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Jeder Handgriff muss sitzen

Blick hinter die Kulissen der Ritterspiele auf Burg Satzvey – Erst drei Tage vor Beginn wird gemeinsam geprobt – Ritter der Burg Satzvey bestehen aus rund 35 Leuten

Mechernich-Satzvey – Krachendes Holz, das Getrappel der Pferde, Feuerbälle und Ritter in schimmernder Rüstung: Das Turnier bei den Ritterspielen auf Burg Satzvey ist zentraler Bestandteil einer jeden Show und nimmt beinahe die Hälfte der Zeit ein. Es ist rasante Action, die die Ritter der Burg Satzvey dem Publikum auf den vollen Rängen bieten. Doch davon ist an diesem heißen Spätfrühlingstag kurz vor Pfingsten nichts zu spüren. Stattdessen hört man den Veybach rauschen, eine Libelle lässt sich auf Blüten nieder, die Ränge sind leer, es staubt gewaltig.

Gefahr von oben: Katharina Wetz seilt sich vom Turm ab. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Erst drei Tage vor Beginn der Ritterspiele beginnen die Proben für die Show. Mit Pferden wird erstmals am Donnerstag trainiert – und zwar bis kurz vor Öffnung der Burgtore für das Publikum. „Wir würden gerne länger proben“, gibt Teamleiter Thorsten „Loki“ Loock zu. Aber die meisten Teammitglieder machen die Ritterauftritte nicht hauptberuflich. „Wir haben professionelle Stuntleute, die schon in Filmproduktionen mitgewirkt haben, bis hin zum Dachdecker, der sich für die Ritterspiele vom normalen Job loseist. Hier ist jeder mit Herzblut dabei“, beschreibt und lobt Loock das Team.

Während einer Show dauert das Turnier, das die Ritter „Exerzitien“ nennen, mit der geistlichen Bedeutung aber nichts zu tun hat, rund 35 bis 40 Minuten und nimmt damit etwa die Hälfte der Zeit ein. Doch die Probe dafür dauert über zwei Stunden. Es geht darum, dass jeder Handgriff sitzt und alles nahtlos ineinander übergeht. Auch wenn die Ritter zu Pferd im Mittelpunkt stehen, das Gelingen der Show steht und fällt mit den Helfern. Für die spektakuläre Feuer-Action müssen sie etwa zum richtigen Zeitpunkt Ballons mit Propangas gefüllt oder Stäbe in ein brennbare Flüssigkeit getränkt haben.

Während Rainer Fränzen (M.) und Thorsten Loock sich mit den Schwertern beharken, springt Katharina Wetz Fränzen ins Kreuz. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Aus rund 35 Mann besteht das Team der Ritter der Burg Satzvey. Zählt man die weiteren Kämpfer und die Abordnungen der Ritterstämme mit, die bei den Ritterspielen als Fußvolk bei den Shows mitwirken, sind über 100 Menschen im Einsatz. Dazu gehören zahlreiche Pferde, die auch vor Feuer nicht zurückschrecken dürfen, denn es wird durch eine Feuerwand geritten. „Schweif, Mähne und Hufe werden vorher nass gemacht. Das geht so schnell, die Tiere merken nichts von dem Feuer“, beruhigt Loock. Verantwortlich für das Wohl der Pferde ist Patricia Gräfin Beissel, die bei den Ritterspielen in Satzvey immer ein Heimspiel hat.

Aus sieben Szenen besteht die aktuelle Show „König der Schwerter“. Die Autoren Thorsten Loock und Hagen Haas haben drei Monate daran gefeilt – und ganz viele Anspielungen an Donald Trump und seinen Regierungsstil untergebracht. In einer intensiven Arbeitswoche wird dem Drehbuch der letzte Feinschliff gegeben. Schon allein dramaturgisch stehen die Exerzitien im Mittelpunkt. Vorher und nachher gibt es in der Regel jeweils zwei bis drei Spielszenen.

Hausherrin Patricia Gräfin Beissel ist der geschwenkte Feuerball nicht ganz geheuer. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Probenduelle ohne Waffen

Auch die werden an diesem Tag geprobt. Eine junge Frau wurde entführt und soll befreit werden. Während eines Dialogs sollen auf ein besonderes Stichwort ihre Retter auf den Turnierplatz geritten kommen. Das funktioniert bei jedem Versuch besser. Es beginnt eine Verfolgungsjagd, an deren Ende ein Kampf steht, bei dem Teamleiter Loki ordentlich einstecken muss. „Dann kommst du und haust mir das Ding ins Kreuz, aber nicht so fest bitte“, so die unmissverständliche Regieanweisung. Schwerter und andere Waffen fehlen bei einigen der Proben sogar noch, was gerade beim Duell zu Pferd während des Turniers ein wenig lustig aussieht.

„König der Schwerter“ – nur ohne Schwert. Zwei Stuntreiter im waffenlosen Duell bei den Proben. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Während die Kollegen bereits proben, legt Rainer Fränzen noch Hand an seine Rüstung. Mit Hammer und Co. bearbeitet er sie, befestigt Platten. Mit finsterem Blick schreitet er anschließend auf den Turnierplatz und schnappt sich einen Schild, den die Reiter aus vollem Galopp mit einer brennenden Lanze treffen müssen. Fränzen spielt wieder einmal den Bösewicht in der Show – und liebt das. „Das macht einfach mehr Spaß, das Spiel hat mehr Facetten“, beschreibt er den Grund und ergänzt lachend: „Außerdem kann man seine Aggressionen rauslassen und bekommt auch noch Geld dafür.“

Anschließend wird noch der Schwert- und Faustkampf zwischen Fränzen auf der einen Seite und Thorsten Loock und Katharina Wetz auf der anderen Seite geprobt. Dabei zeigt sich, ob Fränzens neue Rüstung ihn wirklich schützt. Loki haut ihm ein Kurzschwert ins Kreuz, es knallt, als Metall Metall berührt. „Du kannst fester, ich spüre ja gar nichts“, ermutigt Fränzen seinen „Chef“, richtig zuzuschlagen. Das Ergebnis: Die Rüstung hält, hat aber nun ein paar Kratzer.

Während Rainer Fränzen als Bösewicht auch bei den Proben mimisch alles gibt, provoziert ihn Katharina Wetz mit einem herzhaften Gähnen. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Gleich drei- oder viermal wird der Kampf, der genau choreografiert ist, geprobt. Katharina Wetz springt mit beiden Beinen voraus Fränzen in den Rücken. Der packt sie als Revanche wenig später am Hals und hebt sie hoch. Es wird deutlich: Hier sind Profis am Werk, die genau wissen, was sie tun. Und dennoch gibt Thorsten Loock eines zu: „Vor der ersten Show eines Wochenendes, wenn der Sound angeht, bin ich immer supernervös.“

„König der Schwerter“ wird an den ersten beiden Septemberwochenenden (Samstag und Sonntag, 2. und 3. September sowie 9. und 10. September) präsentiert. Einlass zum Burggelände ist an allen vier Tagen um 12 Uhr, Marktende ist samstags um 21 und sonntags um 19 Uhr. Die Shows finden samstags um 17 und sonntags um 16 Uhr statt.

Bei den Proben geht nicht alles glatt. Der aus vollem Galopp geworfene Speer verfehlt sein Ziel. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

pp/Agentur ProfiPress

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