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In die „Wanderwelt der Zukunft“ gestartet

Wanderangebot im Kreis Euskirchen soll für 800.000 Euro an moderne Ansprüche angepasst werden – Projektteam stellte konkrete Maßnahmen vor

Kreis Euskirchen/Nordeifel – Die Tourismus-Akteure der Nordeifel werden sich anstrengen müssen, um in Zukunft mit den anderen Mittelgebirgsregionen konkurrieren zu können. Und das wollen sie auch, wie bei der Kick-off-Veranstaltung „Wanderwelt der Zukunft“ deutlich wurde. 150 Gäste, darunter wichtige Projektpartner, Bürgermeister und Touristiker aus den Kommunen, waren der Einladung zur Auftaktveranstaltung ins Euskirchener Kreishaus gefolgt.

Iris Poth, Leiterin der Struktur- und Wirtschaftsförderung des Kreises Euskirchen und Projektmitarbeiter Damian Meiswinkel stellten die konkreten Planungen für die „Wanderwelt der Zukunft“ vor. Für die Realisierung des Projektes in Trägerschaft des Kreises Euskirchen stehen in den nächsten drei Jahren insgesamt rund 800.000 Euro zur Verfügung, davon 80 Prozent aus EU- und Landesmitteln. Das Projektmanagement setzt sich aus Leiterin Iris Poth, Damian Meiswinkel sowie Waldtraud Müller, ebenfalls von der Struktur- und Wirtschaftsförderung des Kreises Euskirchen, zusammen. Ergänzt wird das Trio von Patrick Schmidder von der Nordeifel Tourismus GmbH, der das Projekt fachlich begleitet und für das Marketing verantwortlich ist.

Rund 150 Gäste haben sich im Kreishaus in Euskirchen bei der Auftaktveranstaltung über die „Wanderwelt der Zukunft“ informiert. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

Rund 150 Gäste haben sich im Kreishaus in Euskirchen bei der Auftaktveranstaltung über die „Wanderwelt der Zukunft“ informiert. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

Bis Ende 2019 soll das Wanderwegenetz von Grund auf überarbeitet werden. Unterstützung erhält das Projektteam dabei von Michael Sänger, dem Gründer, Herausgeber und jahrzehntelangem Chefredakteur des „Wandermagazins“. Der Experte war ebenfalls zur Auftaktveranstaltung erschienen und machte in seinem Impulsvortrag „Wandern 4.0“ klar, welchen Pfad man in der Nordeifel einschlagen muss, damit der Wanderboom künftig nicht an der Region vorbeizieht.

„Überall wo ich Kontakt mit Menschen habe, möchte ich das Gefühl haben, willkommen zu sein“, beschrieb er das, was er „Sehnsucht nach Resonanz“ nannte – ein wichtiger Aspekt beispielsweise für Gastgeber. Ohnehin bediene das Wandern zahlreiche Sehnsüchte: „Freiheit, Geborgenheit, Ursprüngliches, Kindheitsträume“, zählte er auf. Der moderne Wandergast suche Entspannung und Einfachheit, Natur und Erleben seien die wichtigsten Motive beim Ausüben der aktuell drittbeliebtesten Sportart der Deutschen.

Iris Poth von der Struktur- und Wirtschaftsförderung des Kreises Euskirchen, stellte das 800.000-Euro-Projekt, in dessen Rahmen das Wanderwegenetz der Nordeifel komplett überarbeitet und modernen Ansprüchen gerecht werden soll, vor. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

Iris Poth von der Struktur- und Wirtschaftsförderung des Kreises Euskirchen, stellte das 800.000-Euro-Projekt, in dessen Rahmen das Wanderwegenetz der Nordeifel komplett überarbeitet und modernen Ansprüchen gerecht werden soll, vor. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

