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„Ich werde viel vermissen“

Schulleiterin Rita Jenniges geht zum Halbjahresende in den Ruhestand – Seit fast einem Vierteljahrhundert leitet sie die Grundschule Lückerath – Ihr Erfolgsrezept: Gemeinsam im Team arbeiten

Lückerath – Sie ist ein verbindender Mensch. Kinder gehen ihr über alles. Doch auch ihr Lehrer-Team und dessen Wohlergehen hat sie als Leiterin der Katholischen Grundschule in Lückerath stets im Blick.

Trotz ihrer fast 44 Jahren Dienstzeit ist sie immer auf der Höhe der Zeit und im Sinne der Schule modern, digital und doch wertebewusst unterwegs. Rita Jenniges geht zum Halbjahresende (31. Januar 2019) in den Ruhestand. Seit fast einem Vierteljahrhundert leitet sie die Einrichtung.

Nach fast 40 Jahren Dienst als Lehrerin in Mechernich verabschiedet sich Rita Jenniges, die Schulleiterin von der Katholischen Grundschule in Lückerath, zum 31. Januar in den Ruhestand. Der Baum mit den bunten Blättern hinter ihrem Schreibtisch hat Symbolcharakter. Er zeigt der Wachstum, die Vielfältigkeit der Kinder. Das zu fördern war für die 65-Jährige eine Herzensangelegenheit. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Wichtig ist ihr, gemeinsam im Team miteinander zu arbeiten. Sie sagt: „Ich habe meine Führungsaufgabe darin gesehen, die Stärken der Kolleginnen und Kollegen zu entdecken, zu fördern, und sie eigenverantwortlich handeln zu lassen. Im Mittelpunkt meiner Arbeit stand immer die intensive Zusammenarbeit.“ Nur so funktioniere es. Nur so könne man sich gegenseitig stärken und befruchten.

Dafür müssen starke Strukturen vorhanden sein. Dafür steht sie ein. Die hat sie geschaffen. So gibt es nicht nur für die Schüler, sondern auch für die Lehrer feste Rituale. Gemeinsam bereitet man immer freitags die zukünftige Woche vor.

Jeder steht für jeden ein

Auch Aus- und Weiterbildung der Kollegen stehen bei ihr hoch im Kurs. Seitdem sie an der Spitze der Einrichtung steht, sind allein vier Konrektorinnen und drei Schulleiterinnen als auch eine Schulrätin aus dem Kollegium erwachsen.

Was das besondere an Lückerath ist, hatte sie mal spontan das Kollegium gefragt. Die Antwort kam prompt: „Wir sind ein Familienbetrieb.“ Da stehe jeder für jeden ein.

196 Schüler weist die aktuelle Zahlenstatistik aus.  Zwischendurch war die Schule sogar mal dreizügig mit bis zu 296 Kindern. „Aber jetzt sind wieder geburtenschwächere Jahrgänge“, sagt sie und wahrscheinlich seufzt sie im Innern gerade leise. Denn ihr scheint nichts zu viel und die Berufung als Schulleiterin bis zum letzten Tag ihrer Amtszeit erfüllend und motivierend zugleich.

Es war ihre letzte Schulausschuss-Sitzung: Rita Jenniges und Stefan Plack (2.v.r.), Schulleiter der Gemeinschaftsgrundschule Satzvey, wurden vom Ausschussvorsitzenden Marcel Hembach (l.) und Kämmerer Ralf Claßen (r.) feierlich verabschiedet. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Aus- und Weiterbildung, Kompetenz und Verantwortungsbewusstsein schreibt sie groß. Wohlfühlen aber sollen sich ihre 17 Kollegen auch. Dass sie das tun, dafür spricht, dass fünf davon früher mal Lehramtsanwärter an der Schule waren und gerne geblieben sind.

Für die Idee des „Gemeinsamen Lernens“ ist sie schon Mitte der 90er-Jahre mit einer Lückerather Delegation durchs Land getingelt. Die bot Gesprächskreise an, um zu verbreiten, wie man Jungen und Mädchen mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf mit Hilfe von individuellen Förderplänen optimal fördern kann. Sogar in Münster und Siegen an der Uni, habe sie Studenten und Junglehrern erzählt, wie Gemeinsames Lernen in der Praxis funktionieren kann. Das man sogenanntes „Team-Teaching“ machen kann, war für die völlig neu.

Stillstand gibt es nicht

Stillstand gibt es nicht. Auch baulich nicht. Einen Anbau mit weiteren Klassenräumen gab es schon zu ihren Anfängen, vor zehn Jahren wurde dann die offene Ganztagsschule errichtet.

Bei der Frage, ob es spannend ist, als Schulleiterin zu wirken, überlegt sie nur kurz: „Für mich steht an allererster Stelle Lehrerin sein. Mit Kindern zusammenarbeiten, das habe ich mein Leben lang gerne gemacht.“ Schon früh habe sie auf die Frage nach dem Berufswunsch geäußert: „Ich möchte mal Kinder schlau machen.“ Bis heute ist es ihr allesumfassendes Credo geblieben.

Besonders geliebt habe sie Philosophie-Stunden mit den Schülern. „Über Zeit philosophieren“, schwärmt sie, das sei so toll, was Kindermund da alles zu erzählen wüsste. Darüber hätten anerkannte Philosophen teils lange drüber nachgedacht – und aus den Kindern sprudelten die großartigsten Weltansichten nur so heraus.

„Ab dem ersten Februar bin ich dann vogelfrei“, sagt sie mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Und fügt hinzu: „Ich bin ganz sicher, dass ich viel vermissen werde“. Fehlen werde ihr etwa die Bestätigung der Kinder, die über ihr Mitmachen und ihre Begeisterung zeigten: das hast Du gut gemacht.

Andererseits bleibe Zeit für andere Dinge. Feste Pläne gebe es nicht. Nur: viel Urlaub machen, in Österreich, genauer in Kärnten wandern.

Es war 1974, als die heute 65-Jährige in den Schuldienst eingetreten ist. Erste Stationen im Lehrerdasein waren Bonn, Gelsenkirchen, und Breckerfeld. Seit Sommer 1978 war sie als Lehrerin in der Stadt Mechernich tätig. Mit dem Schuljahr 1991/92 zog es sie von der KGS Kommern zur KGS nach Lückerath. Zunächst als Konrektorin, um kurz darauf zur Schulleiterin befördert zu werden.

Ein großer „Baum“ mit bunten Blättern

Die alten Möbel ihrer Vorgängerin Marlies Hergarten hat Jenniges behalten. Irgendwie ist es auch Bewährtes. Die Farben der Schränke, Stühle und Schreibtisch sind schlicht in Beige- und Braun-Tönen gehalten. Nur eine grüne Wand fällt ins Auge. Die hatten einige Eltern für die Schulleitern angestrichen.

An der Wand ist ein großer „Baum“ mit Wasserfarbe auf Papier verewigt, daran hängen viele bunte Blätter. Er hat für Jenniges Symbolcharakter. „Weil er das Wachstum der Kinder zeigt, die Vielfältigkeit, das Bunte der Kinder.“

„Schluss für heute, liebe Leute“, ist ihr gewohnt liebenswerter Abschlusssatz zum Konferenzende. Und dann wünscht sie jedem eine gute Heimfahrt und einen schönen Restnachmittag, um noch hinzuzufügen, wenn ihr Lust habt, könnt ihr ja nochmal wiederkommen. In sich glücklich ruhend stellt sie zufrieden fest: „Und am anderen Tag sind alle wieder da.“

pp/Agentur ProfiPress

 

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