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Haltung und Taten statt Reden

58. Internationales Priestertreffen 2019 mit dem deutschen Leiter Erik Pühringer aus Mechernich beschäftigte sich mit dem „Priestersein in einem säkularen Umfeld“ – „Unbedingt akzeptieren, dass wirklich jeder Mensch von Gott geliebt ist“ – Kirche zeigt keine Berührungsängste mit der Grünen-Politik

Mechernich/Clairefontaine près d’Arlon – Mit dem Priestersein im weltlichen Umfeld beschäftigte sich jetzt unter der deutschen Leitung des Mechernicher Pfarrers Erik Pühringer das 58. Internationale Priestertreffen der Euregio-Diözesen Hasselt, Lüttich, Roermond, Luxemburg und Aachen im Centre d’Accueil im luxemburgischen Clairefontaine près d’Arlon. Der frühere Eifeldekan und amtierende GdG-Leiter im zum Bistum Aachen gehörenden Teil der Stadt Mechernich ist Europax-Beauftragter auf deutscher Seite.

Mit dem Priestersein im weltlichen Umfeld beschäftigte sich jetzt unter der deutschen Leitung des Mechernicher Pfarrers Erik Pühringer (ganz hinten rechts) das 58. Internationale Priestertreffen der Euregio-Diözesen Hasselt, Lüttich, Roermond, Luxemburg und Aachen im Centre d’Accueil der „Fratres de Sacre Coers“ im luxemburgischen Clairefontaine près d’Arlon. Foto: Christophe Hubert/Archevêché de Luxembourg/Service Communication et Presse/pp/Agentur ProfiPress

Das Thema „Priestersein in einem säkularen Umfeld“ wurde zunächst in drei Vorträgen aus drei Blickwinkeln angerissen und diskutiert. Jesuitenpater Daniel Sonveaux, geistlicher Begleiter der Seminaristen und Priester in der Erzdiözese Luxemburg, führte das Thema spirituell aus.

Dialog mit Gesellschaft

Für ihn ist der Dialog mit der Gesellschaft unerlässlich. Auch wenn durch die hohe Arbeitsbelastung die Menschen kaum Zeit hätten, so ließen sie sich doch in Leiderfahrungen besonders gut kirchlich und religiös erreichen.

Der „Brunnen der Spiritualität“ sei in jedem Menschen vorhanden, auch wenn er meistens durch anderes verschüttet sei. Ein Blick in die Evangelien zeige, dass Jesu Handeln vom Mitleid mit den Menschen geprägt sei. Daher solle die Kirche sich fragen, was sie den Menschen von heute geben kann.

Pater Sonveaux beantwortete die selbst aufgeworfene Frage mit drei Aspekten: Die Menschen brauchten auch heute des Brot der Eucharistie (Evangelium der Brotvermehrung), das gehörte Wort Jesu (Emmaus-Geschichte) und die Wandlung von Leid in Vergebung und Heil (Begegnung Jesu mit der Frau am Jakobsbrunnen).

Seelsorge heißt Leben teilen

Entscheidend seien dabei drei Punkte, so der Jesuit: Gott im anderen zu erkennen, Gott von Angesicht zu Angesicht zu reichen und Jesus als Bruder zu verkünden. Seelsorge heiße, das Leben teilen, also den Menschen in den Blick zu nehmen mit seinen Fehlern und Schwächen sowie seinen Stärken und seinem Können, und – ganz wichtig – einander zu respektieren.

Die große Herausforderung bleibe es auch für Kleriker, unbedingt zu akzeptieren, dass jeder Mensch von Gott geliebt ist. „Das ist die Voraussetzung, sich selbst und einander zu lieben“, so Daniel Sonveaux.

Erzbischof Jean-Claude Hollerich SJ, der Vorsitzende der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft sagte, Kirche und Religion würden heute als geschlossenes System, aber doch noch Teil der Zivilisation wahrgenommen. Foto: Christophe Hubert/Archevêché de Luxembourg/Service Communication et Presse/pp/Agentur ProfiPress

H. Charles Margue, Abgeordneter im Luxemburger Parlament (Partei „déi gréng“) legte seine Außenansicht auf die Kirche in der Gesellschaft dar. Der Grünenpolitiker erwähnte, dass das Verhältnis zwischen den Grünen und der Kirche – abgesehen von Deutschland – eher spannungsreich sei.

Während die Kirche sozial eingestellt sei, sei die Politik meist rational und national geprägt. Die grünen Parteien seien überall zwar in der Minderheit, stünden aber für den Mainstream und hätten eine positive Dynamik. Die Kirche sei zurzeit eher negativ „gerankt“. Wer brauche wen, das sei noch die Frage, die Kirche die Grünen oder die Grünen die Kirche?

Von der Kirche erwarte er Stellungnahmen zu Gerechtigkeit, Menschlichkeit und Solidarität, sagte H. Charles Margue: Impulse, die das Zusammenleben in Europa verändern könnten. Dazu sei ein Dialog unumgänglich. Kirche und die Grünen seien Minderheiten, die jedoch für klare Positionen einträten.

Glaubwürdigkeitsverlust

Abschließend ging Margue auf den Glaubwürdigkeitsverlust der Kirche durch Klerikalismus, Kindesmissbrauch und Machogehabe ein. Für ihn könne die Kirche nur überleben, wenn sie schnell aufkläre und handle. Sie könne nicht auf ein Konzil warten, denn freudlos und überalterte Mitarbeiter eines Unternehmens spiegelten letztlich nicht eine blühende Zukunft wider…

Den Abschluss des Tages bildete die Begegnung mit dem luxemburgischen Erzbischof Jean-Claude Hollerich SJ, dem Vorsitzenden der COMECE (Commissio Episcopatorum Commmunitatis Europenensis = Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft).

Das Thema „Priestersein in einem säkularen Umfeld“ wurde in drei Vorträgen aus drei Blickwinkeln beleuchtet und dann von den Tagungsteilnehmern diskutiert. Foto: Christophe Hubert/Archevêché de Luxembourg/Service Communication et Presse/pp/Agentur ProfiPress

Seine Erfahrungen als Professor in Japan hätten ihn gelehrt, die Realität anzunehmen. Das Ergebnis der Säkularisation sei, dass Gott nicht mehr im Leben erfahren werde, die Kirche und auch die Religion allgemein ein geschlossenes System, aber doch noch ein Teil der Zivilisation seien.

Daher sei eine Erneuerung der Kirche für ihn nötig, indem Gott im Zusammenleben der Menschen erlebbar gemacht werde, das Evangelium nicht anderen erklärt, sondern gelebt werde. Das Religiöse müsse seine Entsprechung in Haltung und Taten finden. Nur ein Aufbrechen der Strukturen könne eine Evangelisierung ermöglichen. Letztlich sei die Säkularisierung auch in der Kirche angekommen, wenn nur Aktionen und nicht Gebet und Meditation das gemeindliche Leben bestimmten.

Messe mit Bischof Wagener

Den Abschluss eines erfüllten Tages bildete eine Hl. Messe, die anders als ursprünglich vorgesehen nicht Erzbischof Hollerich, sondern der am Vortag neugeweihte luxemburgische Weihbischof Leo Wagener feierte. Er ist der Ansprechpartner für Luxemburg im von Erik Pühringer auf deutscher Seite geleiteten internationalen Priestertreffen Europax und mit dem Mechernicher befreundet. Auch bei Erik Pühringers Silbernem Priesterjubiläum vor einigen Monaten war Leo Wagener in Mechernich – damals noch als Pfarrer und nicht als Bischof.  

pp/Agentur ProfiPress

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