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Informationen aus erster Hand

Bezirksregierung informierte über geplante Flüchtlingsunterkunft in ehemaliger Glasfirma – Über 350 Interessierte in der Bürgerhalle

Kall – Über 350 Kaller waren in die Bürgerhalle gekommen, um aus erster Hand Informationen zur geplanten Flüchtlingsunterkunft für bis zu 500 Menschen in einer ehemaligen Glasfabrik im Gewerbegebiet zu erhalten. „Aus erster Hand“ heißt in dem Fall, direkt vom stellvertretenden Kölner Regierungspräsidenten Wilhelm Steitz, denn die geplante Unterkunft wird eine sogenannte Zentrale Unterbringungseinrichtung (ZUE) des Landes NRW.

Steitz erläuterte den Zuhörern, darunter auch zahlreiche Kommunalpolitiker, Unternehmer aus dem Gewerbegebiet sowie Mitarbeiter und Koordinatoren der Flüchtlingshilfe Kall, zunächst das System der „Verteilung“ von Flüchtlingen in drei Stufen. Zunächst erfolgt die Unterbringung der schutzsuchenden Menschen in Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes, und zwar meist unmittelbar vor Ort, also etwa in Großstädten. „Dort bleiben sie nur etwa eine Woche“, so der stellvertretende Regierungspräsident. Die Asylsuchenden werden registriert, zudem erfolgt ein medizinischer Check.

Über 350 Kaller, darunter auch vielen Kommunalpolitiker sowie einige Unternehmer aus dem Gewerbegebiet, nutzen die Gelegenheit, sich aus erster Hand zu informieren. Foto: Alice Gempfer/pp/Agentur ProfiPress

Über 350 Kaller, darunter auch vielen Kommunalpolitiker sowie einige Unternehmer aus dem Gewerbegebiet, nutzen die Gelegenheit, sich aus erster Hand zu informieren. Foto: Alice Gempfer/pp/Agentur ProfiPress

Erstmals etwas zur Ruhe kommen

Von dort aus geht es für die Menschen weiter in die (landesweit aktuell 25) ZUEs wie die, die in Kall entstehen soll, bzw. in Notunterkünfte. Dort sollen sie vier bis sechs Wochen bleiben. „Hier können die Menschen erstmals nach der anstrengenden und für viele traumatisierenden Flucht etwas zur Ruhe kommen“, so Wilhelm Steitz. Daher suche die Bezirksregierung dafür Immobilien in ruhiger Lage.

Anschließend verteilt die dafür zuständige Bezirksregierung Arnsberg die Menschen auf die einzelnen Kommunen – wo sie in der Regel dauerhaft bzw. mindestens so lange bleiben, bis über ihren Asylantrag entschieden ist. Die Verteilung erfolgt über einen Schlüssel, der sich an Fläche und Einwohnerzahl der Städte und Gemeinden orientiert. In Kall leben derzeit gut 220 Flüchtlinge in dieser „dritten Stufe“. Für sie ist die Gemeinde zuständig, betreut werden die „neuen Nachbarn“ über die (ehrenamtliche) Flüchtlingshilfe Kall. „Ich habe großen Respekt vor Kommunen, die die Unterbringung – im Idealfall dezentral wie hier in Kall – meistern“, so Wilhelm Steitz.

Der Gemeinde entstehen keine Kosten

Das gilt für die Flüchtlinge, die der Kommune zugeteilt wurden. Wegen der geplanten ZUE geht Steitz davon aus, dass in Kall in den kommenden drei Jahren zu den gut 220 Schutzsuchenden, die bereits im Gemeindegebiet leben, keine neuen hinzukommen werden, weil die bis zu 500 Plätze in der ZUE der Kommune „angerechnet“ werden. Kosten entstehen der Gemeinde aber nicht, weil es sich um eine Landeseinrichtung handelt. Das Land ist zuständig für die Unterbringung, Verpflegung und soziale Betreuung der Menschen. Dafür werden Betreiber oder einzelne Dienstleister engagiert, wie etwa in der Einrichtung im Gemünder Schullandheim. Dort managt das Rote Kreuz im Kreis Euskirchen die Einrichtung und übernimmt zugleich die Sozialbetreuung.

