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Helfen und helfen lassen

Statt Mehrgenerationenhaushalt kommt die Mehrgenerationenregion: Wer fit ist, hilft denen, die Gesellschaft und Unterstützung über die Pflege hinaus brauchen – GenoEifel eG, die Generationengenossenschaft mit Sitz in Kall, bringt beide Seiten zusammen – LEADER-Projekt startet mit 181.000 Euro in der Nordeifel und mit Ausdehnungsabsichten auf den gesamten Kreis Euskirchen – Die Betätigungsfelder sind reich: Fahren, Arztbesuche, Behördengänge, Vorlesen, Rasenmähen, Mensch-ärgere-dich-nicht spielen, im Haushalt helfen, Zuwendung geben – Neun Euro die Stunde, ein Geschäft ausschließlich unter Genossenschaftsmitgliedern

Schleiden/Kreis Euskirchen – Das Prinzip ist ebenso genial wie einfach: „Fitte“ Menschen kümmern sich um gebrechlichere Frauen und Männer, gehen für sie einkaufen, erledigen kleinere Arbeiten und Besorgungen und leisten den oft einsamen Alleinstehenden Gesellschaft. Sie tun über die Pflege hinaus das, was früher in einem Mehrgenerationenhaushalt die Kinder für die Eltern, die Enkel für Oma und Opa getan haben.

„Wir versuchen, das Modell Familie auf die ganze Nordeifel-Region zu übertragen“, sagte Wolfgang Merten heute in einer Pressekonferenz in Schleiden.  Bei dem Termin in der VR-Bank Nordeifel stellten Aufsichtsratsvorsitzender Wolfgang Merten und Vorstandsvorsitzender Malte Duisberg gemeinsam mit den Koordinatorinnen Corinne Rasky und Marita Manderfeld die „GenoEifel eG“ vor, eine Generationengenossenschaft, die ab sofort Hilfsbedürftige und Helfer zusammenbringen will.

Ein historisches Bild, es entstand am 7. Oktober 2016 in den Räumen der VR-Bank Nordeifel: Die Versammlungsteilnehmer der Genossenschaftsgründung der GenoEifel eG haben die entsprechenden Protokolle unterzeichnet. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Ein historisches Bild, es entstand am 7. Oktober 2016 in den Räumen der VR-Bank Nordeifel: Die Versammlungsteilnehmer der Genossenschaftsgründung der GenoEifel eG haben die entsprechenden Protokolle unterzeichnet. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

„Es geht nicht um klassische Pflege“, so Malte Duisberg, „dafür ist in aller Regel durch vorhandene Dienste gesorgt.“ Aber die haben kaum Zeit für Gespräche, Zuwendung, kleine Hilfen im Alltag, so Wolfgang Merten: „Ich kenne eine Frau, die könnte jetzt weiter zu Hause alleine leben, obwohl sie keine Angehörigen mehr hat, wenn sie die Leistungen der Dienstleistungsgenossenschaft in Anspruch nähme, sich jemand um sie kümmern würde, ihr den Rasen mäht, Besorgungen macht und auch mal Zeit für eine Partie Mensch-ärgere-dich-nicht hat.“

Kontakt Tel. 0160/ 90 95 27 18,  E-Mail: genoeifel@vr-banknordeifel.de

Auch Corinne Rasky nannte ein Beispiel aus dem so genannten „richtigen Leben“: „Die Ehefrau muss operiert werden, braucht übergangsweise für drei Wochen jemanden, der ein wenig im Haushalt hilft, sie fährt und Besorgungen macht – denn der eigene Mann ist selbst krank und in Reha.“ Da wird die GenoEifel eG mit Sitz im Kaller Rathaus (Tel. 0160/ 90 95 27 18, E-Mail: genoeifel@vr-banknordeifel.de) künftig in ihre Kartei an potenziellen Helfern gucken, wen sie für die drei Wochen vermitteln kann.

„Geniale Idee“ bescheinigten Medienvertreter in einer Pressekonferenz den „Erfindern“ der Generationengenossenschaft GenoEifel eG (von links): Karl Vermöhlen, Wolfgang Merten, Corinne Rasky, Malte Duisberg, Marita Manderfeld, Claudia Weishaupt und Hans Reiff.  Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

„Geniale Idee“ bescheinigten Medienvertreter in einer Pressekonferenz den „Erfindern“ der Generationengenossenschaft GenoEifel eG (von links): Karl Vermöhlen, Wolfgang Merten, Corinne Rasky, Malte Duisberg, Marita Manderfeld, Claudia Weishaupt und Hans Reiff. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Das System lebt von der Hoffnung, dass sich genügend Menschen in Eifel und Kreis Euskirchen finden, die einen Teil ihrer Zeit für solche Hilfen zu geben bereit sind. Hilfebedürftige gibt es durch die demografische Entwicklung immer mehr . . .

