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Fesselnder Einblick in den „Knast“-Alltag

Joe Bausch begeisterte das Lit.Eifel-Publikum im Kloster Zweifall bei Stolberg – Der Buchautor, Gefängnisarzt und Schauspieler erzählte brillant aus dem Stegreif

Stolberg-Zweifall – Diesmal waren es nicht ausschließlich literarische Motive, die der Veranstaltung des Literaturfestivals Lit.Eifel im Kloster Zweifall einen überaus regen Publikumszuspruch bescherten. Denn als Autor bislang eher unbekannt, genießt Joe Bausch als „Tatort“-Schauspieler und häufiger Talkshow-Gast eine umso größere Prominenz. Zur Lit.Eifel-Lesung nach Zweifall kam er, um sich in seinem eigentlichen Beruf zu präsentieren. Er ist nämlich Gefängnisarzt – mit dem Titel Regierungsmedizinaldirektor. Und als solcher legte er unlängst sein erstes Buch vor – einen Tatsachen- und Erlebnisbericht aus dem „Knast“, so der Titel.

Neben dem illustren Gast war aber auch der Ort des Geschehens selber etwas Besonderes. Denn das Karmelitinnen-Kloster in Zweifall bei Stolberg gibt es offiziell gar nicht mehr. Die einzig verbliebene Bewohnerin, Schwester Maria Regina, war sichtlich erfreut darüber, dass dieses Ereignis der Lit.Eifel in „ihren“ Mauern stattfinden konnte. Sie hob in ihrer Begrüßung den religiösen Aspekt hervor, dass nach dem Auftrag Jesu der Christ gehalten sei, die Gefangenen nicht allein zu lassen. Lit.Eifel-Projektleiter Joachim Starke zeigte sich ebenfalls sehr zufrieden mit der Resonanz der Veranstaltung, bevor er dann der Moderatorin Claudia Hoffmann das Wort erteilte, um Joe Bausch in einem einleitenden Interview vorzustellen.

Joe Bausch, hier mit Moderatorin Claudia Hoffmann, begeisterte sein Publikum bei der Lit.Eifel-Veranstaltung im Kloster Zweifall mit seiner Authentizität und fesselnden Schilderungen aus seinem Arbeitsalltag als Gefängnisarzt. Foto: Joachim Starke/pp/Agentur ProfiPress

Joe Bausch, hier mit Moderatorin Claudia Hoffmann, begeisterte sein Publikum bei der Lit.Eifel-Veranstaltung im Kloster Zweifall mit seiner Authentizität und fesselnden Schilderungen aus seinem Arbeitsalltag als Gefängnisarzt. Foto: Joachim Starke/pp/Agentur ProfiPress

Um es vorwegzunehmen: Bauschs absolut authentischer Auftritt war ein echtes Highlight der Lit.Eifel. Wie im Flug verging für die gebannt lauschenden Anwesenden die Zeit, so dass sich Bauschs ursprünglicher Zeitplan, den Zuhörern nach 50 Minuten eine „Thrombose-Pause“ zu verordnen, um viele Minuten verschob.

Wahrscheinlich werden viele Zuhörer erstaunt gewesen sein, in Joe Bausch einen so vielseitigen Mann kennenzulernen. Theaterwissenschaft, Germanistik, Jura, Schauspielerei, Medizin: In all diesen Feldern hat sich Bausch versucht. Die letzten beiden beschäftigen ihn derzeit vor allem. Mit den Fernsehauftritten als Gerichtsmediziner Dr. Joseph Roth im Kölner „Tatort“ ist er wohl am bekanntesten geworden. Aber im Hauptberuf ist er eben seit 25 Jahren Gefängnisarzt in der Justizvollzugsanstalt Werl in Westfalen. Die vielen Nachfragen aufgrund seiner Talkshowauftritte – so erzählte er – bewogen ihn vor kurzem, seine Erlebnisse und Erfahrungen aus dem Knast in einem Buch festzuhalten.

Sichtlich erfreut war auch Schwester Maria Regina, einzig verbliebene Bewohnerin des Klosters Zweifall, über den prominenten Gast, der am Ende der Veranstaltung fleißig Bücher signierte. Foto: Joachim Starke/pp/Agentur ProfiPress

Sichtlich erfreut war auch Schwester Maria Regina, einzig verbliebene Bewohnerin des Klosters Zweifall, über den prominenten Gast, der am Ende der Veranstaltung fleißig Bücher signierte. Foto: Joachim Starke/pp/Agentur ProfiPress

Aus diesem Buch, das anregend und lesbar geschrieben ist, sollte er eigentlich lesen. Aber es wurde doch eher zu einer lockeren, freien und dabei äußerst fesselnden Tour d’Horizon aus dem Alltag eines Hochsicherheitsgefängnisses, aus der sich gegen Ende des Abends ein lebhafter Austausch mit dem Publikum entwickelte.

Bausch konnte immer wieder aus dem Stegreif Erfahrungen, Anekdoten und Bemerkungen einflechten, die den Zuhörern auf plastische Weise die Alltagserfahrungen eines Gefängnisarztes nahebrachten. Immer wieder gab es dabei auch Anknüpfungspunkte zu den spirituellen Bemerkungen von Schwester Maria Regina.

Überaus klar wurde, dass in der Realität des Knastes die Insassen eben keine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben haben und dass die Integration der Straffälligen eine bis jetzt noch nicht gelöste Aufgabe ist. Sehr bemerkenswert war aus dieser Sicht das Rechenexempel Bauschs, dass ein Vollzugsbeamter im Gefängnis im Laufe eines einzigen Tages nicht weniger als 823 Schließvorgänge vollziehen muss. Nicht verwunderlich daher, dass die alles beherrschende Stimmung das Misstrauen ist. Das Zeitgefühl in einem solchen Gebäude ändert sich denn auch für die Insassen dort radikal. „Der eigentliche Zeitgeber im Knast ist nicht die Uhr, sondern der Schlüssel.“

pp/Agentur ProfiPress

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