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Eine Kirche wie keine zweite

Evangelische Kirchengemeinde feierte 150-jähriges Kirchenjubiläum: Festgottesdienst, Lasershow und buntes Familienprogramm – Aktuell Spenden für Rosettenfenster gesucht

Mechernich-Roggendorf – So viel Trubel ist nicht der Normalfall: Michael Stöhr und Susanne Salentin, die beiden Pfarrer an der Kirche der evangelischen Kirchengemeinde in Roggendorf, waren viel zu beschäftigt, um sich ausgiebig freuen zu können: Ein zweitägiges buntes Familienfest zum 150-jährigen Bestehen des Gotteshauses verlangte ihre ganze Aufmerksamkeit.

Schon zum Festgottesdienst mit Posaunenchor und Superintendent Hans-Peter Bruckhoff war das 300 Gläubigen Platz bietende Kirchenschiff gut gefüllt. Später tauchte eine 30-minütige Lasershow die Kirche in ungewohntes Licht. Die Bitburger Spezialfirma „PMS Sound & Light“ faszinierte mit wunderschönen Beleuchtungseffekten in Verbindung mit mystisch-sakralen Klängen im futuristischen Stil.

Mit wunderschönen Licht- und Klangeffekten faszinierte die Lasershow der Bitburger Spezialfirma „PMS Light &Sound“. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Anerkennende Worte sprach Mechernichs Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick beim Empfang: „Die evangelische Kirche in Roggendorf ist von ihren Anfängen bis heute ein sehr lebendiges Gebäude geblieben. Die Lage in der Diaspora ist sicherlich ein Grund für das bis heute hohe Engagement ihrer Mitglieder. Dies geht weit über das normale kirchliche Leben hinaus.“ Beispielhaft erwähnte Schick „den bis auf den heutigen Tag großen Einsatz“ evangelischer Christen aus Mechernich bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise.

Auch auf den vollzogenen Wandel ging er ein. „In den zurückliegenden Jahrzehnten hat sich das Gesicht der evangelischen Kirchengemeinde Roggendorf verändert. Waren es in den Anfängen die mit dem Bergbau zugezogenen evangelischen Christen, so waren es nach dem Zweiten Weltkrieg vor allem Heimatvertriebene aus den überwiegend evangelischen, ehemaligen deutschen Ostgebiete, die in der Gemeinde für Zuwachs sorgten. Später waren es Soldatenfamilien der Garnisonstadt Mechernich und danach vor allem Spätaussiedler, die für neuen Zuwachs sorgten und nicht nur die evangelische Gemeinde, sondern unsere gesamte Stadt bereicherten.“

„Voice-of-Germany“-Teilnehmerin Selina Grinberg aus Blankenheim gab zu Ehren der Roggendorfer Kirchengemeinde ein kleines Konzert. Foto: Stefan Lieser/pp/Agentur ProfiPress

Tags drauf füllten sich rund um das Gotteshaus unter den alten Linden die Aktionsstände und Spieleangebote für Klein und Groß. Fürs leibliche Wohl war natürlich ebenfalls bestens von den 40 Ehrenamtlichen im Organisationsteam gesorgt worden.

Was so gefeiert wurde, ist nicht nur im Mechernicher Stadtgebiet einzigartig: Vor 150 Jahren hatten die Bergwerksbetreiber Pirath und Jung den Bau der Kirche beschlossen. Die wenigen Protestanten in der Eifel mussten bis dahin weite Fußmärsche oder Fahrten mit der Kutsche auf sich nehmen, um etwa in Gemünd einen Gottesdienst besuchen zu können.

Pfarrer Dr. Michael Stöhr, Pfarrerin Susanne Salentin und Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick (v.l.) bei der Jubiläumsfeier. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Die Finanzierung erwies sich zunächst als schwierig, doch am Ende hat Roggendorf eine Kirche bekommen, die von außen vielleicht eher unspektakulär wirkt. Doch was sich im Innern verbirgt, das ist umso bemerkenswerter: Eine wertvolle mächtige Ibach-Orgel thront auf der Empore. Alle Wände des großen hohen Kirchenschiffs und der Altarraum sind ausgemalt. Täuschend echt wirken Wandbespannungen ebenso wie zwei Nebeneingänge.

Die Kirchengemeinde weiß, was sie an dem Gotteshaus nicht nur aus kunsthistorischen Gründen hat. Pfarrerin Salentin meint: „Die Kirche ist Heimat für die Menschen. Ich bin gerne hier!“ Heike Schiffel-Holz, die zusammen mit anderen Damen aus der Kirchengemeinde zum Festtag Selbstgebackenes verkaufte, drückt es für sich anders aus: „Unsere Kirche ist für mich ein Ort der Ruhe und der Besinnung.“ Sie kennt das Gefühl vermutlich intensiver als viele der Gläubigen: Ein Jahr lang, bevor die Glockenautomatik eingerichtet war, hat sie im Wechsel mit anderen jeden Samstagabend die Glocken geläutet.

Alles Illusion: Täuschend echt wirkt der gemalte Stoffbehang im Altarraum. Foto: Stefan Lieser/pp/Agentur ProfiPress

Eine besondere Beziehung zum Gotteshaus hatten vermutlich die meisten der Besucher beim zweitägigen Kirchenfest. Sie übten sich in Geschicklichkeitsübungen am „Tower of Power“, Kinder bewiesen Schwindelfreiheit und Mut beim Stapeln leerer Getränkekisten bis in mehrere Meter Höhe oder sie machten einfach ein „Selfie mit Luther“ am „Wartburg“-Aktionsstand zum Reformationsjahr.

Und Jung wie Alt freuten sich auf den Auftritt einer jungen Blankenheimerin in ihrer Kirche. „Voice-of-Germany“-Teilnehmerin Selina Grinberg aus Blankenheim gab zu Ehren der Roggendorfer Kirchengemeinde ein kleines Konzert.

Zurück im Alltag, hat man in Roggendorf Sorgen: Die fünf bunten Rosettenfenster des Gotteshauses müssen saniert werden. Nach vielen Jahrzehnten hat die Metallfassung der Verglasung den Sandstein gesprengt. Das wird um die 100.000 Euro kosten. Jetzt sucht die evangelische Kirchengemeinde Spender, die Gutes tun wollen.

pp/Agentur ProfiPress

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