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Keine Martinszüge in Kall

Gemeinde sagt mit Blick auf die steigenden Corona-Infektionszahlen alle Umzüge ab – Grundschulen entwickelten Konzepte für Gedenken im Unterricht und zu Hause

Kall – In der Gemeinde Kall wird es dieses Jahr keine Martinszüge geben. „Wir bedauern die Absage der Umzüge sehr und können nachvollziehen, dass die Kinder sehr enttäuscht sind. Aber das aktuelle Infektionsgeschehen mit steigenden Fallzahlen, besonders auch in Nordrhein-Westfalen, lässt das leider nicht zu“, teilt Bürgermeister Hermann-Josef Esser mit.

Dieses Bild wird es dieses Jahr nicht geben: Die Martinszüge im Gemeindegebiet Kall fallen dieses Jahr aus. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Bisher habe man in Kall die Infektionszahlen gering halten können – und das, obwohl es Fälle in einer Grundschule und in einem Kindergarten im Gemeindegebiet gegeben habe. „Das konnten wir aber nur erreichen, weil sich alle Bürger verantwortungsvoll an die Vorschriften gehalten haben“, so Esser weiter. Dies gelte besonders auch für Kinder, die in Kindergarten und Schulen den Umgang mit Alltagsmasken erlernt haben.

Diesen Erfolg wolle man als Gemeinde nicht leichtfertig durch veranstaltete Martinszüge riskieren. Selbst wenn sich alle Teilnehmer an die Sicherheits- und Hygienekonzepte der jeweiligen Veranstalter halten würden, könne ein positiver Corona-Fall eine Infektionskette auslösen. „Bei einem Martinszug kommen Menschen in großer Zahl aus vielen Lebensbereichen zusammen. Da gehen Kindergartenkinder mit Schulkindern und werden von Eltern und Großeltern begleitet“, sagt Harald Heinen, stellvertretender Teamleiter Ordnungswesen bei der Gemeinde.

Während des Martinszuges und auch am Martinsfeuer sei es nur schwer, die Abstände einzuhalten – nahezu unmöglich sei es, die Abstände zu kontrollieren, so Harald Heinen. „Ein Vorbeimarsch am Martinsfeuer ist keine Alternative“, findet Hermann-Josef Esser. Weil im Unterricht derzeit auch nicht gesungen werden dürfe, sei es außerdem nicht möglich, Melodien und Texte der Martinslieder zu üben.

Eine Entscheidung müsse jetzt gefällt werden, weil noch nicht bekannt sei, welche Änderungen die nordrhein-westfälische Corona-Schutzverordnung ab dem 1. November aufweisen wird. „Angesichts der steigenden Fallzahlen ist mit Verschärfungen zu rechnen. Deshalb möchten wir jetzt schon die Martinszüge absagen, denn eine kurzfristige Absage Anfang November, nur wenige Tage vor einem Martinszuge, trifft die Veranstalter mit Sicherheit härter“, so Esser.

Auch die ersten Karnevalsveranstaltungen – auch schon für Freilufttermine im Februar – werden bereits abgesagt. „Würden wir jetzt Martinszüge durchführen, würde das diese vorsichtige Vorgehensweise konterkarieren“, meint Bürgermeister Esser.

Den Grundschulen in Kall und Sistig spricht er seinen Dank aus dafür, dass sie Konzepte für den Unterricht aber für die Umsetzung zu Hause entwickelt haben, damit das Gedenken an den heiligen Martin und dessen Barmherzigkeit hochgehalten wird.

pp/Agentur ProfiPress

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