Die Nähe zu den umliegenden Metropolen sei ein Pfund, mit dem die Nordeifel wuchern könne, weil dieser Nähe in Anbetracht der kostbaren freien Zeit eine große Bedeutung beikomme. Einig sind sich Michael Sänger und das Projektteam darin, dass dringend zielgruppenorientierter gearbeitet werden müsse. „Da haben wir wenig Angebote“, stellte Iris Poth fest. Insbesondere Familien mit Kindern, Senioren mit Enkeln und Hundebesitzer müsse man ins Visier nehmen, riet der Experte – und Frauen, denn, so laute seine Erfahrung: „Frauen wandern anders.“

Sänger ermunterte zu Kreativität beim Entwickeln touristischer „Produkte“ und nannte auch hier zahlreiche Beispiele: neue Übernachtungsformen wie in Holztonnen, Schäferwagen oder unter dem Glasdach mit Blick in den Sternenhimmel. „Weg vom Mittelmaß, hin zum Besonderen, statt Vielfalt das Herausragende“, empfahl er. Und nannte „Storytelling“ als weiteren wichtigen Aspekt: Landschaft müsse mit Geschichten verständlich gemacht werden.

„Wir sind gar nicht so schlecht, aber das ein oder andere kann durchaus noch besser werden. Doch auf lange Sicht sind wir nicht konkurrenzfähig“, konstatierte Iris Poth im Anschluss an Sängers Impulsvortrag.

Wander-Experte Michael Sänger empfahl den Anwesenden Kreativität bei der Schaffung eines Wanderangebotes, dass sich an den Bedürfnissen bestimmter Zielgruppen orientieren müsse. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

Wander-Experte Michael Sänger empfahl den Anwesenden Kreativität bei der Schaffung eines Wanderangebotes, dass sich an den Bedürfnissen bestimmter Zielgruppen orientieren müsse. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

In einem ersten Schritt soll nun das Wegenetz begutachtet, bewertet und anschließend eine Auswahl getroffen werden: Von 1.500 Kilometern auf 900 Kilometern will man das Wegenetz reduzieren, die bisherigen Markierungen entfernen und eine einheitliche Beschilderung anbringen. Danach nennen sich die neu konzipierten örtlichen Rundwanderwege dann „Eifelschleifen“. Daneben wird es 15 bis 20 thematische und besonders inszenierte Qualitäts-Rundwanderwege geben, die so genannten „Eifelspuren“. An diesen sollen beispielsweise innovative Tafeln und Ruhebänke installiert werden, kündigte Damian Meiswinkel an.

Als nächstes will man touristische Leistungsträger beraten und qualifizieren und unter anderem Schulungen zum Thema Nachfolge anbieten. Außerdem sind umfangreiche Maßnahmen zum Marketing geplant, die die Eifel noch deutlicher als Kurzreiseziel positionieren sollen. Als weiteres wichtiges Projektziel nannte Meiswinkel die Förderung kleiner und mittelständischer Unternehmen in ihrer Wettbewerbsfähigkeit.

Projektmitarbeiter Damian Meiswinkel hat sein Büro in der Geschäftsstelle der Nordeifel Tourismus GmbH im Kaller Bahnhofsgebäude bezogen. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

Projektmitarbeiter Damian Meiswinkel hat sein Büro in der Geschäftsstelle der Nordeifel Tourismus GmbH im Kaller Bahnhofsgebäude bezogen. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

Was die Pflege und den Unterhalt des Wegenetzes der „Wanderwelt der Zukunft“ angeht, sehen die Verantwortlichen durch den demographischen Wandel erhebliche Probleme auf sich zukommen. Die Kompetenz des Eifelvereins sieht Iris Poth als unverzichtbar an, doch gerade hier mangelt es an jüngeren Nachfolgern. Gemeinsam mit den Projektpartnern Nordeifel Tourismus GmbH, den Kommunen, den Eifelvereins-Ortsgruppen, den Naturparken Rheinland und Nordeifel, dem Nationalparkforstamt sowie dem Regionalforstamt Hocheifel-Zülpicher Börde will man ein nachhaltiges und finanzierbares Wegemanagement aufbauen.

pp/Agentur ProfiPress

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