Initiativkreis „ PRO Kletterwald“.

Anja Haupt, die Sprecherin dieses Initiativkreises, ergänzt: „Wir möchten dem Projekt im Interesse der Kinder, des Tourismus und der Wirtschaft der Region zum Erfolg verhelfen. Innerhalb weniger Tage haben wir 1700 Unterschriften von Nideggener Bürgerinnen und Bürgern für den Kletterwald gesammelt. Der Wille der Nideggener ist eindeutig.“

pp/Agentur ProfiPress

 

 

 

 

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