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HPZ-Beratungszentrum in Zülpich

Neubaupläne an der Bonner Straße vorgestellt: Lebenshilfe-HPZ-Verwaltung und HPZ-Akademie ziehen auf das ehemalige Stadthallengelände – Verhandlungen über ein in der Region einmaliges Medizinisches Behandlungszentrum für Erwachsene mit geistiger Behinderung – Heilpädagogisches Zentrum Bürvenich bekommt mit interdisziplinärer Teamarbeit neuen Schwerpunkt

Zülpich – Meilenstein für die Lebenshilfe HPZ im Kreis Euskirchen und laut Bürgermeister Ulf Hürtgen „ein guter Tag für Zülpich“: Im geplanten Neubau eines dreigeschossigen Wohn- und Bürohauses an der Bonner Straße in Zülpich bildet die Lebenshilfe HPZ ihren neuen Verwaltungs-, Bildungs- und Beratungsschwerpunkt.

Dazu erwirbt das von Rolf K. Emmerich geführte gemeinnützige Unternehmen das komplette Erdgeschoss in dem Neubau für 2,5 Millionen Euro und richtet dort Verwaltung, Akademie und Beratungszentrum auf einer Gesamtfläche von rund 950 Quadratmetern ein.

Zülpichs Kämmerer Ottmar Vogt (v.l.), Bauherr Udo Brückner, Generalunternehmer Wim ten Brinke, Bürgermeister Ulf Hürtgen, HPZ-Geschäftsführer Rolf K. Emmerich und HPZ-Aufsichtsratsvorsitzender Kurt Schmidt präsentierten den Neubau an der Bonner Straße in Zülpich. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur Profipress

Einziehen sollen dort die noch in Bürvenich beheimatete Lebenshilfe-HPZ-Verwaltung, die 2017 gegründete HPZ-Akademie, eine Autismus-Ambulanz sowie die Beratungsstellen Familienunterstützender Dienst (FuD) und Betreutes Wohnen (BeWo). Beabsichtigt ist außerdem ein Medizinisches Behandlungszentrum für Erwachsene mit geistiger Behinderung (MZEB).

Die Bauarbeiten für das Gebäude, das heute in einer Pressekonferenz in Zülpich vorgestellt wurde, starten voraussichtlich im November. Rolf K. Emmerich, Geschäftsführer der Lebenshilfe HPZ, rechnet damit, die neuen Räumlichkeiten Ende 2019 beziehen zu können.

Im Rahmen einer Pressekonferenz stellte Rolf K. Emmerich vor, was die Lebenshilfe HPZ in dem Neubau auf dem ehemaligen Stadthallengrundstück in Zülpich vorhat. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Der Projektentwickler Udo Brückner von der BTB Zülpich GmbH als Bauherr und Bauunternehmer Wim ten Brinke von Ten Brinke Bau als Generalunternehmer stellten die Gesamtpläne vor. Insgesamt investieren sie in Zülpich knapp zehn Millionen Euro. Dazu gehört der aus zwei Blöcken bestehende, durch Galerien verbundene dreigeschossige Neubau, in den pro Block 13 Eigentumswohnungen mit einer Größe von 80 bis 135 Quadratmeter angeboten werden sollen. Die Investoren haben aber auch das benachbarte Brauhaus gekauft und werden es sanieren. Die Vermarktung soll ab Ende September beginnen. Die Nachfrage nach Eigentum in der Stadt ist groß.

Konzentration in der Römerstadt

„Die Lebenshilfe HPZ richtet sich für die Zukunft aus und das mitten im Herzen von Zülpich“, erklärte Rolf Emmerich vor Medienvertretern. Die Stadt Zülpich steht traditionell im Mittelpunkt der Lebenshilfe-HPZ-Überlegungen. Jetzt gibt es neben dem bisherigen Heilpädagogischen Zentrum Bürvenich und Wohneinrichtungen eine administrative Schwerpunktverlagerung in die Kernstadt.

Das Haus an der Bonner Straße soll an der Stelle errichtet werden, an der sich bis Dezember 2012 die Stadthalle befand. Bürgermeister Ulf Hürtgen bezeichnete die Fläche als Filetgrundstück der Stadt. Direkter Nachbar ist die bereits vorhandene HPZ-Einrichtung für Betreutes Wohnen. Weitere Aktivitäten der Lebenshilfe HPZ in Zülpich sind geplant, so Rolf K. Emmerich.

Die Lebenshilfe HPZ hat sich bewusst mit den Investoren auf die Nutzung des Erdgeschosses geeinigt. „Wir wollen so kundenfreundlich wie möglich für körperlich eingeschränkte Menschen sein“, sagt Emmerich. Der gesamte Bereich sei barrierefrei ohne Treppen und Aufzüge und deshalb problemlos auch für Menschen mit Rollstuhl erreichbar. Direkt vor dem Haus wird es darüber hinaus rund 20 Parkplätze geben.