Wer ihnen beisteht, indem er zum Beispiel Fahrdienste erledigt, die Senioren zur Kirche oder zum Arzt begleitet, sie im Heim besucht, mit ihnen spazieren geht, ihnen vorliest, Bilder aufhängt oder die Betten bezieht, soll das nicht ohne Gegenleistung tun.

Vorstandsvorsitzender Malte Duisberg sprach von einem nachhaltigen Konzept auf Generationen. Professionellen Diensten und Handwerkern sollen die freiwilligen Helfer nicht ins Gehege kommen: „Es geht um ehrenamtliche Begleitung und kleine Hilfen im Alltag, Erzählen, vorlesen, mit auf den Friedhof, in die Kirche oder zum Arzt gehen, die Matratzen drehen, Betten neu beziehen, Rasen mähen, Mensch-ärgere-dich-nicht-spielen.“ Dass die Hilfsbedürftigen etwas für die Leistung bezahlen sollen, habe auch etwas mit Würde und Respekt zu tun: „Wir wollen die Menschen nicht zu Almosenempfängern machen.“ Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Vorstandsvorsitzender Malte Duisberg sprach von einem nachhaltigen Konzept auf Generationen. Professionellen Diensten und Handwerkern sollen die freiwilligen Helfer nicht ins Gehege kommen: „Es geht um ehrenamtliche Begleitung und kleine Hilfen im Alltag, Erzählen, vorlesen, mit auf den Friedhof, in die Kirche oder zum Arzt gehen, die Matratzen drehen, Betten neu beziehen, Rasen mähen, Mensch-ärgere-dich-nicht-spielen.“ Dass die Hilfsbedürftigen etwas für die Leistung bezahlen sollen, habe auch etwas mit Würde und Respekt zu tun: „Wir wollen die Menschen nicht zu Almosenempfängern machen.“ Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Denn die Generationengenossenschaft führt Buch über die geleisteten Stunden. Die kann man in einem Zeitkonto ansparen – und in Anspruch nehmen, wenn und falls man selbst einmal Begleitung und Unterstützung dieser Art in Anspruch nehmen will.

Außerdem besteht die Möglichkeit, sich die geleisteten Stunden bezahlen zu lassen. Malte Duisberg: „Wer der Meinung ist, dass das Leben so gut zu ihm war, dass er ohne Gegenleistung unterstützen und begleiten will, der kann sich auch so engagieren.“

Ein Geno-Anteil für 50 Euro, 40 Euro Beitrag im Jahr

Der Stundensatz beträgt neun Euro für diejenigen, die Hilfe in Anspruch nehmen. Der Helfer bekommt davon sechs, die Genossenschaft drei Euro. Außerdem müssen Helfer wie Hilfsbedürftige, um überhaupt zueinander vermittelt zu werden, Mitglied der GenoEifel eG werden. Der Jahresbeitrag kostet 40 Euro. Außerdem muss man einmalig mindestens einen Anteil an der Genossenschaft erwerben (50 Euro).

„Das ist eine faire Grundlage, auf der wir den Versuch wagen, eine solidarische Gesellschaft in der Nordeifelregion und später im ganzen Kreis Euskirchen zu organisieren“, so Wolfgang Merten, der Aufsichtsratsvorsitzende. Das hat auch die EU erkannt und das Projekt in seine LEADER-Förderung aufgenommen.

Corinne Rasky will gemeinsam mit Marita Manderfeld Helfer und Hilfsbedürftige betreuen und zusammenbringen. Sie nannte ein Beispiel: „Die Ehefrau muss operiert werden, braucht übergangsweise für drei Wochen jemanden, der ein wenig im Haushalt hilft, sie fährt und Besorgungen macht – denn der eigene Mann ist selbst krank und in Reha.“ Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Corinne Rasky will gemeinsam mit Marita Manderfeld Helfer und Hilfsbedürftige betreuen und zusammenbringen. Sie nannte ein Beispiel: „Die Ehefrau muss operiert werden, braucht übergangsweise für drei Wochen jemanden, der ein wenig im Haushalt hilft, sie fährt und Besorgungen macht – denn der eigene Mann ist selbst krank und in Reha.“ Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Insgesamt fließen in der Startphase der Jahre 2017 bis 2022 181.000 Euro Fördermittel in die GenoEifel eG, 118.000 aus dem LEADER-Programm, 63.000 Euro von insgesamt zehn regionalen Partnern, darunter Firmen und Stiftungen wie die Stiftung Evangelisches Alten- und Pflegeheim Gemünd, deren Geschäftsführer Malte Duisberg ist. Natürlich engagierte sich auch die VR-Bank Nordeifel stark, deren Vorstandsmitglied Wolfgang Merten ist.

