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Er lenkte die Schule „in einen sicheren Hafen“

HJK-Schulleiter Heinrich Latz in den Ruhestand verabschiedet – Mit einem „Vergelt’s Gott“ dankten die Salvatorianer – „Gerade die Schulen sind heute der Ort, um Glauben zu verbreiten“

Kall-Steinfeld – Nun war der Tag gekommen. „Niemals geht man so ganz“, sangen die Lehrer auf der Bühne im Chor für ihren Schulleiter Heinrich Latz. Der „Abenteurer“, „Netzwerker“ und „Meister des geschliffenen Wortes“ – so wurde er bezeichnet – verabschiedete sich nach rund 40 Jahren am Steinfelder Gymnasium in den Ruhestand. Seit 2009 war er Schulleiter am Hermann-Josef-Kolleg (HJK). Er habe die Einrichtung von einst unruhigem Fahrwasser „in einen sicheren Hafen“ geführt und die Weichen für die Zukunft gestellt, lobte Heiner Schmidt, der Moderator des Festaktes.

Der Abschied wurde mit einem Gottesdienst in der Basilika und anschließendem Festakt in der Aula begangen. Bewegende, herzliche und wertschätzende Worte fielen im kurzweiligen Reigen der Reden. Sie skizzierten einen facettenreichen, mutigen, zuweilen gerne spitzbübisch schmunzelnden Menschen, der als „Vollblutlehrer“ stets Vorbild für Kollegen und Schüler gewesen sei. Und mehr als das.

Den Trude-Herr-Hit „Niemals geht man so ganz“ sangen die Lehrer des HJK für ihren Schulleiter auf der Bühne im Chor. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Denn: „Eine Ära geht zu Ende“, wie Pater Lambertus Schildt im Namen des Schulträgers bedauernd feststellte. Latz habe am Steinfelder Gymnasium Spuren hinterlassen. Er habe das HJK geprägt und geformt. Dass die Schule heute gut dastehe, habe man dem 65-Jährigen maßgeblich zu verdanken. Er habe die Einführung neuer iPads und damit die Digitalisierung der Einrichtung vorangetrieben, ebenso wie den Umbau des neuen Lehrerzimmers, die Sanierung des Sportplatzes und der naturwissenschaftlichen Räume.

Pater Lambertus Schildt bezeichnete ihn als „Motor“ der Schule, als denjenigen, „der vorangegangen ist“ und mutige Schritte gewagt habe. Das Motto der Schule, „Tradition trifft Moderne“, sei von ihm mit Leben gefüllt worden. Die Salvatorianer seien dankbar für sein Wirken, so der Pater und wünschte: „Vergelt’s Gott!“

Der scheidende Schulleiter Heinrich Latz hatte bei seiner Verabschiedung gut lachen. Allseits wurde er gelobt. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Stiftungsmitglied und Catena-Vorsitzender Martin Reinicke merkte anerkennend an: „Du hast es geschafft, zusammen mit dem Kollegium, Steinfeld in eine Position zu bringen, dass es heute eins von drei herausragenden Schulen in der Bundesrepublik ist.“ Vor allem, was die Digitalisierung betreffe. Auch Kalls Bürgermeister Hermann Josef Esser würdigte: „Es ist ihnen der Spagat gelungen, dieses Gymnasium, eingebettet in das Wertegerüst der Salvatorianer, hineinzuführen in die moderne, digitale Zeit.“

Viele Geschenke wurden dem scheidenden Schulleiter für den „Un-Ruhestand“ überreicht. Das mit der Sackkarre hereingefahrene, schwerste darunter fiel besonders auf und ließ Latz schmunzeln. Denn die Schulpflegschaft schenkte dem scheidenden Schulleiter einen Apfelbaum der alten Eifeler Sorte „Winterrambur“ – mitsamt Kübel, einem Sack Erde und Obstholz-Schnitt-Kurs. Das passe, so Petra Kanzler, die Vorsitzende der Schulpflegschaft: „Ihnen war immer die Einbeziehung der Salvatorianer und ihres Einflusses auf die Atmosphäre dieser Schule wichtig – und hierbei besonders der Apfel des Hermann Josef!“