Das neue Haus mit HPZ-Beratungszentrum füllt die Lücke, die der Abbruch der Stadthalle an der Bonner Straße hinterlassen hat. Visualisierung: Architekten BDA Fischer + Fischer/pp/Agentur ProfiPress

Auch die Nähe zum „BeWo“-Haus ist von Vorteil. Während eines Beratungsgesprächs mit Kunden kann in Zukunft direkt gezeigt werden, wie Betreutes Wohnen funktioniert und wie die Menschen in ihren eigenen Wohnungen selbstständig leben können. Dazu muss nur das Beratungszentrum verlassen und das Nachbarhaus betreten werden.

Gute Gründe gibt es auch für den Umzug der zurzeit noch zwölfköpfigen Verwaltung von Bürvenich in die Kernstadt, so der Geschäftsführer: „In Bürvenich sind wir mit der Verwaltung in der Villa Nagelschmidt am Ende der Kapazität angekommen.“ Hinzu komme die bessere Anbindung Zülpichs an den Öffentlichen Personennahverkehr.

Das ist wichtig für Menschen, die auf die Hilfe und Beratung des HPZ angewiesen sind und mit dem Bus anreisen müssen. Die Bushaltestelle Adenauerplatz ist bloß einen Steinwurf vom neuen HPZ-Beratungszentrum entfernt. „Nur unser Know-how soll wandern, nicht aber unsere Kunden, der Umzug ist deshalb eine logische Konsequenz“, so Rolf Emmerich.

Die Lebenshilfe HPZ wird die grün dargestellten Bereiche im Erdgeschoss beziehen. Visualisierung: Architekten BDA Fischer + Fischer/pp/Agentur ProfiPress

Stichwort Know-how: Wissen und Können soll im Neubau ebenfalls vermittelt werden, und zwar in der HPZ-Akademie. Dort sollen zukünftige und vorhandene Fachkräfte „fitgemacht“ werden, so der Geschäftsführer: „Wir planen auch Angebote für externe Seminarteilnehmer, also Betreuer, Therapeuten und Begleiter aus anderen, nicht der Lebenshilfe HPZ angehörenden Häusern für gehandicapte Menschen.“

Der Lebenshilfe HPZ ist es gelungen, bundesweit bekannte Seminarleiter, etwa Thore Volquardsen, mit dem die gemeinnützige Gesellschaft schon mehrmals zusammengearbeitet hat und beachsichtig, dies auch zukünftig zu tun, zu gewinnen. Die HPZ-Akademie verfügt über einen eigenen Eingang auf der Seite des Gebäudes in Richtung Brauhaus sowie einen eigenen Sanitärbereich, ist also nicht von den Öffnungszeiten der übrigen Verwaltung abhängig.

Alle Beratungsmöglichkeiten

Seinen Namen trägt das HPZ-Beratungszentrum nicht von ungefähr: Dort entstehen Beratungsstellen für den Familienunterstützenden Dienst und das Betreute Wohnen sowie eine Autismus-Ambulanz in Zülpich.

An das Erfolgsmodell Autismus-Ambulanz, das 2007 in Bürvenich gestartet ist und mittlerweile auch in Düren, Brühl und Euskirchen angeboten wird, erinnert auch das, was die Lebenshilfe HPZ mit Kooperationspartnern wie dem Kreiskrankenhaus Mechernich und der Fachklinik Marienborn als dringende Notwendigkeit für die Menschen mit Behinderung erachtet – die Errichtung eines in der Nahregion einmaligen Medizinischen Behandlungszentrums für Erwachsene mit geistiger Behinderung (MZEB).

Die Lebenshilfe HPZ ist ihr eigener Nachbar. Neben dem geplanten Neubau befindet sich das Haus für Betreutes Wohnen. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Treffen, in denen mit den Geschäftsführern des Kreiskrankenhauses Mechernich und der Fachklinik Marienborn über die Ansiedlung gesprochen wurde, haben bereits stattgefunden, Gespräche mit der Kassenärztlichen Vereinigung werden unmittelbar aufgenommen. Vergleichbare Angebote gibt es momentan nur in Aachen und Köln. „Die Region dazwischen ist noch ein weißer Fleck“, so Rolf Emmerich.

Hilfe auch für erwachsene Behinderte

In einem MZEB wird das Konzept der Sozialpädiatrischen Zentren fortgeführt, die sich an Menschen mit Behinderung bis 18 Jahre richten. „Im Anschluss daran fehlen Versorgungsmöglichkeiten für Behinderte, die erwachsen werden“, weiß Emmerich. Deshalb richtet sich ein MZEB zum einen an die Menschen mit Behinderung ab 18 Jahren, aber auch an Menschen, die sich erst im Erwachsenenalter Behinderungen zuziehen, etwa durch Unfälle oder Krankheiten.

Im HPZ-Beratungszentrum stünden Räumlichkeiten auf rund 200 Quadratmetern zur Verfügung, in denen die geistig behinderten Menschen dann von niedergelassenen Ärzten und Medizinern aus umliegenden Kliniken ambulant behandelt werden könnten, so Rolf K. Emmerich.

