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„Einstehen für Kinder und Enkel“

Seit Oktober gibt es in Kall eine Gruppierung der „Omas gegen rechts“ – Im Kommunalwahlkampf wollen sie sich verstärkt engagieren gegen Rassismus in der Eifel

Kall – In der Gemeinde Kall hat man die Zeichen der Zeit in Sachen Rassismus schon lange erkannt. Sie schloss sich schon vor Jahren dem Bündnis gegen rechts an, der Gemeinderat unterzeichnete gemeinsam die Euskirchener Erklärung und auch am Programm „NRWeltoffen“ zeigen Politik und Verwaltung Interesse. Hinzu kommt eine vorbildliche Flüchtlings- und Integrationsarbeit, etwa durch das beliebte monatlich stattfindende Begegnungscafé. Kall präsentiert sich sowohl im Kernort als auch auf den Dörfern als weltoffene Kommune.

Seit dem 15. Oktober des vergangenen Jahres ist ein weiteres Engagement hinzukommen: Walli Forner, Petra Kanzler und andere Frauen und Männer in der Eifel gründeten in Kall die „Omas gegen rechts“. Der Rechtsruck in Deutschland und die immer mehr in Erscheinung tretende Verbreitung von nationalsozialistischem und rechtsextremem Gedankengut bereitete ihnen große Sorge. „Wir wollen einstehen für unsere Kinder und Enkel“, berichten die beiden Frauen.

Petra Kanzler (l.) und Walli Forner sind zwei der Begründerinnen der Kaller Ortsgruppe von „Omas gegen rechts“. In den kommenden Monaten will die rund ein Dutzend Leute starke Gruppe verstärkt in Erscheinung treten. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Seitdem tauchen die „Omas“ (zu denen übrigens auch Nichts-Omas und Männer gehören) immer da auf, wo es nötig ist. Bei Kundgebungen von Organisationen und Vereinigungen, die in rechtem Zusammenhang stehen sollen, beim Pogrom-Gedenken auf dem jüdischen Friedhof in Kall und anderen Veranstaltungen. „Man kann die Rechten nicht mehr ignorieren“, sagt Walli Forner.

Die frühere Gastwirtin, die sich als „Ur-Kallerin“ bezeichnet, hat schon damals, hinter der Theke, einen oftmals noch verhalten geäußerten oder versteckten Rassismus kennengelernt. „Ich habe mit mehreren Kneipengästen intensiv diskutiert“, erinnert sie sich. Schleichend wurden diese rechten Aussagen immer öffentlicher.

Dass es auch in der Eifel Rechtsextreme gibt, ist nichts Neues. Ein ausgemachtes Problem sind sie nicht. So bezeichnete Katharina Wonnemann vom Programm „NRWeltoffen“, als sie dieses kürzlich dem Gemeinderat vorstellte, den Kreis Euskirchen als „Mischszene“. „Es gab schon immer bei Wahlen Stimmen für rechts“, sagt Petra Kanzler. Rund ein Jahrzehnt, bis zu ihrem Verbot durch den damaligen NRW-Innenminister Ralf Jäger, versuchte beispielsweise die Kameradschaft Aachener Land Fuß zu fassen in der Eifel. So wurden in Kall in der Vergangenheit vereinzelt Hakenkreuzschmierereien an Häusern und Aufkleber an der Bahnhofsunterführung gefunden

Wenige Wochen nach der Gründung zeigten sich die „Omas gegen rechts“ bei der Pogrom-Gedenkveranstaltung auf dem jüdischen Friedhof in Kall. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Für die „Omas gegen rechts“ – die Ursprungsplattform wurde 2017 in Wien gegründet – ist besonders wichtig, dass es sich bei ihnen um keinen Verein und keine Partei, sondern um einen losen Zusammenschluss handelt. „Wir legen uns nicht auf eine politische Richtung fest – außer gegen rechts“, sagen sie. In den kommenden Monaten wollen sich die „Omas gegen rechts“ im Kommunalwahlkampf noch stärker gegen rechts positionieren. Dabei gibt es keinen Zwang: „Jeder gibt das, was er kann“, zumindest aber Zivilcourage.

In einer Zeit, in der die Zeitzeugen des Zweiten Weltkrieges und des Nationalsozialismus, sowie die 95-jährige „Ehren-Oma“ Esther Bejarano, immer weniger werden, ist es die nächste Generation, die nun am Zug ist und die Erinnerungen ihrer Eltern mit anderen teilt. „Wir merken in Gesprächen, dass bei vielen älteren Personen unangenehme Erinnerungen hochkommen“, erzählt Walli Forner.

Im Regelfall treffen sich die „Omas gegen rechts“ zweimal im Monat. Wer sich interessiert, kann sich per Mail melden: Eifeler bei den „Omas“ in Kall unter ogr-kall@web.de, Bürger des Nordkreises bei dem „Omas“ aus Euskirchen unter ogr-euskirchen@web.de. Ansonsten werden sich die Damen und Herren auch an einem Stand bei der 2. Kaller Frühlingsschau am 17. Mai, vermutlich auf der Bahnhofstraße, präsentieren.

pp/Agentur ProfiPress

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