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Keine Angst vor „Eifel-Yetis“

„100-Tage“-Interview mit dem neuen Mechernicher Standortältesten der Bundeswehr, Lars Rauhut (47) – Der Ehemann und vierfache Familienvater stammt aus der Heimat des Götz von Berlichingen, hat das Goethe-Zitat aber am Bleiberg noch nicht gebraucht – Hauptaugenmerk liegt auf der Nachwuchswerbung und guten Arbeitsbedingungen im Depot

Mechernich – „Die Eifeler sind speziell“, hatte man Lars Rauhut (47) vorgewarnt: „Das dauert, bis Du deren Zutrauen gewonnen hast.“ Manche Eifeler nennen sich, um ihre Verschrobenheit anzuzeigen, sogar selbst „Eifel-Yetis“: Das hatte der neue Leiter des Bundeswehrdepot West und Standortälteste der Bundeswehr in Mechernich schon in seinen vorherigen Dienststellen in Köln und Bonn mitbekommen.

Im Materiallager Mechernich wird die kaufmännische Übernahme von luftwaffenspezifischen Material aus der zivilen Industrie mittels Wirtschaftssystem SASPF durchgeführt. Hier bespricht sich Depotkommandeur Lars Rauhut (l.) mit Alfred Georgi, einem nach zwölfjähriger Dienstzeit zuletzt als Oberfeldwebel und seither als Zivilbeschäftigter tätigen Logistiker, der sich um die Übernahme von Ersatzteilen des SAR-Hubschraubers „Seaking“ von der schwedischen Marine in Bundeswehrbestände kümmert. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Die berühmten „100 Tage“ nach Dienstantritt fragte die Redaktion des Mechernicher „Bürgerbriefs“ den Oberstleutnant, Ehemann und vierfachen Familienvater nach seinen nunmehr tatsächlich gemachten Erfahrungen mit der Eifel und den Eifelern – und bekam überraschend positive Auskunft.

Nein, die „Eifel-Yetis“ hätten ihm nichts zuleid getan und es sei auch nicht so schwer und zeitraubend gewesen, ihr Zutrauen und sogar erste Sympathien zu gewinnen, sagt der gebürtige Mosbacher. Das liegt im Odenwald und zwar dort, wo das leibhaftige Vorbild des Goethe-Dramas „Götz von Berlichingen“ einst lebte . . .

80 Prozent aus 25 km Entfernung

Tatsächlich kommen zwischen 70 und 80 Prozent von Lars Rauhuts 538 Beschäftigten im Bundeswehrdepot West aus einem Umkreis von 25 Kilometern um den Mechernicher Bleiberg herum. Dort wohnen überwiegend Eifeler und Voreifeler, die sich in ihrer linksrheinischen Mittelgebirgs- und Niederungsmentalität nicht viel tun. Den berühmten Spruch des Götz aus seiner Heimat hat der Kommandeur gleichwohl noch nicht anwenden müssen . . .

Ganz im Gegenteil: Der neue „Alte“ hat sich viel vorgenommen für die ersten Monate seit Kommandeurswechsel von Christian Reichert auf ihn Ende September: Er wollte jeden einmal kennenlernen von seinen über 500 Leuten, die nicht nur in Mechernich, sondern auch in Diepholz, Straelen, Epe und bis zum Jahreswechsel auch in Königswinter stationiert und in diversen Materiallagern beschäftigt waren, beziehungsweise sind.

Rauhut leitet eines von vier dezentralen Versorgungsdepots der Bundeswehr (Süd, Ost, West und Nord) und ist Leiter des streitkräfteeigenen Versandhauses speziell für den Nachschub der fliegenden Truppe. Vom kleinsten Schräubchen bis zum Hubschraubertriebwerk werden die Dinge in Mechernich und den Schwesterlagern bevorratet, verwaltet und im Bedarfsfall dahin ausgeliefert, wo sie gebraucht werden – auch ins Ausland.

Die militärische Karriere des gebürtigen Mosbachers Lars Rauhut begann 1990 im Süden der Republik. In München schloss er sein Studium der Wirtschafts- und Organisationswissenschaften erfolgreich ab. Es folgten Stationen im heimischen Mosbach, in Potsdam, Erding und München, bevor er in Köln, Erfurt, Koblenz und schließlich als Referent im Bundesverteidigungsministerium zu höheren militärischen Weihen kam. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Speziell die beiden Mali-Einsätze, der Tornado-Aufklärungseinsatz über Syrien und die Air-Police-Patrouillen der Bundesluftwaffe an der Grenze der Nato zu Russland im Baltikum werden über das Depot West in Mechernich abgewickelt.

Als Standortältester repräsentiert Oberstleutnant Lars Rauhut nicht nur „sein“ Depot, sondern auch die anderen militärischen Einheiten am Mechernicher Bleiberg, unter anderem das Kalibrierzentrum der Bundeswehr, die Abgesetzte Fachgruppe Mechernich des Systemzentrums 23, die Bundesfeuerwehrwache, Familienbetreuungs-, Bundeswehrdienstleistungs- und Sanitätsversorgungszentrum, Truppenküche, IT-System- und TDL-Management und ein Waffensystem-Unterstützungsteam für Flugabwehrraketen.

