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In Freundschaft groß werden

Lara-Sophie Brohm, Schülerin des Mechernicher Gymnasiums Am Turmhof, gewinnt Konrad-Adenauer-Europapreis – Facharbeit zu deutsch-französischen Beziehungen mit Fokus auf Städtepartnerschaft und Schüleraustausch am Beispiel Mechernich-Nyons

Mechernich – Zum ersten Mal wurde der Konrad-Adenauer-Europapreis verliehen und zu den Gewinnern gehört die Mechernicher Schülerin Lara-Sophie Brohm aus Mechernich. Mit ihrer auf Französisch verfassten Facharbeit, die die Städtepartnerschaft Mechernich-Nyons und den entsprechenden Schüleraustausch des Gymnasiums Am Turmhof zu Thema hat, belegte sie den zweiten Platz und nahm im Garten des Bundeskanzler-Adenauer-Hauses in Bad Honnef ihre Auszeichnung entgegen.

Ins Leben gerufen wurde der Europapreis von der Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus gemeinsam mit dem Institut français Bonn, dem Büro für Sprach- und Bildungszusammenarbeit und dem Büro für Hochschulkooperation der französischen Botschaft. Anlass war der 70. Jahrestag der Schuman-Erklärung: Der Vorschlag des französischen Außenministers Robert Schuman am 9. Mai 1950, einen gemeinsamen Markt für die deutsche und französische Kohle‐ und Stahlproduktion zu schaffen, gilt heute als Geburtsstunde des vereinten Europas.

Die Gewinner des Konrad-Adenauer-Europapreises: Corinna Franz, Landry Charrier, Konrad Adenauer, Bruno Girardeau, Sabine Steidle (hintere Reihe v.l.n.r.), Lara-Sophie Brohm, Victor Kieffer und Carolin Wilkendorf (vordere Reihe v.l.n.r). Foto: Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus, Rhöndorf/pp/Agentur ProfiPress

In diesem Sinne sollte der Wettbewerb – „gerade angesichts der europäischen Idee in der Krise, verlorenen Vertrauens in die europäischen Institutionen und wachsenden nationalistischen Strömungen – zur Beschäftigung mit Europa und seinen historischen Wurzeln einladen“, so die Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus.

Fokus auf Städtepartnerschaft und Schüleraustausch

Lara-Sophie Brohm, die derzeit die Oberstufe des Mechernicher Gymnasiums Am Turmhof besucht, setzte sich in ihrer Facharbeit mit den deutsch-französischen Beziehungen nach dem zweiten Weltkrieg auseinander. Dabei legte sie den Fokus auf Städtepartnerschaft und Schüleraustausch am Beispiel Mechernich-Nyons.

„Durch die Facharbeit ist mir bewusst geworden, wie wichtig es ist, dass eine deutsch-französische Freundschaft besteht und dass Frieden zwischen den beiden Ländern herrscht“, sagt die 17-jährige Schülerin. Dieser Ansicht ist auch Mechernichs Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick: Ein freundschaftliches Miteinander zwischen Frankreich und Deutschland ist die Grundvoraussetzung für die Fortentwicklung der europäischen Einigung. Ein Gegeneinander dieser zwei großen europäischen Nationen – über mehr als zwei Jahrhunderte als deutsch-französische Erbfeindschaft in die Geschichtsbücher eingegangen – hat maßgeblich zu den beiden großen Weltkriegen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts beigetragen.“

Aus diesem Grund befürworte er die Auseinandersetzung der Schüler mit diesem Thema – sei es im Rahmen des Unterrichts, eines Schüleraustausches oder eben eines Wettbewerbes. Bürgermeister Dr. Schick: „Es gibt das Sprichwort: Wer seine Vergangenheit nicht kennt, hat keine Zukunft. Junge Menschen müssen sich mit der Geschichte Ihres Volkes auseinandersetzten. Wenn man das als junger Deutscher beherzigt, stößt man zwangsläufig auf die deutsch-französischen Streitigkeiten und nach dem Zweiten Weltkrieg auf das Entstehen der deutsch-französischen Freundschaft sowie der davon ausgehenden Dynamik für ein in Frieden geeintes Europa. Die gemeinsame Geschichte mit Licht und Schatten zu verstehen ist für junge Deutsche und Franzosen sehr wichtig, um unser Europa friedlich weiterzuentwickeln.“

Jugendaustausch war Basis für Städtepartnerschaft

Einen ähnlichen Eindruck hat auch die Recherche zu ihrer Facharbeit bei Lara-Sophie Brohm hinterlassen: „Ein Schüleraustausch ist sinnvoll, weil er schon bei Kindern und Jugendlichen ansetzt, die in dieser Freundschaft groß werden, sodass erst gar keine Hassgefühle entstehen.“ Schließlich bildete auch der seit 1965 regelmäßig stattfindende Jugendaustausch zwischen Mechernich und Nyons die Basis für die 1967 vollzogene Verschwisterung der beiden Städte.

