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Eisdiele als geliebter Rückzugsort

Mechernichs Pfarrer Erik Pühringer feiert am Sonntag, 24. März, sein 25-jähriges Priesterjubiläum – „Stadtstreicher der himmlischen Gottesstadt – Glauben lässt sich nicht überstülpen, aber durchaus als Chance begreifen  

Mechernich – Die ersten Sonnenstrahlen locken nach draußen. Krokusse beginnen zu sprießen. Mechernichs Pfarrer Erik Pühringer freut sich sicher über die ersten Boten des Frühlings. Am meisten jedoch darüber, dass damit die Eisdiele wieder geöffnet hat.

Sein Rückzugsort, wie er die „Oase“ liebevoll und fast schon pathetisch nennt, liegt mitten an einer für Eifeler Verhältnisse hoch frequentierten Kreuzung mitten in Mechernich, fußläufig zum Pfarrheim. Autos, Radfahrer und Passanten queren diesen Knotenpunkt. Außerdem führt die Bahnlinie Köln-Trier entlang, deren Züge im halbstündlichen Takt vorbei rattern. Ruhig ist es dort nicht wirklich.

Pfarrer Erik Pühringer in seiner geliebten Eisdiele. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Eher am Puls der Zeit und der Menschen. Das genau ist das, was dem Pfarrer am Herzen liegt, und wo er sein möchte. „Hallo, Herr Pühringer“, hört man einen Mann freundlich grüßen. „Auch wieder unterwegs“, steigt Pfarrer Pühringer sympathisch und offen ins Plaudern ein.

Vor 25 Jahren wurde der Geistliche zum Priester geweiht. Das Jubiläum will Pühringer feiern: am Sonntag, 24. März, ab 14 Uhr, mit einem Gottesdienst in der Pfarrkirche St.-Johannes-Baptist. Danach lädt er zum Empfang ins Johanneshaus ein.

Bischof Dr. Klaus Hemmerle bei der Priesterweihe im Hohen Dom zu Aachen mit den damaligen Neupriestern Erik Pühringer (v.r.), Hans Josef Tomberg, Michael Donie und Stephan van Dongen. Repro: Sarah Winter/pp/Agentur ProfiPress

Stadtstreicher der himmlischen Gottesstadt

Am 29. September 1993 ist Pühringer im Aachener Dom von Bischof Dr. Klaus Hemmerle zum Priester geweiht worden. Ein bewegender Moment für den damaligen Diakon in Broichweiden. Außerdem war es Hemmerles letzte Weihe, wenige Wochen später verstirbt der Bischof überraschend.

Hemmerle habe ihm und seinen Weihekollegen im Hohen Dom zu Aachen eine besondere Botschaft ins Ohr „gelegt“: „Der Priester ist der Stadtstreicher der himmlischen Gottesstadt“, lautete der Satz. Für den 1966 in Aachen geborenen Pühringer sollte er zum Leitfaden werden. Unterwegs zu sein, mitten unter den Menschen. „Das ist ein sehr schönes Bild, was er uns mitgegeben hat“, sagt Pühringer und lebt danach.

Nach Mechernich gekommen ist Pühringer vor 19 Jahren. „Kirche hat sich in dieser Zeit radikal verändert“, stellt er einerseits bekümmert und doch frohen Mutes fest. Schließlich ist er nicht ohne Visionen für die Zukunft.

Zwei Legislaturperioden, von 2008 bis 2018, und damit die maximale Amtszeit, war GdG-Leiter Erik Pühringer Regionaldekan. Hier mit Weihbischof Dr. Johannes Bündgens.  Foto: Archiv/pp/Agentur ProfiPress

Menschen, die Pfarren mit Leben füllen

Nach seinem Amtsantritt in der Stadt am Bleiberg war er zunächst „nur“ für Mechernich, Vussem-Breitenbenden und Strempt zuständig. Alle Jahre wieder kamen jedoch neue Pfarreien hinzu. Der Seelsorgebereich wuchs rasant. Mit der „GdG St. Barbara“ ist er mittlerweile zuständig für rund 10.000 Schäfchen, neun Pfarren und Pfarrkirchen sowie Kapellen.

Dem Leitfaden treu zu bleiben, eng bei den Gläubigen zu sein, das gelinge in den mittlerweile größer werdenden Bezügen, immer weniger, bedauert Pühringer. Die allgemeine Entwicklung mit einer rückläufigen Zahl der Priester und der Gläubiger im gleichen Maße mache das nicht leichter. Trotzdem, unmöglich sei es nicht, sagt er.

„Wir brauchen in den Pfarren Menschen, die sie mit Leben füllen. Egal wie das Großgebiet aussieht, jeder, der sich einbringt, ob Haupt- oder Ehrenamtlich ist eine Bereicherung für die Kirche“, so Pühringer.

Zurücklehnen ist seine Sache nicht. Ideen, um die Kirche voranzubringen und fit zu machen für die Zukunft, sprudeln aus ihm hervor. „Die Messe ist nicht das allein Seligmachende“, stellt er fest. Kirche sei mehr. Um voranzukommen, müsse man bereit sein, auch festgefahrene Strukturen aufzubrechen.

„Bis hin zu einem Gottesdienst wo ich nicht mehr predige, sondern alle einlade, die in der Kirche sitzen, ihre Gedanken zur Predigt in den Raum zu werfen“, skizziert Pühringer. Ein Bibeltext lebe davon, dass man verschiedene Gedanken und Sichtweisen einbringen könne. Die Bibel habe schließlich viele Facetten.

Leider sei die „Sofahaltung“ vieler Menschen („sich ein stückweit bedienen zu lassen“) in der Gesellschaft weit verbreitet. Glauben könne man nicht überstülpen. Sich auf den Weg machen, sei der Schlüssel. Am besten sogar gemeinsam. „Glaube ist nichts Individuelles“, sagt er. Die Gemeinschaft sei eine Chance, sich gegenseitig zu bereichern, im Leben, wie im Glauben.

Unters Volk mischt sich Erik Pühringer immer gerne – sogar im karnevalistischen Treiben. 2004 war er sogar Prinz in Mechernich. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Glaubensnetz bilden

Für ihn beginnt das schon in kleinen christlichen Gruppen, den „Keimzellen“, die sich innerhalb der Kirche ausbreiten, verweben und vernetzen dürfen. „Ich glaube, dass diese Form, ein Glaubensnetz über die Landschaft werfen wird, wo es größere und kleinere Knotenpunkte gibt“, so Pühringer. Beispiele gebe es in der asiatischen, lateinamerikanischen oder afrikanischen Kirche, wo sich kleine Glaubensgruppen treffen.

Das hierarchisch geprägte Kirchenleben müsse aufgelockert werden. Auf Augenhöhe arbeiten sei die Zukunft. „Die Aufgabe der Hauptamtlichen wird mehr und mehr die Sicherstellung einer Vernetzung sein. Und die Befähigung, dass das, was die freiwilligen Ehrenamtlichen tun möchten, auch tun zu können.“

„Glaube trägt“ – das weiß er aus eigener Erfahrung. 2010 erkrankte der 52-jährige an Krebs. Eine Chemotherapie war nötig. Die Eisdiele hat er in der Tumorzeit als Kraftquelle für sich entdeckt. Seitdem macht er täglich eine Stunde Pause dort.  „Wie immer bitte“, bestellt er.

Im Jahr 2000 kam Priester Erik Pühringer nach Mechernich. Mit der „GdG St. Barbara“ ist er mittlerweile zuständig für rund 10.000 Schäfchen, neun Pfarren und Pfarrkirchen sowie Kapellen. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

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