Alle Fragen, hier von einer ehrenamtlichen Mitarbeiterin der Flüchtlingshilfe Kall, wurden besprochen. Foto: Alice Gempfer/pp/Agentur ProfiPress

Alle Fragen, hier von einer ehrenamtlichen Mitarbeiterin der Flüchtlingshilfe Kall, wurden besprochen. Foto: Alice Gempfer/pp/Agentur ProfiPress

Für die Einrichtung in Kall soll dies der gemeinnützige Verein „ZOF“ (ZukunftsOrientierteFörderung) übernehmen – und zwar rund um die Uhr. Der im Ruhrgebiet ansässige gemeinnützige Verein ist bereits für Einrichtungen in Monschau und Euskirchen verantwortlich. Die ZOF-Mittarbeiterin und künftige Leiterin der Einrichtung, Bianca Scheffner, erklärte in der Bürgerhalle den Ansatz der „ganzheitlichen Flüchtlingsbetreuung“. So sollen vor Ort eine Kita und bei Bedarf auch eine Kleiderkammer eingerichtet werden, Sprachunterricht und Freizeitangebote sind geplant. Auch Krankenschwestern sind tagsüber vor Ort, Ärzte wie der Kaller Internist Dr. Manfred Wolter bieten in ZUEs ehrenamtliche Sprechstunden an. Der generelle Gesundheitscheck aber hat schon in der Erstaufnahmeunterbringung stattgefunden.

Ein Caterer wird noch gesucht

„Das alles können wir leisten, aber wir freuen uns sehr, wenn sich auch Kaller ehrenamtlich einbringen möchten“, so Scheffner. Auch die Zusammenarbeit mit Organisationen und Verbänden vor Ort wie etwa der Flüchtlingshilfe Kall oder dem Caritasverband für die Region Eifel e.V., dessen Geschäftsführer Rolf Schneider ebenfalls anwesend war, sei ausdrücklich erwünscht.

Derzeit sucht der Verein noch nach einem Caterer, gerne aus der Region, der die Verpflegung der Menschen übernimmt. Insgesamt, so der stellvertretende Regierungspräsident Wilhelm Steitz, entstünden in der Kaller Einrichtung 35 neue Arbeitsplätze. Und: „Davon profitiert auch das Umfeld. Diese Menschen tanken in Kall, gehen einkaufen oder etwas essen.“

Die rund 4200 Quadratmeter große Halle nebst Sozialräumen (840 Quadratmeter) im Kaller Gewerbegebiet wird in den kommenden Wochen umgebaut. Es entstehen Schlaf- und Aufenthaltsräume, genügend sanitäre Anlagen sollen in Containern auf dem 12.000 Quadratmeter großen Gelände bereitgestellt werden. Ende Februar/Anfang März sollen die ersten Flüchtlinge einziehen. Zuvor, so Wilhelm Steitz, stehe die Bezirksregierung insbesondre auch den benachbarten Unternehmern für Gespräche zur Verfügung, auch eine Besichtigung des Gebäudes ist vorgesehen.

Runder Tisch zum regelmäßigen Austausch

Sobald die ersten Flüchtlinge eingezogen sind, wird ein Sicherheitsdienst rund um die Uhr anwesend sein. „Dabei geht es vor allem um den Schutz der Menschen dort“, so Steitz. Zugleich bedeute dies aber auch zusätzliche Sicherheit für die umliegenden Betriebe. Ängste davor, mit der Masse an Menschen könne auch eine höhere Kriminalität einhergehen, konnte Polizeidirektor Christian Außem, Chef der Polizei im Kreis Euskirchen, ausräumen: „Wir haben mittlerweile im Kreis Euskirchen vier solcher Einrichtungen – und keine Zunahme der Kriminalität.“

Sie informierten zur geplanten Flüchtlingsunterkunft im Gewerbegebiet (v.l.): Hartmut Kieven (Flüchtlingshilfe Kall), Christian Außem und Volker John (beide Polizei), Bianca Scheffner (ZOF e.V.), Bürgermeister Herbert Radermacher, Wilhelm Steitz und Cengiz Yildirim (beide Bezirksregierung Köln) sowie der Allgemeine Vertreter des Bürgermeisters Michael Heller. Foto: Alice Gempfer/pp/Agentur ProfiPress

Sie informierten zur geplanten Flüchtlingsunterkunft im Gewerbegebiet (v.l.): Hartmut Kieven (Flüchtlingshilfe Kall), Christian Außem und Volker John (beide Polizei), Bianca Scheffner (ZOF e.V.), Bürgermeister Herbert Radermacher, Wilhelm Steitz und Cengiz Yildirim (beide Bezirksregierung Köln) sowie der Allgemeine Vertreter des Bürgermeisters Michael Heller. Foto: Alice Gempfer/pp/Agentur ProfiPress

Künftig sollen sich alle Beteiligten, auch die benachbarten Unternehmer im Gewerbegebiet, regelmäßig an einem „Runden Tisch“ zur ZUE austauschen können, den die Gemeinde Kall gemeinsam mit der Bezirksregierung und dem ZOF e.V. ins Leben rufen möchte. Wilhelm Steitz für die Bezirksregierung und Bürgermeister Herbert Radermacher für die Kaller Verwaltung boten zudem an, jederzeit auch bilaterale Gespräche zu ermöglichen.

pp/Agentur ProfiPress

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