Unterstützung bei ihrer Recherche erhielt Lara-Sophie Brohm von Wilfried Hamacher, Vorsitzender des Freundeskreises Mechernich-Nyons, der sie mit historischem Hintergrundwissen zur Städtepartnerschaft versorgte. Diese wurde ursprünglich von Wolfgang Müller angestoßen, dem die Aussöhnung mit Frankreich eine Herzensangelegenheit war.

Lara-Sophie Brohm im Garten des Bundeskanzler-Adenauer-Hauses in Bad Honnef, wo die feierliche Preisverleihung des Konrad-Adenauer-Europapreises stattfand. Foto: Olaf Brohm/pp/Agentur ProfiPress

In der südfranzösischen Stadt, deren Bewohner im Zweiten Weltkrieg schwer unter der deutschen Partisanenbekämpfung und darüber hinaus gehenden Grausamkeiten gelitten hatten, stießen die Bemühungen Wolfgang Müllers zunächst auf eine ablehnende Haltung. Letztendlich gelang es dem „Vater der Städtepartnerschaft“ aber doch, die Nyonser Bevölkerung von der Aufrichtigkeit seiner Idee zu überzeugen. Nach ersten wechselseitigen Besuchen von Jugendgruppen und dem Mechernicher Männergesangverein wurde schließlich Ostern 1967 die Verschwisterung der beiden Städte gefeiert.

Beitrag zur Friedenssicherung in ganz Europa

„Da es in der Vergangenheit viele Kriege zwischen Deutschland und Frankreich gegeben hat, ist es besonders wichtig, den Frieden zwischen diesen beiden Ländern zu sichern“, betont Lara-Sophie Brohm. Dies könne mit Städtepartnerschaft und Schüleraustauschen, wie sie beispielsweise in Mechernich und Nyons gelebt würden, gelingen. „Und dies träft wiederum auch zur Friedenssicherung in ganz Europa bei“, fasst die Schülerin zusammen.

Auch Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick betont: „Die fast fünfeinhalb Jahrzehnte bestehende Städtepartnerschaft Mechernich-Nyons hat im Verbund mit zahlreichen anderen Verbindungen zwischen Städten und Gemeinden diesseits und jenseits des Rheins mit dazu beigetragen, dass sich ganz „normale“ Deutsche und Franzosen kennen und schätzen gelernt haben. Gegenseitige Ressentiments konnten bei den vielen Austauschmaßnahmen abgelegt und dauerhafte Freundschaften geschlossen werden. Deutsche und Franzosen kennen sich heute so gut, dass politische Hassprediger, anders als in den beiden Jahrhunderten zuvor, in beiden Ländern hoffentlich keine Chance mehr haben.“

Zur zweisprachigen Preisverleihung im Garten des Bundeskanzler-Adenauer-Hauses durfte Lara-Sophie Brohm neben ihrer Familie auch Wilfried Hamacher vom Freundeskreises Mechernich-Nyons sowie ihre Französischlehrerin Verena Malcherek mitnehmen. „Es war eine besondere Ehre, dass unter anderem Konrad Adenauer, der Enkel des früheren Bundeskanzlers Konrad Adenauer, die Preise verliehen hat“, freut sich die 17-Jährige, die für den zweiten Platz neben einer Urkunde auch einen Geldpreis in Höhe von 150 Euro entgegennehmen durfte.

Die Ehrung der Presiträger übernahmen neben Konrad Adenauer (Vorstand des Konrad‐Adenauer‐Freundeskreises) auch Landry Charrier (Hochschulattaché der französischen Botschaft und Leiter des Institut français Bonn), Corinna Franz (Geschäftsführerin der Stiftung Bundeskanzler‐Adenauer‐Haus) und Bruno Girardeau (Attaché für Sprache und Bildung der französischen Botschaft). Den ersten Platz belegte Victor Kieffer aus Brauweiler, der die Jury mit seiner Gegenüberstellung der beiden deutsch‐französischen Politiker‐Tandems Adenauer/de Gaulle und Merkel/Macron überzeugte. Der dritte Preis ging an Carolin Wilkendorf aus Essen, die in ihrer Facharbeit die Mehrsprachigkeit in Belgien untersuchte.

pp/Agentur ProfiPress

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