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Ersatz-Familie gegen die Einsamkeit

Die Kleine Offene Tür für Erwachsene der GdG St. Barbara Mechernich und der Caritas feiert zehnjähriges Bestehen

Mechernich – Beim Rummikub wird mit harten Bandagen gespielt. Wer zu lange überlegt, den bestraft die aktivierte Stoppuhr, wer eine Zahl falsch legt, bekommt einen flapsigen Spruch zu hören. „Hier wird gespielt bis aufs Blut“, erzählt Maria Jentgen lachend, Gemeindereferentin bei der GdG St. Barbara Mechernich. Beim Kartenspiel Skip-Bo am anderen Tisch geht es deutlich ruhiger zu. Willkommen in der Kleinen Offenen Tür (KOT) für Erwachsene.

Zum Auftakt eines Treffens gibt es immer Kaffee und Kuchen, beim ersten Treffen im neuen Jahr wird auch angestoßen. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Jentgen hat diese Institution gemeinsam mit Andrea Zens von der Gemeindecaritas in Mechernich ins Leben gerufen. Zehn Jahre ist das jetzt her, deshalb wird Ende Januar runder Geburtstag gefeiert. Jeden ersten und dritten Montag eines Monats treffen sich im Mechernicher Caritashaus rund 25 Menschen und verbringen jeweils drei schöne Stunden miteinander.

„Uns ist vor zehn Jahren der Gedanke gekommen, dass auch erwachsene Menschen einen Ort brauchen, um sich regelmäßig zu treffen“, erzählt Maria Jentgen. Denn Einsamkeit von Alleinstehenden ist heutzutage ein großes gesellschaftliches Problem, besonders im Alter. So verwundert es zwar nicht, dass die Teilnehmer und Helfer ab 55 Jahren aufwärts sind. „Unser Angebot ist aber nicht an ein bestimmtes Alter gekoppelt“, berichtet Jentgen.

Die fünf ehrenamtlichen Betreuer der KOT für Erwachsene: Harald Koch (v.l.), Irmgard Jansen, Carola Zens, Gusti Fausten und Rosita Grunwald. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

„Beim ersten Treffen vor zehn Jahren waren nur fünf Gäste hier“, erinnert sich Klaus Holtorf. Er muss es wissen, denn er, der als Spaßvogel der Runde gilt, ist von Anfang an dabei. Der aus Norddeutschland stammende Kaller hatte kurz vor dem Start im Wochenspiegel von dem Angebot gelesen und fuhr spontan hin. „Jetzt freue ich mich immer aufs nächste Mal“, erzählt er.

Cilli Heinisch ist ebenfalls ein Gast der ersten Stunde, der Ankündigung im Pfarrbrief sei Dank. „Ich finde es schön, dass es so etwas gibt“, sagt sie. Erika Cremer habe von einer Nachbarin davon gehört und sei einfach mitgegangen. „Seitdem bin ich immer dabei.“ Martha Henk war ebenfalls dem Aufruf im Wochenspiegel gefolgt. Beim ersten Mal war sie noch Betreuerin, seit dem zweiten Mal ist sie Gast.

Konzentrierte Mienen beim Rummikub. „Hier wird gespielt bis aufs Blut“, erzählt GdG-Gemeindereferentin Maria Jentgen (l.) lachend. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Von den anfänglich fünf Gästen wuchs die Besucherzahl auf die nun fast 30 Leute. Viel mehr passen in den Gruppenraum im Caritashaus auch nicht rein. „Wir hätten nie mit dem großen Zuspruch gerechnet“, erzählt Maria Jentgen. Dem stimmt auch Betreuer Harald Koch zu: „Keiner hätte gedacht, dass wir die zehn Jahre erreichen.“

Doch die Kleine offene Tür für Erwachsene sie wie eine Familie zusammengewachsen. Das liegt auch am „wahnsinnigen Engagement“ der Betreuer. Exemplarisch wird Rosita Grunwald genannt, die liebevolle, den Jahreszeiten oder Anlässen entsprechende Tischdekorationen anfertigt.

Ruhig und gesittet geht es beim Kartenspiel Skip-Bo zu. Das Spielen von Gesellschaftsspielen ist wesentlicher Bestandteil eines Treffens. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Um 16 Uhr treffen sich die Teilnehmer zunächst zum Kaffeetrinken in dem vom Caritasverband für die Region Eifel zur Verfügung gestellten Raum. Irgendwann werden die Tische umgestellt, die Gesellschaftsspiele aus dem Schrank rausgeholt und dann wird gespielt. „Oder man erzählt sich einfach etwas“, sagt Jentgen.

Einmal im Jahr findet auch ein Grillfest statt. Und natürlich gibt es jedes Jahr eine Fahrt, etwa zum Krewelshof nach Obergartzem, in den Mühlenpark in Kommern oder an den Rursee, wo die Gruppe mit dem Schiff gefahren ist. „Wir müssen immer Rücksicht auf die Gehprobleme einiger Gäste nehmen“, erzählt Jentgen.

Für die Teilnehmer der KOT für Erwachsene, die alle zwischen 55 und 95 Jahre alt sind, seien diese Ausflüge aber immer ein besonderer Höhepunkt – genau wie das zehnjährige Bestehen, das im Restaurant Magu gefeiert wurde.

pp/Agentur ProfiPress

 

 

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