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Energetischer Leuchtturm in der Eifel

Die Gemeinde Kall erhält erneut European Energy Award – Prüfer nahmen Maßnahmen der vergangenen vier Jahre unter die Lupe

Kall – Seit dem Jahr 2014 darf sich die Gemeinde Kall als „Europäische Energie- und Klimaschutzkommune“ bezeichnen. Jetzt, vier Jahre später, steht das nächste Audit, also die nächste Prozessüberprüfung, statt.

Der „European Energy Award“ (EEA) ist ein freiwilliger Prozess, mit dem Kommunen im Bereich Klimaschutz und Energieeinsparung beraten werden, sich systematisch verbessern und international vergleichen können. Die Gemeinde Kall nimmt seit dem Jahr 2012 teil und hat bereits 2014 die erste Auszeichnung, den „EEA Silber“, erhalten. Nun möchte sie sich noch weiter verbessern. Zu diesem Zweck fand jüngst eine Überprüfung statt.

Ramona Schalek und Reiner Tippkötter nahmen im Rahmen des European Energy Awards die Gemeinde Kall unter die Lupe. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Bürgermeister Hermann-Josef Esser sowie Klimaschutzmanager Daniel Hecker und dessen Vorgänger Tobias Feld, die beide das Energie-Team der Gemeinde Kall bilden, begrüßten im Rathaus Ramona Schalek vom Tüv Rheinland und Energie-Berater Reiner Tippkötter, die die Prüfung im Rahmen des European Energy Award vornehmen. Auch Markus Böhm (Ene) und Paul Floß (RVK) stellten im Kaller Rathaus Projekte vor, die auch die Gemeinde Kall betreffen.

„Wir wollen unseren Weg als Klimaschutzkommune im Rahmen unserer Möglichkeiten fortsetzen“, meinte Bürgermeister Esser in seiner Begrüßung, denn „der Klimawandel ist bei uns angekommen“, verweist er auf die mittlerweile oft milden Winter, sehr heißen Sommer und Starkregenereignisse der vergangenen Jahre.

Reiner Tippkötter lobte noch vor der Prüfung die tolle Entwicklung in Kall. Im Vorfeld hatten ihm Feld und Hecker das Integrierte Handlungskonzept erklärt, dass er für einen Meilenstein für die Gemeine hält. „Sie stellen sich der Zukunft und haben auch den Energie- und Klimaschutz mit verankert“, freute sich Tippkötter. Vorbildlich sei auch, was in der Gemeindeverwaltung selbst passiert sei.

Klimaschutzmanager Daniel Hecker stellte die Maßnahmen der Gemeinde Kall seit dem vergangenen Audit 2014 vor. Damals war noch Tobias Feld (Vordergrund) für den Bereich zuständig. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

„Sie sind, was den European Energy Award angeht, ein Leuchtturm in der Region und der Eifel. Andere Kommunen fragen bei Ihnen ja schon an, wie sie den Klimaschutz umsetzen können. Machen Sie weiter so“, lobte der Energie-Berater schon vor dem Audit. Kall ist, wie Tippkötter erwähnte, tatsächlich im näheren Umkreis die einzige Kommune, die mit dem European Energy Award ausgezeichnet wurde, die nächsten sind Hürth und Aachen.

Ramona Schalek war gespannt, wie sich Kall seit 2014, also seit dem letzten Audit, entwickelt hat. Auch sie kam auf das Integrierte Handlungskonzept zu sprechen. „Die Projekte laufen an, Sie haben eine konzeptionelle Grundlage geschaffen“, findet sie.

Viele energetische Maßnahmen

Bevor es tief in die Prüfung ging, gab Daniel Hecker einen kurzen Überblick über die Maßnahmen, die in Kall in Angriff genommen worden waren. So hat die Gemeinde mittlerweile 750 der 1800 Straßenlaternen mit LED-Lichtpunkten ausgestattet, was den Energieverbrauch merklich senkt. Auch die Innenbeleuchtung in kommunalen Gebäuden, allen voran das Rathaus und das Hallenbad, wurde durch energiesparende LED-Lampen ersetzt.

Auf Fotovoltaik setzt die Gemeinde zum einen mit eigenen Anlagen auf Gebäuden, auch hier sind wieder Rathaus und Hallenbad, aber beispielsweise auch die Grundschule und Gymnastikhalle in Sistig und die Kita in Sötenich zu nennen. Zum anderen hat sie in einem innovativen Projekt Dachflächen an Bürgergenossenschaften verpachtet, darunter die Dächer der Kaller Grundschule samt Sporthalle sowie des Kindergartens Keldenich. Seit Kurzem zählt auch die Alte Schule Kall dazu, in der sogar eine Notstromversorgung installiert wurde.

Die Alte Schule wurde außerdem baulich und energetisch umfassend saniert, unter anderem wurde die Verglasung deutlich verbessert. Auch der Bau des Hauses der Begegnung, der Anbau am Kindergarten Kallbachstraße sowie die Sanierung der Kita Sistig wurden unter modernsten energetischen Standards vorgenommen.

Bürgermeister Hermann-Josef Esser begrüßte zum Auftakt des Audits die beiden Prüfter Reiner Tippkötter, Ramona Schalek (v.l) sowie Ene-Geschäftsführer Markus Böhm und Paul Floß von der RVK. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

In Sachen Mobilität setzt die Gemeinde zum einen auf den Taxi-Bus-Plus, das Rathaus selbst hat seine Flotte komplett auf Elektro-Fahrzeuge umgestellt. Außerdem ist die Gemeinde Mitorganisator des Sanierungstreffs sowie der EnerKom+ und nimmt an der Kaller Herbstschau teil. Das Energieteam freut sich zudem immer über eine rege Beteiligung durch die Bürger.

Bürgermeister Hermann-Josef Esser hatte sogar eine mögliche Neuerung angesprochen. Die Deutsche Bahn plant die Elektrifizierung der Eifelstrecke. Esser will versuchen, in Kall einen zentralen Haltepunkt zu installieren, an dem die Bahn die Akkus für die Züge aufladen und wechseln kann.

Paul Floss sprach das Projekt „Null Emission“ der RVK an, die ihre Busse mit Brennstoffzellen ausstatten möchte. Markus Böhm von der Ene erwähnte, dass sein Konzern im Jahr 2010 gemeinsam mit der Gemeinde eine Energieleitlinie entwickelt habe, mit der in Kall deutlich Energie gespart werden konnte. Auch die jüngst erfolgte Kooperation mit dem Hermann-Josef-Kolleg in Steinfeld nannte Böhm als erfolgreiches Modell seines Unternehmens.

Am Ende des arbeitsintensiven Prüfungstags berechneten Schalek und Tippkötter die neue Punktzahl für Kall und ermittelten eine Steigerung von mehr als zehn Prozent. „Das ist ein großer Sprung nach vorne und zeigt, dass viele Maßnahmen und Projekt auf einem guten Weg sind“, so Tippkötter. Insgesamt liegt die Gemeinde Kall nun bei einer Umsetzungsquote von 70 Prozent. Bereits im Sommer hatte der Gemeinderat beschlossen, weitere vier Jahre am EEA teilzunehmen. „Der EEA-Gold ist in Reichweite, machen Sie weiter so“, gab Ramona Schalek mit auf den Weg. Im November wird die Gemeinde Kall die neue Auszeichnung erhalten.

pp/Agentur ProfiPress

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