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Erster Muße-Pfad der Eifel im UNESCO Geopark Vulkaneifel eröffnet

Mit wilden Gesellen und auf verschlungenen Wegen auf dem Maare- und Thermen-Pfad wandern – Hotelierin Martina Berg: „Unverwechselbar, die Menschen werden nie vergessen, dass sie das in der Eifel erlebt haben“

Ulmen-Lutzerath/Bad Bertrich – Geschichten von wilden Kerlen, Feuer, dem ewigen Wettkampf der Elemente, Räubern, Schwarzbrennern und Schmugglern erzählt seit heute der Maare-und-Thermen-Pfad in der Vulkaneifel. Er führt über 18 Kilometer von Ulmen nach Lutzerath, beziehungsweise in zwei Etappen und 33 Kilometern von Ulmen bis Bad Bertrich. Shuttlebusse und Pauschalangebote sind zu buchen.

Ganz extravagant mit Schwedenfeuern und einem Geschichten erzählenden Werbefachmann Volker Teschler inszenierte die Eifel Tourismus GmbH (ET) auf freiem Feld bei Lutzerath eine Pressekonferenz zur Vorstellung des Maare- und Thermen-Pfades. Der 33 Kilometer lange Weg zwischen Ulmen und Bad Bertrich ist der erste von sechs geplanten Eifeler Muße-Pfaden, auf denen die Menschen mit Hilfe verzaubernder Geschichten aus dem Alltagsstress und zu sich selbst finden sollen. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Der Nebenweg des berühmten Eifelsteigs ist der erste von insgesamt sechs so genannten „Muße-Pfaden“, auf denen Wanderer entschleunigen und in fantasiereiche Abenteuer abtauchen sollen. Und zwar unter dem Mundart-Motto: „Et jit net jerannt!“

Das erklärten jetzt unter anderem Wolfgang Reh von der Eifel Tourismus GmbH (ET), die Hotelierin Martine Berg und Dr. Andreas Schüller vom UNESCO-Geopark Vulkaneifel in einer Pressekonferenz auf freiem Feld bei Lutzerath. Weitere Informationen zu den Muße-Pfaden unter www.eifelsteig.de

Die Teilnehmer der Pressekonferenz mit überdimensionalem Kerbholz, dem Symbol des Maare-Thermen-Pfades, auf dem vom Kampf der Elemente Feuer, Wasser, Luft und Erde, aber auch von den Untaten der berüchtigten Moselbande um den Schmied Johann Sebastian Nikolai, den Pferdedieb Lorenz Günter und dem so genannten „Tuchhannes“ die Rede ist. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Der besondere Reiz der neuen Eifel-Muße-Pfade sind Geschichten. Unterwegs werden die Begeher – Touristen wie Einheimische – mit tollen Stories konfrontiert. Es gibt dabei jeweils eine Rahmenhandlung und an jedem der insgesamt sieben Muße-Orte werden neue Episoden und Einzelheiten preisgegeben.

Was auf dem Kerbholz haben

Volker Teschler von der Daleidener Werbeagentur „CUBE“ gab, als eine Mischung aus Feuermann und Schinderhannes verkleidet, eindrucksvolle Kostenproben bei der Pressekonferenz. Er brachte die fünf Elemente zur Sprache, insbesondere das Feuer, das er selbst verkörperte, und seinen Kampf mit den anderen Elementen durch Jahrmillionen.

Dr. Andreas Schüller, der Geschäftsführer des UNESCO Geoparks Vulkaneifel, berichtete von der Entwicklung der Idee des „Story Tellings“ im Tourismus und ihrer praktischen Umsetzung in der Eifel. Der engagierte Vulkaneifel-Vorkämpfer hat allein im vergangenen Jahr 2,7 Millionen Euro Fördergelder in den Landstrich geworben. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Aber auch die berüchtigte Moselbande kam in seinen Erzählungen vor. Sie versetzte die Menschen in Angst und Schrecken – unter ihnen Pferdediebe, Schwarzbrenner, Räuber und Mörder, unter anderem der Schmied Johann Sebastian Nikolai, der Kopf der Moselbande, der Pferdedieb Lorenz Günter und der so genannte „Tuchhannes“. Nicht umsonst ist das Kerbholz das Symbol des Maare-Thermen-Weges, auf dem früher Vorstrafen und Schulden eingeritzt wurden.

Aber auch die Mühlen im Flusstal des Ueßbachs, Begegnungen im dunklen Wald, am rauschenden Bach, im Mittelalter unter wilden Gesellen und in der spukhaften „Anderswelt“ werden thematisiert. Nicht zuletzt werden die Standorte alter Mühlen auf dem Maare-Thermen-Pfad angesteuert, von der jede Geschichten zu erzählen hat. „Die Müller hatten früher die Aufgabe von Nachrichtenagenturen“, so Wolfgang Reh, der die von Funktionären und Medienvertretern gut besuchte Pressekonferenz leitete.

