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Kall ist weltoffen

Katharina Wonnemann von der Akademie Vogelsang ip stellte das Landesprogramm „NRWeltoffen“ im Gemeinderat vor – Verwaltung und Rat sicherten Unterstützung zu

Kall – Schon seit Jahren unterstützt die Gemeinde Kall Initiativen gegen Rassismus und Rechtsradikalismus und sticht mit vorbildlicher Integrationsarbeit heraus: 2012 trat man dem Bündnis gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt bei. Im vergangenen Jahr unterzeichneten die Ratsmitglieder die „Euskirchener Erklärung: Gegen das Vergessen. Für eine offene Gesellschaft.“

Rund ein Jahr später, in seiner jüngsten Sitzung, informierte sich der Rat über das Programm „NRWeltoffen“, kurz für „Nordrhein-Westfalen – Weltoffen und geschlossen gegen Rechtsextremismus und Rassismus“. Bildungsreferentin Katharina Wonnemann, die mit ihrer Kollegin Sabine Weber in der Akademie Vogelsang ip das Projekt betreut, stellte den Ratsmitgliedern das Handlungskonzept vor.

Der Kaller Rat informierte sich in seiner jüngsten Sitzung über das Programm „NRWeltoffen“. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

2017 wurde mit der Entwicklung des Konzepts in Zusammenarbeit mit dem Kreis und der Akademie Vogelsang begonnen. Zunächst wurde die Ausgangslage analysiert im Hinblick auf die Existenz von extremen Rechten vor Ort. Der Kreis Euskirchen, so Wonnemann, sei allerdings kein NRW-weiter Schwerpunkt, es gebe stattdessen eine „Mischszene“ und eher Einzelpersonen und Einzelvorfälle mit rechtem Hintergrund, etwa einer Aufkleberaktion vor Jahren in der Unterführung am Kaller Bahnhof oder Besuche von Rechtsextremen in Vogelsang.

Zur Analyse der Ausgangslage gehörten auch Gespräche mit Migranten inwieweit ihnen schon Rassismus begegnet ist. Studien und die Kriminalitätsstatistik der Kreispolizeibehörde waren ebenfalls Grundlage.

Katharina Wonnemann stellte das Handlungskonzept der Landesregierung „NRWeltoffen“ vor, das im Kreis Euskirchen in Zusammenarbeit mit dem Kobiz und der Akademie Vogelsang ip umgesetzt wird. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Daraus ergaben sich für den Kreis Euskirchen einige Handlungsempfehlungen. So sollen sich Institutionen wie das Kommunale Bildungs- und Integrationszentrum, Ehrenamtler wie die in Kall gegründeten „Omas gegen rechts“, Heimat- und Geschichtsvereine, Jugendorganisationen wie die Jugendfeuerwehren oder sonstige Vereinigungen vernetzen.  

Angeboten werden sollen auch Bildungsprogramme, Argumentationstrainings gegen rechts oder – in Kooperation mit dem Kreissportbund – die Teilnahme an Projekttagen von Sportvereinen. Im Bereich Kunst und Kultur wird die Ausstellung „32 Menschen – Eine Begegnung“ als Wanderausstellung installiert. Und natürlich will sich „NRWeltoffen“ im Kreis Euskirchen auch präsentieren. Merchandising-Material steht schon bereit, eine Internetseite soll noch kommen. Wie Katharina Wonnemann mitteilte, soll der Slogan „Kreis Euskirchen ist weltoffen“ als Marke etabliert werden.

Vor rund einem Jahr unterzeichnete der Gemeinderat die „Euskirchener Erklärung“. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Bei den Kaller Ratsmitgliedern kam die Vorstellung gut an. Bei der Vernetzung möchte man unterstützend helfen. Auch besteht Interesse an dem Angebot eines Workshops für Mandatsträger. Nicht zuletzt wird auch eine breitere Aufklärung erbeten, weil extreme Rechte gerade im Internet mit manipulierten Meinungen Diskussionen in bestimmte Richtungen drängen. Bürgermeister Hermann-Josef Esser sicherte seine Unterstützung zu und bot das Haus der Begegnung als Veranstaltungsort an.

pp/Agentur ProfiPress

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