Problemlöser und Meinungsverstärker

Für die ersten Monate, aber auch darüber hinaus hatte und hat Rauhut sich vorgenommen, als „Problemlöser“ und „Meinungsverstärker“ seiner Leute, speziell der Entscheidungsträger untergeordneter Ebenen und der Lagerleiter gegenüber zivilen Handelspartnern und militärischen Stellen zu sein, aber auch Fürsprecher seiner Untergebenen bei den Bundeswehr-Dienstleistungszentren Aachen, Münster und Oldenburg, bei denen seine 400 Tarifbeschäftigten angestellt sind.

Die militärische Karriere des gebürtigen Mosbachers begann 1990 im Süden der Republik. In München schloss er sein Studium der Wirtschafts- und Organisationswissenschaften erfolgreich ab. Es folgten Stationen im heimischen Mosbach, in Potsdam, Erding und München, bevor er in Köln, Erfurt, Koblenz und schließlich in der Bundesstadt Bonn zu höheren Weihen kam.

Ein Teil des Bundeswehrdepots West, das Lars Rauhut seit dem Spätherbst 2017 unter sich hat. Zurzeit laufen dort millionenschwere Neu- und Umbauarbeiten. Luftbild: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Von seinen Depottätigkeiten in Mosbach und Erding aus lernte er auch beizeiten Mechernich kennen, erstmals 1998, als es am Bleiberg noch das Luftwaffen-Versorgungsregiment 8 gab. Seine Versetzung an den Bleiberg nach 27 Jahren als Soldat traf den Ehemann und vierfachen Vater mit Wohnsitz in Niederkassel nicht unvorbereitet.

Auch die Struktur des Depots mit Nachschub für die Strahlflugzeuge in Diepholz und für die Propellerflugzeuge und Hubschrauber in Mechernich kannte der „erfahrene militärische Führer und Logistiker“ bereits, wie Rauhut bei der Kommandoübergabe durch Oberst Uwe Richard Fröhlich genannt wurde.

„Ihre Erfahrungen, die sie zuletzt auf höchster Ebene gesammelt haben, bringen Sie nun in die Depotorganisation ein“, sagte Fröhlich im September beim Amtsantritt Rauhuts und spielte auf dessen vorherige Referententätigkeiten auf der Bonner Hardthöhe an.

Rauhut betrachtet Mechernich aber nicht als Sprungbrett seines militärischen Fortkommens. Er ist ernsthaft am Depot- und Logistikgeschäft interessiert und will es modernisieren und zukunftsfähig machen. Dazu gehören nicht nur Neu- und Umbauten von Depotimmobilien in Millionenhöhe.

36 Azubis und 100 „Berufsschüler“

Rauhut will dem demografischen Wandel und dem Personalmangel in der heftig umworbenen Logistikbranche durch geeignete Maßnahmen begegnen. Dazu gehören nicht nur wettbewerbsfähige Löhne und gute Arbeits- und Sozialbedingungen, sondern auch Nachwuchswerbung und Ausbildung. Zurzeit gibt es in Mechernich zwölf, demnächst sogar 15 Auszubildende zur Fachkraft für Lagerlogistik, also fünf pro Lehrjahr. Das ihm unterstellte Lager Diepholz bildet drei, Straelen vier Auszubildende pro Jahr aus. Insgesamt also 36 im Depot West.

Lars Rauhut (r.) mit Mitarbeitern am Verladekran „Balou“ vor einer der Mechernicher Depotlagerhallen. Hier werden nahezu alle Versorgungsartikel der Streitkräfte auf eindeutige Identifizierungsmerkmale, Kennzeichnung, Menge, Vollständigkeit und ihren allgemeinen Zustand überprüft, da es sonst zu erheblichen Störungen bei der Erfüllung der Anforderungen im Einsatz kommen kann. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Rauhut: „Das bewältigen unsere Meister zurzeit mehr oder weniger nebenbei im laufenden Geschäftsbetrieb.“ Mittelfristig will er daher einen Ausbildungsbeauftragten zusätzlich einstellen, der sich ausschließlich  um die Qualifizierung des Logistiker-Nachwuchses kümmert.

Außerdem gibt es in der Mechernicher Bleibergkaserne regelmäßig um die hundert Teilnehmer von IHK-anerkannten Ausbildungsgängen zur Fachkraft für Spedition und Logistik-Dienstleistungen mit der Möglichkeit der Weiterbildung zum Wirtschaftsfachwirt für länger dienende Unteroffiziere. Diese in der Regel zwölf Jahre dienenden um die Zwanzigjährigen absolvieren Praktika im Depot West, aber auch bei zivilen Speditionen und gehen bei der Bundeswehr in Mechernich in die „Berufsschule“.

Der gebürtige Odenwälder Lars Rauhut (r.) hat schon einen guten Draht zu seinen Eifeler Mitarbeitern in Mechernich gefunden. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Der nun mehr als die berühmten „100 Tage“ im Amt befindliche neue Depotkommandant Oberstleutnant Lars Rauhut will aber nicht nur die Ausbildungsfrequenz erhöhen, sondern auch darüber hinaus attraktive Arbeitsplätze bei der Bundeswehr anbieten.

Dazu gehört ein ausgeprägtes betriebliches Gesundheitsmanagement mit Ernährungsberatung, wirklich umfangreichen und attraktiven Sportmöglichkeiten, Freizeitbeschäftigung und einem harmonischen Ausgleich zwischen Arbeit und Freizeit, der so genannten Work-Live-Balance.

pp/Agentur ProfiPress

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