Latz habe sich stets für die Unabhängigkeit der Schule eingesetzt, merkte Jürgen Antwerpen von der Bezirksdirektorenkonferenz an. Das blieb auch der Bezirksregierung nicht verborgen. Schon in den Akten der Behörde könne man nachlesen, dass die Ordensschulen seit den 1960er Jahren im Umbruch seien und den Weg in die bischöfliche Trägerschaft gewählt haben, stellte der leitende Regierungsschuldirektor Stefan Sieprath fest. Die Steinfelder Schule gehöre „gottseidank“ nicht dazu. Die Schüler erlebten hier nicht nur Schule, sondern auch ein Kloster, das für eine religiöse Gemeinschaft stehe. Das sei „ein großes Plus für Kinder“.

„Eine Ära geht zu Ende“, sagte Pater Lambertus Schildt (l.). Pater Hubert Veeser (Mitte), Provinzial der deutschen Provinz der Salvatorianer, hatte die Eucharistiefeier zur Verabschiedung des HJK-Schulleiters Heinrich Latz (r.) zelebriert. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Der Schulleiter war jedenfalls gerührt angesichts so rühmender Worte. In seiner Abschiedsrede zitierte er den großen deutschen Dichter Heinrich Heine, auch William Shakespeare, dankte Kollegen sowie Wegbegleitern. Glücklich stellte er angesichts der positiven Abschiedsreden fest: „Jetzt weiß ich erst recht, dass ich mit Steinfeld die richtige Wahl getroffen habe. Denn wie wir alle wissen, wird an einer kirchlichen Schule schließlich nicht gelogen.“ Die Zukunft der Schule sieht er positiv. Mit Thomas Frauenkron habe der Schulträger die Leitung in die Hände „eines jungen, kompetenten, dynamischen Kollegen“ gegeben.

Josef van de Gey, ehemaliger Schulleiter des Mechernicher Gymnasiums Am Turmhof (GAT), machte dem Kollegen aus dem „beruflichen Off“ Mut für die Zeit nach der Schule. Mit dem Ruhestand übernehme man eine neue Rolle abseits der bisherigen Bühne. Die Freiheit werde größer. „Du bist nun Dein eigener Bühnenbildner, Drehbuchschreiber und Regisseur.“

Es wäre nicht Latz, wenn er nicht schon Pläne hätte. So will der 64-Jährige tatkräftig das Entwicklungshilfeprojekt auf den Philippinen seines Vorgängers Pater Hermann unterstützen, der von 1989 bis 2005 Leiter des Steinfelder Gymnasiums war.

Die Schulpflegschaft schenkte dem scheidenden Schulleiter einen Apfelbaum der alten Eifeler Sorte „Winterrambur“ – mitsamt Kübel, einem Sack Erde und Obstholz-Schnitt-Kurs. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Unter großem, langanhaltendem Applaus und stehenden Ovationen trat Latz von der Bühne – nicht ohne ein sorgsam ausgewähltes Zitat vom Gründer der Salvatorianer, Pater Franziskus Maria vom Kreuze Jordan. Das Zitat, das von 1880 stamme, könne heute aktueller nicht sein, sagte der scheidende Schulleiter: „Gerade die Schulen sind heute der Ort, um Glauben zu verbreiten!“

Pater Hubert Veeser, der Provinzial der Deutschen Provinz der Salvatorianer, hatte zuvor in seiner Predigt während der Eucharistiefeier die missionarische Kraft, die tiefe Christusbeziehung, die Pater Jordan vorgelebt habe, betont. Ein christliches Fundament gebe Schülern Heimat und Orientierung – weit über das Schulleben hinaus. Auch durch eine menschenfreundliche Atmosphäre und ein vertrauensvolles Miteinander.

pp/Agentur ProfiPress

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