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Förderschule in Satzvey erhalten

Politiker in Mechernich und Zülpich kämpfen gegen den Referentenentwurf zum Schulrechts-Änderungsgesetz und damit für den Erhalt ihrer bewährten Förderschulen in Satzvey und Bürvenich –„Plan B „ wäre eine Kooperation beider Schulen

Im städtischen Mechernicher Ratsausschuss für Bildung, Kultur und Soziales, hier eine Teilansicht während der Sitzung am Dienstag, wurde der Erhalt der städtischen Mechernicher Förderschule „Am Veybach“ in Satzvey einstimmig beschlossen. Welche taktischen Maßnahmen erforderlich sein werden, um diesen Beschluss in die Realität umzusetzen, wird sich erst noch zeigen müssen. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Mechernich/Zülpich – „Treten Sie Ihren Landtagsabgeordneten auf die Füße, damit man in Düsseldorf endlich damit aufhört, das platte Land gegen die großen Städte auszuspielen“, appellierte Rita Gerdemann am Dienstag im Mechernicher Ratsausschuss für Bildung, Kultur und Soziales an die Ausschusspolitiker aller politischen Farben: „Was da mit dem Referentenentwurf zum Schulrechts-Änderungsgesetz geplant ist, gefährdet den Fortbestand unserer Förderschulen. Es dient nicht unseren »Pänz«, es richtet ich gegen die Schullandschaft in der Provinz.“

Rita Gerdemann (62), die scheidende Grundschul-Rektorin in Mechernich und amtierende Schulausschussvorsitzende in ihrer Heimatstadt Zülpich ist, verkörpert sozusagen in einer Person den Widerstand zweier Kommunen gegen eine in Düsseldorf möglicherweise geplante Novellierung des Fortbestandes sogenannter Sonder- oder Förderschulen.

Möglichst viele Kinder mit einem besonderen Förderbedarf sollen bekanntlich inkludiert werden, also an ganz normalen Grund-, Haupt-, Real- und Sekundarschulen sowie Gymnasien mit den anderen unauffälligen Kindern gemeinsam unterrichtet, aber in ihrem speziellen Handicap gezielt begleitet und gefördert werden. Das Ganze nennt sich „Inklusion“ und ist grob gesehen das, was es vor 50 Jahren in der Volksschule schon mal gab. Die Vereinten Nationen haben die Inklusion 2008 mit einer Konvention zur Wahrung der Menschenrechte von Behinderten angestoßen.

Kinder, die misshandelt und vernachlässigt wurden, oder die aus anderen Gründen traumatisiert sind, können aber auch in Zukunft nicht „inkludiert“ werden, konstatierte Michaela Pursian, die Leiterin der städtischen Mechernicher Förderschule „Am Veybach“ in Satzvey, am Dienstag im städtischen Ratsausschuss für Bildung, Kultur und Soziales.

Für sie muss es weiterhin Förderschulen geben, in denen die Kinder, die nicht im geschlossenen Klassenverband klarkommen, einzeln oder in Kleingruppen unterrichtet und therapiert werden können. Im günstigsten Fall lernen sie dort, Regeln und Verhaltensweisen, die sie in den Stand setzen, irgendwann in eine der gängigen allgemeinen Schulformen zu wechseln.

Solche „Rest-Förderschulen“, in denen nicht inklusionsfähige Schüler unterrichtet und betreut werden, so sieht es der Referentenentwurf des eingangs erwähnten neunten Schulrechts-Änderungsgesetzes vor, müssen künftig über wenigstens 144 Schüler verfügen. Satzvey mit demnächst nur noch 94 Mädchen und Jungen würde ebenso durchs Raster fallen wie die Zülpicher Förderschule in Bürvenich mit knapp 120 Schülern.

Am Ende, dieses Szenario wurde in Mechernich von Politikern wie Stadtverwaltung gleichermaßen heraufbeschworen und vom Ausschussvorsitzenden Robert Ohlerth schließlich artikuliert: „könnte das dazu führen, dass wir im Kreis Euskirchen nur noch zwei Förderschulen haben, eine im Nord- und eine im Südkreis.“

Das wollen beide Kommunen, Mechernich und Zülpich, aber verhindern. Es wäre „schlechterdings unmöglich, verhaltensauffällige Kinder und Jugendliche mit dem Bus durch die halbe Eifel etwa nach Euskirchen zu kutschieren, wenn etwa die Dahlemer Förderschule geschlossen würde“, gibt der Journalistin Joachim Sprothen im „Kölner Stadt-Anzeiger“ zu bedenken.

Deshalb strebten die Kommunen im Kreis Euskirchen Kooperationslösungen an. Die sechs Kommunen im Südkreis (Schleiden, Hellenthal, Kall, Nettersheim, Blankenheim und Dahlem) streben eine förderschulpolitische Zusammenarbeit an, Euskirchen, Bad Münstereifel und Weilerswist wollen ebenfalls kooperieren. Mechernich und Zülpich kämpfen einstweilen jeder für sich und für den Erhalt der eigenen Förderschule, haben aber ebenfalls als „Plan B“ eine gemeinsame Schule im Hinterkopf.

Joachim Sprothen schreibt: „Bei einem Verbund mit der Stephanusschule müssten sich Zülpich und Mechernich darüber verständigen, welche Kommune als Träger den Hut aufhat. Auch dürfte es nur noch eine gemeinsame Schulleitung geben. Die neuerdings in den Referentenentwurf für die Errichtung von Verbundschulen eingearbeitete Mindestschülerzahl von 216 würde voraussichtlich erreicht.“

Parallel zu Gesprächen mit Zülpich solle die Stadtverwaltung Mechernich laut Auftrag des Ausschusses auch sondieren, inwieweit eine Übertragung der Trägerschaft an den Kreis Euskirchen erfolgversprechend ist. Eine Entscheidung soll auf Grundlage dieser Gespräche erst im Herbst fallen, wenn der Gesetzestext auf dem Tisch liegt.

pp/Agentur ProfiPress

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