So wird das mehrgeschossige Haus an der Bonner Straße, in dem das HPZ-Beratungszentrum das Erdgeschoss erworben hat, aus Richtung Ülpenich kommend aussehen. Visualisierung: Architekten BDA Fischer + Fischer/pp/Agentur ProfiPress

„Wir haben eine fast 50-jährige Erfahrung in der Arbeit mit und dem Verständnis von Menschen mit Behinderung“, beschreibt Emmerich, warum sich die Lebenshilfe HPZ für die Errichtung des MZEB engagiert. In diesem halben Jahrhundert habe sich die Einrichtung eine hohe Kompetenz im Umgang mit kommunikationseingeschränkten Menschen erworben. „Wir sind aus diesem Grund in der Lage, einzuschätzen, dass ein solches MZEB dringen benötigt wird“, sagte Emmerich. Die Lebenshilfe HPZ würde im MZEB die Koordinierungsaufgabe übernehmen.

Experten tun ihr Wissen zusammen

Auch wenn der strategische Bereich zukünftig in Zülpich beheimatet ist, muss man laut Rolf Emmerich keine Angst um den Standort Bürvenich, an dem die Lebenshilfe HPZ seit 1971 beheimatet ist, und die Nutzung der Villa Nagelschmidt, in der die Verwaltung derzeit ansässig ist, haben. Im Gegenteil: In Bürvenich wird ein neuer Schwerpunkt installiert, das interdisziplinäre Team. Dieser Zusammenschluss von Experten aus den unterschiedlichsten Bereichen wurde bereits gegründet, die Arbeit im Kompetenzzentrum wird aber ausgebaut.

„Dieses Team rekrutiert sich zu 99 Prozent aus Fachleuten aus dem eigenen Haus, dadurch kann es im Notfall sofort zusammenkommen und sich beraten“, ist Emmerich stolz. Dazu gehören Sozialpädagogen, Autismus-Therapeuten, Sozialarbeiter, Heilpädagogen, Heilerziehungspfleger, Erzieher, Gesundheits- und Krankenpfleger, Deeskalationstrainer, Kinderpfleger, Ernährungsfachleute, Musik-Therapeuten, Ergotherapeuten, Hygienefachleute, Rehabilitationspädagogen sowie Sonderpädagogen aus der Inhouse-Schule, einer Zweigstelle des Kooperationspartners Hans-Verbeek-Schule aus Euskirchen.

Der Neubau mit dem HPZ-Beratungszentrum wird sich wunderbar einfügen in das Ensemble aus Brauhaus auf der einen und BeWo-Haus auf der anderen Seite. Visualisierung: Architekten BDA Fischer + Fischer/pp/Agentur ProfiPress

Das interdisziplinäre Team ist Ansprechstelle für Entwicklungsstörungen aller Art, macht Netzwerkarbeit und beobachtet kritisch die Entwicklung der Klienten. Regelmäßig kommt es zusammen, um sich auszutauschen.

In die ebenfalls am angestammten Sitz Bürvenich befindliche Villa Nagelschmidt soll außerdem die Administration der Einrichtungsleitung einziehen. „Dabei handelt es sich um die direkten Zuarbeiter für die Einrichtungsleitungen“, erklärte Emmerich der Presse. Wegen der Änderungen durch das Bundesteilhabegesetz müssen die ambulanten und stationären Einrichtungen der Lebenshilfe HPZ den Bedingungen des Gesetzgebers angepasst werden. Diese zusätzlichen Anforderungen machen die Bündelung der direkten Verwaltung der 13 HPZ-Standorte nötig.

pp/Agentur ProfiPress

 

Information zum Unternehmen:

Die Lebenshilfe HPZ wurde von Willy Emmerich, dem Vater von Rolf Emmerich, 1971 in Bürvenich gegründet. Mittlerweile befindet sich die Lebenshilfe HPZ an 13 Standorten in Bürvenich, Zülpich, Euskirchen, Schleiden, Mechernich, Kommern, Düren und Brühl. Etwa 270 Mitarbeiter sind bei der Lebenshilfe HPZ beschäftigt, darunter 15 Auszubildende. Mehr als 500 Kunden werden betreut. Außerdem beliefert der Menüservice der Lebenshilfe HPZ sieben Kindergärten und drei Offene Ganztagsschulen. Der Mensch mit Behinderung steht bei der Lebenshilfe HPZ stets im Mittelpunkt. Meilensteine in der Geschichte des Unternehmens sind die Eröffnung des Ambulanten Beratungs- und Therapiezentrums für Menschen mit Autismus im Förderzentrum Bürvenich (2007), die Eröffnungen des Barbarahofs HPZ in Mechernich in Kooperation mit dem Kreiskrankenhaus Mechernich und des Hauses für selbstständiges ambulant betreutes Wohnen für Erwachsene in Zülpich (beides 2010), die Fertigstellung des Förderzentrum-Umbaus in Bürvenich (2011) sowie das Ambulant Betreute Wohnen „Leben im Quartier“ in Euskirchen (2016). (pp)

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