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Keine Angst vor großen Tieren

Freiwilliges Ökologisches Jahr im LVR-Freilichtmuseum Kommern – Mit der Landwirtschaft auf Du

Mechernich-Kommern. Was tun, wenn man keinen Studien- oder Ausbildungsplatz bekommen hat? Man kann die Hände in den Schoß legen, nach Alternativen suchen – oder was ganz anderes tun: Ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) zum Beispiel. Kristina Moser und Flora von Vucetic haben diesen Schritt gewagt. Seit dem 1. August 2011 machen die beiden ihr FÖJ im LVR-Freilichtmuseum Kommern – und haben bis jetzt keinen Tag bereut.

Nach ihrem Abitur am GAT in Mechernich hatte Kristina Moser (21) sich auf einen Studienplatz für Jura in Köln und Bonn beworben. Doch nichts war frei. Durch eine Bekannte erfuhr Kristina davon, dass das Kommerner Museum auch Plätze für ein FÖJ anbot. Kristina Moser schickte eine Bewerbung – und dann ging alles sehr schnell. Da gerade jemand abgesprungen war, hatte sie freitags das Vorstellungsgespräch bei dem Museumspädagogen Claus Cepok und Landwirtschaftsmeister Gerd Linden – und montags war schon ihr erster Arbeitstag.

Ähnlich erging es Flora von Vucetic (16) aus Rupperath. Nach dem Besuch der Realschule in Bad Münstereifel wollte sie eine Ausbildung zur Tierpflegerin zu machen, fand aber keinen Ausbildungsplatz. Die Zeit überbrückt sie nun mit dem FÖJ.

Seit September 1995 bietet das LVR-Freilichtmuseum Kommern zwei Einsatzstellen für das Freiwillige ökologische Jahr im Bereich der „Historischen Landwirtschaft“. Die Freiwilligen sind eine wertvolle Unterstützung für die Fachkräfte, viele Aktionen sind ohne die Mithilfe der Freiwilligen nicht mehr denkbar.

Für ihre Arbeit müssen Kristina und Flora früh aus den Federn, denn Dienstbeginn ist morgens zwischen 7 und 7.30 Uhr. Feierabend ist um 16 Uhr. Auf 39 Arbeitsstunden pro Woche müssen die beiden FÖJlerinnen kommen. Es gibt im Jahr fünf Pflichtseminare, die je eine Woche dauern und sich mit ökologischen Fachinhalten beschäftigen. Dafür gibt es monatlich 250 Euro.

Vom Freilichtmuseum bekommen die beiden Arbeitskleidung wie Regenkleidung, Gummistiefel, Sicherheitsschuhe und Handschuhe gestellt. Schließlich seien die beiden „sommers wie winters draußen“, wie Gerd Linden bemerkt. Ihre ersten schmerzlichen Erfahrungen haben sie auch bereits hinter sich. „Die Blasen sind wieder weg“, sagt Kristina und hält ihre Hände hin. In Floras rechter Hand dagegen kann man noch sehr deutlich sehen, wo sich eine Blase befunden hat. Wo haben sie sich die Blasen geholt? „Beim Kartoffelausmachen“, tönt es von beiden unisono. Trotzdem empfinden aber beide ihre Arbeit als „sehr abwechlungsreich“.

Kristina beispielsweise kümmert sich um die so genannte Schweinekartei. Das heißt, sie hat den genauen Überblick über das Rückzüchtungsprogramm Deutsches Weideschwein, das im LVR-Freilichtmuseum Kommern verfolgt wird. Die 21-jährige kennt den Stallplan aus dem Effeff, sie weiß, welches Schwein auf welche Wiese geht oder welche Sau geferkelt hat.

Um die Obstbäume kümmert sich dagegen Flora. Nomen est omen, ist man versucht zu sagen. Sie kartiert die auf dem Museumsgelände stehenden Obstbäume. Ob es sich angesichts der pflanzlichen Vielfalt eher um eine „Birne Lukas“ oder um einen „Apfel Ontario“ handelt, wird sie in der nächsten Zeit lernen. Mit dem „Roten Wintertraubenapfel“ hat sie auf jeden Fall schon ihre Erfahrungen gemacht: „Der ist klein, rot, sieht sehr lecker aus, schmeckt aber nicht so.“

„Wir sind sehr zufrieden, die beiden haben sich gut eingelebt“, sagt Gerd Linden (56), der Landwirtschaftsmeister. Fragt man ihn nach den Arbeitsleistungen von Kristina und Flora schwingt Stolz in seiner Stimme mit: „Sie arbeiten selbstständig.“

Claus Cepok, Museumspädagoge am LVR-Freilichtmuseum Kommern, sieht ganz praktische Gründe für ein FÖJ: „Es wird keine Zeit verschenkt, denn das FÖJ wird als Wartezeit angerechnet und die Bewerbungschancen werden größer“. Ein Grund dafür ist das Zertifikat des Freilichtmuseums über das abgeleistete Jahr

Auf jeden Fall scheint das FÖJ die Berufswahl zu beeinflussen. Kristina hat ihre anfänglichen Berufswünsche verworfen und kann sich nun vorstellen, in Bonn Agrarwissenschaften zu studieren. Flora hat dagegen ihren Berufswunsch präzisiert: Nach der Lehre als Tierpflegerin will sie den Falknerschein ablegen.

pp/Agentur ProfiPress 

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