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Feuerwehr bildet Truppführer aus

31 Männer und eine Frau nahmen am Lehrgang im Brandschutzzentrum teil – Teilnehmer werden immer jünger

Kreis Euskirchen/Schleiden – Ein Truppführer trägt Verantwortung: Nicht nur für seinen Kameraden, der mit ihm den Trupp bildet. Er trifft im Einsatz selbstständig Entscheidungen, muss Risiken einschätzen und beurteilen und dem Gruppenführer korrekt melden, dessen direkter Ansprechpartner er ist.

Die Teilnehmer des Truppführerlehrgangs und ihre Ausbilder. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Doch Truppführer wird man nicht einfach so. Dazu bedarf eines Lehrgangs. Ein solcher ist just im Brandschutzzentrum in Schleiden zu Ende gegangen. 32 Feuerwehrleute, darunter eine Frau, aus allen Kommunen des Kreises Euskirchen haben daran teilgenommen. An sechs aufeinanderfolgenden Samstagen haben sie Theorie und Praxis gepaukt. Wie bei der ehrenamtlich tätigen freiwilligen Feuerwehr üblich haben die Teilnehmer sowie deren Ausbilder wieder eine ganze Menge kostbarer Freizeit geopfert.

Lehrgangsleiter Gerd Breuer (v.l.) mit den Ausbildern Florian Krumpen und Franz Floß. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Im Gegensatz zu früher ist der Altersdurchschnitt der Teilnehmer in den letzten Jahren gesunken. „Das liegt daran, dass viele Kameraden aus der Jugendfeuerwehr kommen und dann schon sehr früh Truppführer werden wollen“, erklärt Lehrgangsleiter Gerd Breuer. Dadurch haben sich auch die Voraussetzungen und die Anforderungen an den Inhalt geändert. „Die jungen Leute haben ein unglaublich großes theoretisches Wissen, aber es fehlt ihnen natürlich an praktischer Erfahrung“, so Breuer weiter.

Ausbilder Arthur Klinkhammer erklärt den jungen Kameraden, wie man eine Person auf einer Trage mit der Feuerwehrrettungsleine fixiert. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Aus diesem Grund wird beim Truppführerlehrgang großer Wert auf die Praxis gelegt. Beim Pressebesuch wurde in drei Gruppen gearbeitet. Die erste Gruppe sollte einen Kameraden auf einer Trage sicher fixieren, damit er bei einer theoretischen Rettung im Hang oder aus einem Gebäude nicht wegrutscht. Doch die Gurte der Trage reichen dafür nicht aus. Mit der Feuerwehrrettungsleine wurde der Freiwillige buchstäblich gefesselt, zum Abschluss wurde um die Füße noch „eine Acht“, also eine bestimmte Schlaufe, gelegt. „So rutscht die Person, die ihr retten müsst nicht weg“, beschrieb es Ausbilder Arthur Klinkhammer.

Steckleitern und Standrohr als Flaschenzug

Die zweite Gruppe setzte eine Steckleiter zusammen und befestigte ebenfalls mit Knoten ein Standrohr am oberen Ende. Über dieses Standrohr sollen später zwei Leinen geführt werden, die gesamte Konstruktion dient als eine Art Flaschenzug. Die Leiter wurde von der Gruppe aufgestellt und ein Kamerad beispielhaft aus einem Schacht gerettet wurde. Instinktiv gingen die Lehrgangsteilnehmer die Sache dann aber falsch an und zogen das Seil nicht über eine Leiterseite, sondern quer zur Leiter. „Dadurch erhöht sich nicht nur die Reibung und erschwert euch die Arbeit, ihr nutzt auch nicht die Standfestigkeit der Leiter aus, sondern braucht Unmengen an Kraft, damit die Leiter nicht umkippt“, werden sie vom Ausbilder korrigiert.

Mit vereinten Kräften wird die zusammengesteckte Leiter aufgerichtet. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Die dritte Gruppe simulierte einen Brand in einem Ölhärtebad. Natürlich wussten die jungen Wehrkräfte, dass sie das Feuer nicht mit Wasser, sondern mit Schaum bekämpfen mussten. Die Schlauchleitung vom Feuerwehrfahrzeug bis zum Einsatzort war auch schnell gelegt. Nur in der Feinarbeit gab es noch Nachbesserungsbedarf. Zwar hatten die Lehrgangsteilnehmer selbstverständlich an die Schaummittelkanister gedacht. Aber Lehrgangsleiter Gerd Breuer hätte sich gewünscht, wenn noch ein paar Kanister mehr aus dem Fahrzeug zur Einsatzstelle gebracht worden wären. „Ein Truppführer muss berechnen können, wie viel Material benötigt wird und wie lange der Schlauch sein muss“, erklärte Gerd Breuer den wissbegierigen Feuerwehrleuten.

Zusätzlich zu den sechs Lehrgangstagen fand auch ein Ausbildungsabend in der Brandsimulationsanlage statt.

Zwei Kanister Schaummittel waren Lehrgangsleiter Gerd Breuer zu wenig. „Ein Truppführer muss berechnen, wie viel Material benötigt wird.“  Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Die neuen Truppführer im Kreis Euskirchen sind: Alexander Hihn, Angelo Klippel und Michael Sampels (alle Bad Münstereifel), Lena Bürling, André Kurth und Thomas Renner (alle Blankenheim), Tobias Schmitz und Lukas Wolf (beide Dahlem), Martin Dauben, Daniel Heinz und Lukas Ruskowski (alle Euskirchen), Marian Jansen, Markus Klinkhammer und Simon Will (alle Hellenthal), Lukas Müller und Moritz Wirtz (beide Kall), Maximilian Jenniches, Florian Möseler, Andreas Schneider, Marcel Schuler und Andreas Weinberg (alle Mechernich), Florian Schmitz, Thorsten Thielen, Tim Weiler und Christian Zingsheim (alle Nettersheim), Lars Bohnenkamp, Michael Lammert, Florian Schmitz (alle Schleiden), Michael Kittler (Weilerswist) sowie Christopher Reitz, Stefan Weber und Sebastian Wirtz (alle Zülpich).

pp/Agentur ProfiPress

 

 

 

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