Alfred Steimers, der Ulmener Verbandsbürgermeister, unterstrich die psychologische Wirkung der neuen Eifeler Muße-Pfade: „Die Landschaft ist über unheimlich lange Zeit geformt worden, auch die Geschichten, die erzählt werden, stammen aus einer langen Historie. Das drückt aufs Tempo. Hee jitt net jerannt! Bei uns wird nicht gehetzt. Das merkt auch der Gast. Und das ist gut so.“ Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Der Maare-Thermen-Pfad ist der erste der Muße-Pfade, der durch die Vulkaneifel führt. Ausgehend von Ulmen kann die Strecke bis nach Bad Bertrich mit den sieben Plätzen der Muße gut in zwei Tagen bewältigt werden. Immer begleitet von Ereignissen, die die Region geprägt haben. Die Begeher sollen „nicht mit Fakten zugedröhnt werden“, so die Gästeführerin Roswitha Lescher: „Wir wollen die Menschen emotional erreichen.“

Das kann ich nur in der Eifel erleben

Martina Berg, Inhaberin des „Vulkanhotels balance & selfness“ in Steffeln, verspricht sich eine Menge von dem neuen Geschichten-Erzähl-Konzept im Eifeltourismus: „Bei uns im Hotel gibt es kein Zimmer, das auch in einem Hotel in Köln, Paris oder New York gefunden werden könnte. Wir sind unverwechselbar, das vergessen die Gäste zeitlebens nicht – und kommen wieder.“

Wolfgang Reh von der Eifel Tourismus GmbH (ET) moderierte die Pressekonferenz bei Lutzerath, an der unter anderem (von rechts) Dr. Andreas Schüller, Werner Klöckner, Günter Welter, Alfred Steimers, Roswitha Lescher und Martina Berg teilnahmen. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Das gleiche gelte für den Maare- und Thermen-Pfad: „Wer hier unterwegs war, ist von den Geschichten und der Landschaft berührt und der fragt sich auch nach 20 Jahre nicht, wo war das nochmal, in Thüringen oder Bayern?“ Dr. Andreas Schüller nannte die übrigen sechs Muße-Pfade, die nach und nach dem Maare-Thermen-Pfad folgen sollen und die, wie der Maare-Thermen-Pfad, jeweils eigene Attribute besitzen und doch gemeinsam Eifel-Image transportieren.

Der Friedenspfad in der Schneifel soll am 10. September, der Vulkanpfad bei Gerolstein am 23. Oktober eröffnet werden. Weitere Mußepfade entstehen zwischen Kelberg und Hillesheim, bei Manderscheid und in Daun.

Ein Kartenausschnitt von der Tafel am Maare-Thermen-Pfad bei Lutzerath, einem von sieben „Muße-Orte“ auf dem Weg, an dem Episoden einer sich über den ganzen Wanderweg hinziehenden Rahmenhandlung erzählt werden. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Alfred Steimers, der Ulmener Verbandsbürgermeister, und der Lutzerather Ortsbürgermeister Günter Welter unterstrichen die psychologische Wirkung der neuen Eifeler Muße-Pfade: „Die Landschaft ist über unheimlich lange Zeit geformt worden, auch die Geschichten, die erzählt werden, stammen aus einer langen Historie. Das drückt aufs Tempo. Hee jitt net jerannt! Das merkt auch der Gast. Und das ist gut so.“

Runterschalten, langsam werden

Martina Berg: „Die Leute, die bei uns ankommen, sind alle gestresst. Die Menschen sehnen sich nach Rückzugsorten in der Natur und suchen dazu nach authentischen Angeboten, die eine Garantie nach unverwechselbaren Erlebnissen bieten.“ Volker Teuschler: „Die Muße-Pfade der Vulkaneifel sind das Bühnenbild zur Inszenierung von Geschichten, in die die Wanderer selbst eintauchen können – und abschalten.“

Werbeexperte Volker Teuschler rezitiert als eine Mischung aus Feuermann und Schinderhannes Textfragmente, mit denen die Begeher des Maare-Thermen-Pfades vom Alltagsstress abgelenkt und zu sich selbst geführt werden sollen. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

„Der Alpenraum ist mit diesem Konzept Vorreiter und viel weiter als wir“ sagte Werner Klöckner, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Daun und Aufsichtsratsvorsitzender des Natur- und Geoparks Vulkaneifel GmbH, „aber wir sind die erste Mittelgebirgsregion, die das Geschichtenerzählen im Tourismus konsequent anwendet.“

Zahlreiche Berichterstatter kamen zur Pressekonferenz anlässlich der Vorstellung des Maare-Thermen-Pfades nach Ulmen-Lutzerath. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Für die Übertragung des Konzeptes bedienten sich Geopark und Eifel Tourismus ET EU-Fördermitteln und einer österreichischen Agentur, die das Eifelkonzept für rund 60.000 Euro konzipierte – die eigentliche Umsetzung und Beschilderung kostete vergleichsweise bescheidene 18.500 Euro.

Klöckner und Moderator Wolfgang Reh zeigten sich in der Pressekonferenz ebenso optimistisch wie die anderen Gesprächspartner, dass das Konzept aufgehen und weitere Touristen in die Eifel locken wird. 20 gastronomische Betriebe haben schon in der Entwicklungsphase mitgenmacht.

Sie wollen Eifelbesuchern Unverwechselbares und Unvergessliches bieten (von links): Hotelierin Martina Berg, Tourismusmanager Wolfgang Reh und Gästeführerin Roswitha Lescher. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Der Eifel-Maare-Thermen-Pfad ist wie alle anderen künftigen Muße-Pfade auf eigene Faust begehbar, aber auch in allen nur denkbaren Beherbergungs-, Transport- und gastronomischen Variationen. Zum Beispiel mit drei Übernachtungen und Frühstück im wanderfreundlichen Hotel, zwei Lunchpaketen, Transfers für zwei Wandertage, Flyer zur Wanderstrecke und einem Kerbholz-Schlüsselanhänger für 279 Euro pro Person im Einzel- und 209 Euro im Doppelzimmer.

Infos:
www.eifelsteig.de
www.geopark@vulkaneifel.de
www.eifel.info
www.gesundland-vulkaneifel.de

pp/Agentur ProfiPress

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