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Hilfsbereites Völkchen

Martha und Paul Heinens Lieblingsbank steht am Voißeler Damwildgehege – Mit den Einwohner am Südwestrand des Stadtgebietes kann man gut auskommen

Mechernich-Voißel – „Der schönste Platz ist immer am Gehege“: So könnten Martha (77) und Paul Heinen (84) einen alten Kölner Karnevalsschlager für ihren Heimatort Voißel umdichten. Die beiden sind auf Du und Du mit 18 Damhirschen in den Gattern des örtlichen Forstwirts Werner Hertrampf.

Martha (77) und Paul Heinen (84) an Werner Hertrampfs Voißeler Damwildgehege, ihrem Lieblingsort, mit Hirsch „Hansi“ und seinem Harem. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Hirsch „Hansi“ hört aufs Wort, wenn die beiden Eheleute, Eltern von Tochter Sabine und Großeltern zweier Enkel, ihre Lieblingsbank am Ortsrand von Voißel Richtung Bescheid beziehen. Er kommt selbst dann, wenn die beiden Rentner kein Futter im Gepäck haben. Manchmal nehmen sie aber auch etwas Mais mit, dann reicht es für mehr Tiere und dann ist auch „Hansis“ Harem zur Stelle, wenn gefüttert wird.

Das 220-Seelen-Dorf Voißel am Rand der Stadt Mechernich hat bereits Kaller Vorwahl und liegt direkt am Nationalpark Eifel. Luftbild: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

„Manchmal habe ich für Werner Hertrampf ein verwaistes Kitz mit der Flasche großgezogen, wenn der Fuchs die Mutter geholt hatte“, berichtet Martha Heinen: „Am Anfang bekommen die Kleinen fünfmal am Tag Milch und auch in der Nacht alle zwei Stunden.“

Die Tiere sind ihre Lieblinge – von Vierbeinern sei sie noch nie im Leben enttäuscht worden. Aber auch auf ihre Voißeler Dorfgenossen lässt die 77-Jährige nichts kommen: „Mit denen kann man gut auskommen, sie sind sehr hilfsbereit.“

Sehenswert ist die als Privathaus genutzte alte Schule aus der Zeit von Preußens Gloria mit der Aufschrift „Gott und dem König“ an der Hauptdurchfahrtsstraße von Bleibuir zur Wallenthaler Höhe. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Der 220-Seelen-Ort mit Kaller Vorwahl (02441) gehörte vor der Kommunalen Neugliederung vor 50 Jahren zur Zivilgemeinde Bleibuir und noch heute zur dortigen Pfarrgemeinde St. Agnes. Im Dorf gibt es eine aus wuchtigen Buntsandsteinen 1854 gemauerte Kapelle, die dem Heiligen Antonius von Padua geweiht ist und in der einmal im Monat Heilige Messen gefeiert werden.

Adventssingen in der Voißeler Sankt-Antonius-Singen mit dem seinerzeit von Johanna Hilger geleiteten Frauenchor. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Stolz sind die Voißeler auf ihr selbst errichtetes und bewirtschaftetes Dorfgemeinschaftshaus. Die örtliche Kirmes war früher im ganzen Umland bekannt. Sie fand zwischen Heuernte und Getreideernte statt und lockte junge Leute aus dem ganzen Kirchspiel an. Ebenso berühmt war damals der SV Voißel, der in der ersten Kreisklasse spielte und heute längst in der Spielvereinigung Rotbachtal-Strempt aufgegangen ist.

Auf den Äckern von Johann Henk vor Voißel zwischengelandete Störche. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Sehenswert ist auch die als Privathaus genutzte alte Schule aus der Zeit von Preußens Gloria mit der Aufschrift „Gott und dem König“ an der Hauptdurchfahrtsstraße von Bleibuir zur Wallenthaler Höhe.

pp/Agentur ProfiPress

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