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Erhebliche Verschiebungen im Rat

SPD erstmals stärkste Kraft in Kall – CDU verliert deutlich – Sechs Parteien im bunten Gemeinderat mit 28 Sitzen vertreten – Christdemokraten und Liberale holen die meisten Direktmandate

Kall – Zuwächse für die SPD, Verluste für die CDU und erstmals sechs Parteien im Gemeinderat: So kann man das Kommunalwahlergebnis 2020 in Kall zusammenfassen.

Erstmals in der Historie der Gemeinde ist die SPD die stärkste Partei und erhält 31,99 Prozent der Stimmen. Damit haben die Sozialdemokraten im Vergleich zur Kommunalwahl 2014 um 7,44 Prozentpunkte zugelegt. Zweitstärkste Partei ist die CDU mit 24,11 Prozent. Vor sechs Jahren hatte sie noch 17,32 Prozentpunkte mehr erzielt. Die drittmeisten Wählerstimmen erzielte die FDP mit 22,53 Prozent, was einem Zuwachs von 4,32 Prozentpunkten entspricht. Es folgen die Grünen (11,17 Prozent, plus 2,56 Prozentpunkte), die AfD (8,16 Prozent, erstmals im Rat) und Die Linke (2,04 Prozent, minus 1,63 Prozentpunkte). Die Wahlbeteiligung lag diesmal bei 61,53 Prozent (2014: 55,83 Prozent).

Vertreter der SPD und FDP verfolgten den Schluss der Verkündung der Ergebnisse der Gemeinderatswahlen im Ratssaal. Am Ende freuten sich beide Parteien über die Resultate. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Platz für 40 Menschen hatte die Gemeinde Kall im Ratssaal unter Einhaltung der Corona-Verordnung geschaffen. Doch genutzt wurde das Angebot, die Wahlergebnisse live zu erleben, nur von drei Parteien. Zu Beginn war die Liste der Linke mit Frauke Neum, Melanie Hill und Karl-Heinz Fiedlers vertreten. Kurz vor dem Ende kamen Vertreter der SPD und der FDP hinzu. Michael Heller, zweiter Mann im Rathaus, moderierte den Wahlabend, die Ergebnisse wurden von Gemeindemitarbeiter Christoph Mey auf die Leinwand geworfen.

Die Wahlgewinner waren noch sprachlos über das Ergebnis. „Wir wissen noch gar nicht, was wir dazu sagen sollen“, sagte ein erfreuter Emmanuel Kunz, der die Liste der Partei anführte. Der Golbacher, der in seinem Stimmbezirk mit 77,56 Prozent das beste Einzelergebnis überhaupt im Gemeindegebiet holte, sieht die Entscheidung bestätigt, keinen Parteien-, sondern einen Personenwahlkampf zu führen. „Wir haben viel getan, wir hatten gute Themen und wir hatten für jeden Wahlbezirk gute Leute“, so Kunz.

„Es geht um gute Ideen“

Besonders freut ihn, dass die SPD mit einem sehr jungen Team erfolgreich war. „Ich bin der Älteste“, sagte Karl Vermöhlen, der auf Listenplatz 2 stand. Am Abend nach der Wahl (nach Redaktionsschluss des „Kaller Rundblicks“) wollte die Fraktion einen neuen Vorstand wählen und auch über die Marschrichtung sprechen. Zusammen mit der FDP hätte man die absolute Mehrheit im Gemeinderat. Aber davon wollte Karl Vermöhlen noch nichts wissen. „Ich finde einen bunten Rat interessant. Politik ist doch am lebendigsten, wenn es um gute Ideen geht.“

