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In 14 Tagen durch die Wüste Gobi

Der österreichische Abenteurer Bruno Baumann war beim inklusiven Workshop im Hermann-Josef-Haus in Urft – Bericht über unglaubliche Erfahrungen

Kall-Urft – Konträrer könnte die Ausgangssituation nicht sein. Urft erstrahlte in Weiß, überall lag Schnee, die Temperatur lag bei etwa 2 Grad. Und in der Aula des Hermann-Josef-Hauses erzählte der Abenteurer Bruno Baumann aus Österreich über unendliche Trockenheit, Hitze und Sand. Der 65-Jährige nahm rund 80 Schüler des Hermann-Josef-Hauses und des Steinfelder Hermann-Josef-Kollegs mit in die Wüste Gobi, die er 2003 – nach einem abgebrochenen Versuch 1996 – an der breitesten Stelle ganz allein durchquerte.

Bruno Baumann, 1955 in der Steiermark geborener Abenteurer, durchquerte 2003 die Wüste Gobi an ihrer breitesten Stelle zu Fuß. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Vorgestellt wurde Baumann vom Urfter Lehrer Michael Giefer. Die beiden hatten sich 1998 bei einem Extremsymposium in Sindelfingen kennengelernt. Giefer war zu dem Zeitpunkt mit den Planungen seiner ein Jahr später stattfindenden Radtour von Bad Münstereifel nach Peking beschäftigt. Baumann und Giefer freundeten sich an und trafen sich seitdem immer wieder.

Nun also der Wüsten-Workshop. Baumann berichtete zunächst einmal, wie das so ist, wenn weit und breit um einen herum nur Sand ist. „Es herrscht Wassermangel und eine solche Stille, dass man Angst vor sich selbst bekommt.“ Ständig müsse man in Bewegung bleiben, denn Stillstand bedeute den Tod – wie man auch im echten Leben nicht auf der Stelle stehen bleiben solle. Er habe übrigens keine Komplexe gehabt, weil er als Kind zu wenig im Sandkasten gespielt habe. „Ich wollte die Wüste als Mensch erfahren können, weshalb ich sie auch zu Fuß durchqueren musste“, erläuterte er seine Beweggründe.

Doch bevor Baumann in einem ausführlichen Vortrag von seinen Reisen durch die Wüste Gobi, also auf der Grenze von China und der Mongolei, berichtete, waren zunächst die Schüler gefragt: Ohne Kenntnis von der Wüste zu haben, sollten sie eine Nasa-Übung machen und 15 Gegenstände der Priorität nach sortieren, die man benötigt, wenn man als Gruppe in der Wüste strandet. Diese Übung wurde nach dem Vortrag wiederholt und führt mit dem neuen Wissen oft zu ganz anderen Ergebnissen.

Erster Versuch endete nach 100 Kilometern

Und dann berichtete Baumann: Über seine ersten Expeditionen, die er noch in Begleitung von Einheimischen und Kamelen durchführte. Und von seinem ersten Solo-Versuch, der schon am Ende der ersten, 100 Kilometer langen Etappe beinahe im Tod durch Verdursten endete, wodurch er ein Trauma erlitt – aber durchaus wichtige Erkenntnisse erlangte. Erst sieben Jahre später sollte er sich wieder an die Durchquerung der Wüste Gobi wagen. Und diesmal war er erfolgreich.

Die 500 Kilometer legte er in 14 Tagen zurück. Mit dabei: Sein 30 Kilogramm schwerer Rucksack, in dem unter anderem vier Drei-Liter-Behältnisse für Wasser waren, ein warmer Schlafsack (nachts liegen die Temperaturen in der Wüste um den Gefrierpunkt) und ganz wenig Nahrung: „Ein Stück Tiroler Speck und ein Stück Tiroler Schüttelbrot“, sagt der Steiermarker. Auf Kommunikationsmittel verzichtete er, denn Rettung würde es in China nicht geben. „Ich hätte also höchstens mitteilen können, wo ich gerade verdurste.“

Bei der „Nasa-Übung“ kam Bruno Baumann auch mit einigen Schülern ins Gespräch. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Für Bruno Baumann war die Durchquerung der Wüste Gobi eine Grenzerfahrung – nicht nur, weil er unterwegs auf eine Leiche stieß. Seinen Sinn erfüllte die Mission aber: Er war für 14 Tage komplett auf sich alleine gestellt, von niemandem abhängig, auf niemanden angewiesen. Und er erfuhr noch etwas anderes: Baumann lebte im Hier und Jetzt. „Geistesgegenwart“ nennt er das und eine willkommene Abwechslung vom sonstigen Verhalten, in dem man an der Vergangenheit hängt und sich Gedanken um die Zukunft macht.

Ihn selbst habe diese Erfahrung auf allen Ebenen vorangebracht, besonders weil er nun relativieren könne, was wichtig und unwichtig sei. Zu seiner sagt er: „Die Spuren sind längst verweht. Aber die Erfahrung bleibt.“ Und beim nächsten Mal, so scherzte Baumann, nehme er ein paar der anwesenden Schüler mit in die Wüste. Denn tatsächlich hatte ein gutes Dutzend mehr als drei Treffer bei der Nasa-Übung erzielt. „Das haben selbst einige Top-Manager nicht hinbekommen“, so Baumann.

pp/Agentur ProfiPress

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