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Kleines Tagebuch vs. großen Diktator

Marianne Blum und Guido Rohm lassen Annes Tagebuch und Hitlers „Mein Kampf“ in einer scharf geschnittenen Lesung aufeinanderprallen – Lit.Eifel-Lesung am Samstag, 6. Oktober, ab 19.30 Uhr, Naturzentrum Eifel, Urftstraße 2-4, 53947 Nettersheim

Nettersheim – Einfühlsam haucht die Sängerin und Kabarettistin Marianne Blum der 13-jährigen Anne Frank Leben ein. Mit verzerrten Gesichtszügen und donnernder Stimme schlüpft Schriftsteller Guido Rohm in die Rolle des Führers. In der Lit.Eifel-Lesung „Annes Kampf“ am Samstag, 6. Oktober, ab 19.30 Uhr in Nettersheim, bietet das Duo Blum und Rohm einen Abend, der bei aller Schwere des Sujets nicht nur lehrreich, sondern auch überraschend unterhaltsam ist.

Adolf Hitler wusste von Anne Frank nichts, sie von ihm sehr wohl. Hitlers „Kampf“ ist es, der die Geschichte der Anne Frank bezeugt und beendet. Ende Februar, Anfang März 1945 stirbt Anne Frank im KZ Bergen-Belsen. Geblieben ist ihr Tagebuch, das in einer scharf geschnittenen Lesung auf Hitlers „Mein Kampf“ trifft. Marianne Blum und Guido Rohm lassen die beiden Texte in Auszügen aufeinanderprallen.

Grauen und Hoffnung, Bestie und junges Mädchen. In einer Zeit, in der die Rechten wiedererstarken, zeigen die Kabarettistin und der Schriftsteller den Kampf des kleinen Tagebuchs gegen den großen Diktator auf, um so einmal mehr ein Gespür und Gehör für die Feinheiten von Geschichte zu entwickeln. Denn Geschichte besteht immer aus Geschichten. Und Geschichten bestehen aus Schicksalen.

Einfühlsam haucht die Sängerin und Kabarettistin Marianne Blum der 13-jährigen Anne Frank Leben ein. Mit verzerrten Gesichtszügen und donnernder Stimme schlüpft Schriftsteller Guido Rohm schlüpft in die Rolle des Führers: in der Lit.Eifel-Lesung am Samstag, 6. Oktober im Nettersheimer Naturzentrum, Urftstraße 2-4. Foto: Christian Reinhardt/pp/Agentur ProfiPress

Mit Respekt und Feingefühl nähern Blum und Rohm sich diesen Büchern und präsentieren sie so gekonnt und packend, dass dem Zuschauer die historische Realität lebendig und gleichzeitig klar wird, wie aktuell dieses Thema heute wieder ist.

Die Lesung wird musikalisch durch authentische jiddische Lieder, deutsche Schlager, Gassenhauer und Durchhaltelieder aus der Zeit ergänzt, die von Marianne Blum live gesungen werden.

Robert Gilcher, Stadtteil-Historiker in Frankfurt ist überzeugt: „Neben Stolpersteinen und anderen Erinnerungsorten brauchen wir solche Veranstaltungen, die uns Kraft und Mut geben und die uns Argumente liefern im Engagement gegen Rassismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit.“

Humor, beeindruckende Stimmgewalt, schauspielerische Kompromisslosigkeit und keine Scheu vor Spontaneität – Marianne Blum ist als eine große Entertainerin bekannt. Und niemand experimentiert derzeit in Deutschland so kreativ mit dem Genre Kriminalliteratur wie der Schriftsteller Guido Rohm.

Der Eintritt zur Lesung kostet zwölf, ermäßigt sechs Euro. Weitere Informationen und Vorverkaufsstellen gibt es im Internet unter www.lit-eifel.de.

pp/Agentur ProfiPress

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