Bürgermeister und Wahlleiter Hermann-Josef Esser informierte sich bei der Leiterin des zuständigen Hauptamtes, Irene Emons über die ersten Wahlergebnisse. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Auch Dr. Manfred Wolter, der die Liste der Liberalen anführte, war hocherfreut. „Das ist mehr als wir erwartet hatten und es ist ein großer Vertrauensvorschuss durch den Wähler“, sagte er. Die FDP sei gut aufgestellt, um den Erwartungen zu entsprechen. „Die Zeit wird ja nicht einfacher.“ Trotz einer deutlich verschobenen Gewichtung im Rat stehe Kall aber sehr gut da, denn: „Hier wird viel miteinander geredet, es wird ja nicht alles neu gemacht.“

Bert Spilles, Spitzenkandidat der CDU, analysierte am Montag nach der Wahl das Ergebnis: „Die CDU Kall hat bei der Wahl am gestrigen Sonntag erhebliche Verluste zu verzeichnen gehabt. In nur fünf Wahlbezirken konnten wir das Direktmandat erzielen. Dies war insbesondere in den Wahlbezirken mit erfahrenen Ratsmitgliedern. Durch einen Generationswechsel war es notwendig, mit neuen Kolleginnen und Kollegen an den Start zu gehen. Hier scheint es uns nicht gelungen zu sein, diesen Generationswechsel dem Wähler zu vermitteln.“ Die begonnene Arbeit in Zusammenarbeit mit „ihrem“ Bürgermeister werde man auch in der Opposition weiterführen.

Dr. Guido Huppertz, der für Bündnis 90/Grüne an Listenposition 1 stand, ist insgesamt zufrieden mit dem Resultat seiner Partei. „Wir haben den Stimmenanteil um rund 30 Prozent ausgebaut. Auch wenn wir uns über einen weiteren Sitz im Gemeinde rat gefreut hätten, können wir mit dem Ergebnis gut leben, das durchaus im landesweiten Trend liegt.“

Christoph Mey, bei der Gemeinde Kall unter anderem für die IT zuständig, warf die Ergebnisse auf die Leinwand im Ratssaal. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Hermann-Josef Esser, der 2017 gewählt worden war und erst 2025 wieder zur Wahl steht, ist zuversichtlich, dass der Gemeinderat trotz der erheblichen Verschiebung wie bisher weiterhin konstruktiv miteinander arbeiten wird. „Wir werden auch in der nächsten Legislaturperiode die Gemeinde Kall weiter gemeinsam nach vorne bringen“, so der Bürgermeister.

Der Kaller Gemeinderat setzt sich in der kommenden Legislaturperiode laut vorläufigem amtlichen Wahlergebnis aus 28 Sitzen zusammen. Stärkste Kraft ist die SPD (9 Sitze) vor CDU (7 Sitze), FDP (6 Sitze), Grüne (3 Sitze), AfD (2 Sitze) und Die Linke (1 Sitz). Folgende Personen sitzen voraussichtlich im neuen Gemeinderat: Guido Schmidt, Emmanuel Kunz, Karl Vermöhlen, Dustin Möhrer, Sandra Lüttgen, Steffi Hübner, Fabien Nowald, Ludwig Werle und Daniela Züll (alle SPD), Petra Mey-Wirtz, Stefan Kupp, Bert Spilles, Willi Frauenrath, Frank Vellen, Uwe Schubinski, Stephanie Sistig (alle CDU), Dr. Manfred Wolter, Thomas Müller, Lothar Maevis, Hans-Dieter Schäfer, Hans Reiff, Jörg Döhler (alle FDP), Dr. Guido Huppertz, Jörg Jenke, Corinna Wassermann (alle Grüne), Frank Poll, Manfred Knie (beide AfD), Frauke Neum (Die Linke).

Auch im Kreistag sind Kaller Politiker vertreten. Ute Stolz (CDU) holte im Kreiswahlbezirk Kall ebenso das Direktmandat wie Karl Vermöhlen (SPD) im Kreiswahlbezirk Hellenthal/Kall. Über die Reservelisten sind im Kreistag: Emmanuel Kunz (SPD), Frank Poll und Hermann Zirke (beide AfD) und Melanie Hill (Die Linke).

pp/Agentur ProfiPress

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