Außerdem die Dr. Axe-Stiftung Köln, die DHPG Euskirchen, der Weiss-Verlag Monschau, e-regio Euskirchen, die Anwaltskanzlei Pelzer in Schleiden, die Steuerkanzlei Heinen/L`homme/Weishaupt & Partner in Mechermich, Heimbach und Schleiden, Bohnen & Mies in Schmidtheim und die Energie Nordeifel in Kall.

Im Vorfeld der Genossenschaftsgründung hatten sich Malte Duisberg und Wolfgang Merten bei vergleichbaren Genossenschaften vor allem in Süddeutschland umgesehen und unter Weglassen von Schwächen und Nachteilen ein eigenes Modell aus den positiven Erfahrungen konstruiert, das sie jetzt in einer Pressekonferenz vorstellten.

Auftaktveranstaltung am 29. Mai, 18.30 Uhr, in Gemünd

Im Oktober war die Gründung, am 29. Mai soll die Geno Eifel eG in einer Auftaktveranstaltung um 18.30 Uhr im Kleinen Kursaal Gemünd der Region vorgestellt werden. Dem Vorstand gehört neben Malte Duisberg Karl Vermöhlen an, dem Aufsichtsrat außer Merten auch Claudia Weishaupt von Heinen/L’homme/Weishaupt und der frühere Geschäftsführer, jetzige Pensionär und Kommunalpolitiker Hans Reiff.

„Die Helfer sind versichert und in der Berufsgenossenschaft“, so Aufsichtsratsvorsitzender Wolfgang Merten, der die Eifeler Generationengenossenschaft seit 2013 mit plante und zum erfolgreichen LEADER-Projekt machte. Die GenoEifel eG erhält für die Startphase bis zum Jahr 2022 118.000 Euro aus dem LEADER-Programm und 63.000 Euro von insgesamt zehn regionalen Partnern, darunter die VR-Bank Nordeifel, die Stiftung Evangelisches Alten- und Pflegeheim Gemünd, Dr. Axe-Stiftung Köln, DHPG Euskirchen, Weiss-Verlag Monschau, e-regio Euskirchen, die Anwaltskanzlei Pelzer in Schleiden, die Steuerkanzlei Heinen/L`homme/Weishaupt & Partner in Mechermich, Heimbach und Schleiden, Bohnen & Mies in Schmidtheim und die Energie Nordeifel in Kall.  Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

„Die Helfer sind versichert und in der Berufsgenossenschaft“, so Aufsichtsratsvorsitzender Wolfgang Merten, der die Eifeler Generationengenossenschaft seit 2013 mit plante und zum erfolgreichen LEADER-Projekt machte. Die GenoEifel eG erhält für die Startphase bis zum Jahr 2022 118.000 Euro aus dem LEADER-Programm und 63.000 Euro von insgesamt zehn regionalen Partnern, darunter die VR-Bank Nordeifel, die Stiftung Evangelisches Alten- und Pflegeheim Gemünd, Dr. Axe-Stiftung Köln, DHPG Euskirchen, Weiss-Verlag Monschau, e-regio Euskirchen, die Anwaltskanzlei Pelzer in Schleiden, die Steuerkanzlei Heinen/L`homme/Weishaupt & Partner in Mechermich, Heimbach und Schleiden, Bohnen & Mies in Schmidtheim und die Energie Nordeifel in Kall. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Zum Auftakt der Pressekonferenz nannte Malte Duisberg die Grundvoraussetzung für die Generationengenossenschaft in Eifel und Börde: „Wir stellen uns damit einer der größten Voraussetzungen unserer Zukunft, das muss klar sein. Die Gesellschaft wird älter, gerade auf dem Land wollen viele möglichst lange selbstbestimmt und möglichst selbstständig leben. Dazu brauchen sie die Hilfe, die früher eine Mehrgenerationenfamilie gegeben hat. Da es die nicht mehr gibt, hilft kein Zetern und klagen: Wir mussten und wir haben nach einer Alternative gesucht!“

Wolfgang Merten: „Neben professioneller Hilfe wird bürgerschaftliches Engagement immer wichtiger. Noch nie haben so viele ältere Menschen so viel Kompetenz und Berufserfahrung im Alter eingebracht wie heute.  Noch nie haben ältere Menschen über so viel Zeit verfügt, nicht zuletzt durch die länger werdende Zeit des Ruhestandes, wie heute. Ältere Menschen wollen Dinge selber in die Hand nehmen, sich ehrenamtlich einbringen und gleichzeitig für sich selbst einen Nutzen generieren. Wir bringen beide Seiten zusammen: Die, die Unterstützung brauchen und die, die sie geben wollen und geben können!“

pp/Agentur ProfiPress

 

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