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„Im Krug“ ist ausgezapft

Der Krug ist zwar nicht zerbrochen, aber die urige Kneipe gleichen Namens in Kommern aus dem Jahre 1702 macht wegen Corona vorzeitig dicht

Mechernich-Kommern – „Wir machen nicht mehr auf, sondern gehen in Rente“: Das ist das Fazit von Marion und Alfred Wiedenau, die 13 Jahre lang die Gäste „Im Krug“ bewirtet haben. Eigentlich hatte man sich Ende Dezember mit einem kleinen Fest von den vielen Stammgästen verabschieden wollen. „Doch da hat uns nun Corona einen Strich durch die Rechnung gemacht“, erklären die beiden Wirtsleute traurig.

Marion und Alfred Wiedenau hätten sich gerne mit einem Fest von ihren Gästen verabschiedet. Doch nach dem zweiten Lockdown werden sie ihre Gaststätte „Im Krug“ in Kommern nicht mehr öffnen. Foto: Michael Nielen/WoSpie/pp/Agentur ProfiPress

Der Redakteur Michael Nielen widmet dem Ende des Kommerner Traditionslokals, das in einem Fachwerkhaus aus dem Jahre 1702 in der Kölner Straße zu finden war, im Euskirchener und Schleidener „WochenSpiegel“ eine ganze Seite.

Nach dem Lockdown ist vor dem nächsten Lockdown: Es mache keinen Sinn, im Dezember noch einmal für ein paar Tage die Kneipe zu öffnen, um dann endgültig „Adieu“ zu sagen. „Und schließlich“, sagt der 68-jährige Alfred Wiedenau, „kann man in meinem Alter schon einmal an den Ruhestand denken.“ Der Entschluss, zum Ende des Jahres 2020 im Krug aufzuhören, fasste das Ehepaar schon während des ersten Lockdowns im ersten Quartal.

„Tolle Stunden verbracht“

Auch wenn der Verstand sage, es sei besser, einen Schlussstrich zu ziehen, so werde einem beim Ausräumen des Inventars doch schwer ums Herz werden, vermuten die Wirtsleute: „Wir haben hier tolle Stunden mit unseren Gästen verbracht!“

Marion Wiedenau, die tagsüber hauptberuflich in einem Kinderheim arbeitete und abends in der kleinen Küche frische und leckere Gerichte zubereitete, sagte: „Ein weiterer Grund für unsere Beliebtheit beim großen Stammpublikum war auch die Musik, die Alfred aufgelegt hat.“ Es war die „Mucke“ der 60er und 70er Jahre, die „Im Krug“ den Ton angab. Und das nicht nur vom Band, sondern auch live.

Auch wenn der Verstand sage, es sei besser, einen Schlussstrich zu ziehen, so werde einem beim Ausräumen des Inventars doch schwer ums Herz werden, vermuten die Wirtsleute: „Wir haben hier tolle Stunden mit unseren Gästen verbracht!“ Foto: Michael Nielen/WoSpie/pp/Agentur ProfiPress

Drittes Standbein in der Kommerner Kneipe war schließlich die Bundeskegelbahn, auf der nicht weniger als 24 Gruppen ihrem Hobby nachgingen. Mit Corona änderte sich alles: Man durfte nicht mehr an der Theke stehen, auf der Kegelbahn war die zulässige Anzahl der Kegler reglementiert. „Das hat nachher alles keinen Spaß mehr gemacht!“

Dennoch überwiegen bei Marion und Alfred Wiedenau die schönen Erinnerungen: „Für die viele schönen Momente, die wir zusammen mit unseren Gästen verbracht haben, möchten wir uns bedanken. Wir hätten gerne noch einmal mit ihnen gefeiert …“

pp/Agentur ProfiPress

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