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Gewand mit Geschichte

Bescherung in der Freien Veytalschule Satzvey – Nikolauskostüm schon seit etwa 80 Jahren im Einsatz, inzwischen ohne Knecht Ruprecht

Mechernich-Satzvey – Am Morgen des 6. Dezember, des Nikolaustages, war die flimmernde Aufregung der Erstklässler in der Freien Veytalschule Satzvey deutlich zu spüren. Bei Kerzenschein warteten sie zusammen mit Lehrerin Perina Rosenberger auf den heiligen Mann – und tatsächlich klopfte es dann an die Tür und der Nikolaus betrat das Klassenzimmer.

Dabei handelte es sich nicht um irgendeinen Nikolaus, vielmehr hat das Gewand, das Toni Cöllen als Bischof von Myra in der Freien Veytalschule Satzvey trug, eine eigene Geschichte. Ursprünglich entstammt das Bischofskostüm dem Fundus der Ursulinenschwestern in Bad Münstereifel. Diese stellten es Jahr für Jahr Hans Gemünd zur Verfügung, der bis 1968 die Volksschule Schönau leitete. Gespannt warteten in der Volksschule die Kinder der ersten bis achten Klassen auf den Nikolaus – und fürchteten sich vor Knecht Ruprecht, der schwarz angemalt in seinem Umhang, mit Kette umgürtelt, Angst und Schrecken verbreitete.

Im rund 80 Jahre alten Bischofskostüm besuchte Toni Cöllen als Nikolaus die Erstklässler der Freien Veytalschule Satzvey. Foto: Susanne Eichen/pp/Agentur ProfiPress

Willy Gemünd, Sohn des damaligen Volksschulleiters und aktuell Schulleiter der Freien Veytalschule Satzvey, erinnert sich, wie er selbst als Kind Nikolaus und Knecht Ruprecht erlebte: „Wenn Knecht Ruprecht bedrohlich mit den Ketten rasselte, löste er blankes Entsetzen bei den Kindern aus.“

Nicht so der gute Nikolaus. In Reimform hielt er seine Ansprache an die Kinder, lobte die guten und fleißigen und wusste auch von „bösen“ Kindern zu berichten. Zum Abschluss gab es für jedes Kind eine prall gefüllte Tüte mit Mandarinen und Nüssen, immer verbunden mit der Aufforderung: „Bleibt schön brav bis zum nächsten Jahr. Der Nikolaus sieht alles – und auch, wer es war.“

Zu einem „richtigen“ Nikolaus gehören zahlreiche Details: gelockter Rauschebart, kleines Glöckchen, goldene Schärpe, roter Mantel – und natürlich auch Bischofsstab und goldenes Buch. Foto: Susanne Eichen/pp/Agentur ProfiPress

Bis zur Auflösung der Dorfschule 1968 kam das Nikolauskostüm der Ursulinenschwestern jedes Jahr dort zum Einsatz. Danach wurde es zunächst für private Nikolausfeiern aus dem alten Koffer geholt, bevor es wieder in einer Schule zum Einsatz kam: 1991 wurde Willy Gemünd mit der Leitung der Grundschule in Kommern beauftragt und so besuchte dort der Nikolaus jedes Jahr die Kinder – allerdings ohne Knecht Ruprecht.

Erstmals kam der Nikolaus höchstpersönlich in diesem Jahr zu den Erstklässlern der Freien Veytalschule Satzvey. Mit rotem Mantel und goldener Schärpe, Bischofsstab und goldenem Buch, betrat er gemessenen Schrittes das Klassenzimmer. Aufmerksam lauschten die Kinder, als der Nikolaus erzählte, wer er sei und wo er herkomme. Natürlich hatten die Schüler auch etwas vorbereitet: Gemeinsam sangen sie „Maria durch ein‘ Dornwald ging“, bevor der heilige Bischof weiterzog.

Bescherung in der Freien Veytalschule Satzvey: Jedes Kind bekam einen goldenen Wachsmalstift, einen kleinen Schokoladennikolaus sowie Mandarinen und Nüsse. Foto: Susanne Eichen/pp/Agentur ProfiPress

Seinen Sack mit Geschenken ließ der Nikolaus natürlich da. Darin fanden sich für jedes Kind ein goldener Wachsmalstift und ein kleiner Schokoladennikolaus, sowie Mandarinen und Nüsse. Der heilige Mann hatte außerdem noch die Idee für ein Spiel dagelassen: Abwechselnd durften sich je drei Kinder vor die Klasse setzen, damit ihre Mitschüler aufzählen durften, was sie besonders gut könnten. „Da kamen ganz unterschiedliche Eigenschaften zusammen: »ein guter Freund sein«, »gut Seilspringen« aber auch »Quatsch machen« haben die Kinder aufgelistet“, erzählt Lehrerin Perina Rosenberger.

Wie alt das Nikolauskostüm nun ist, kann wohl niemand genau sagen. „Schätzungen zufolge ist es nun schon älter als 80 Jahre – und in der Adventszeit immer noch sehr begehrt“, sagt Schulleiter Willy Gemünd. In jedem Fall hat das Kostüm schon viele tausend Kinderaugen leuchten gesehen.

pp/Agentur ProfiPress

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