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Ein Wiedersehen unter Freunden

Startenor Johannes Kalpers und Sopranistin Maryna Bense begeisterten im Euskirchener Stadttheater – Reinerlös des Konzertes geht an das Hospiz Stella Maris

Euskirchen/Mechernich – Es war, als würde das Publikum im Euskirchener Stadttheater einen alten Bekannten wiedersehen. „Schön, wieder bei Euch zu sein. Ich darf doch du sagen“, begrüßte Startenor Johannes Kalpers die mehr als 650 Zuhörer, die trotz Urlaubszeit gekommen waren, um die „Gala-Nacht der großen Weltmelodien“ zugunsten des Mechernicher Hospizes Stella Maris zu erleben.

Zeitweise überließ Johannes Kalpers das Singen dem Publikum und dirigierte von der Bühne aus. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

Zeitweise überließ Johannes Kalpers das Singen dem Publikum und dirigierte von der Bühne aus. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

„Wir haben uns ja erst vor kurzem gesehen. Es kommt mir vor, als wäre es gestern gewesen“, erklärte der sympathische Sänger die Vertrautheit mit seinen Eifeler Fans. Denn der vielbeschäftigte 49-Jährige ist Schirmherr des Hospizes Stella Maris in Mechernich, und die „Gala-Nacht“ war sein sage und schreibe 14. Benefiz-Konzert zugunsten der von der Communio in Christo geführten Stätte für Menschen in ihrer letzten Lebensphase. Seit dem Sommer 2003 ist Kalpers ein engagierter Förderer der Einrichtung der Communio in Christo, in der bis zu zwölf sterbenskranke Menschen liebevoll begleitet werden. Durch seinen Verzicht auf Gage kamen bereits mehr als 100.000 Euro für das Hospiz zusammen.

Gefühlvoll und stimmgewaltig trug die Sopranistin Maryna Bense unter anderem die Operettenlieder „I feel pretty“ (West Side Story) und „Ich hätt getanzt heut Nacht“ (My fair Lady) vor. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

Gefühlvoll und stimmgewaltig trug die Sopranistin Maryna Bense unter anderem die Operettenlieder „I feel pretty“ (West Side Story) und „Ich hätt getanzt heut Nacht“ (My fair Lady) vor. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

In der Konzertpause erinnerte sich Johannes Kalpers im Gespräch mit Journalisten daran, wie der Kontakt zwischen ihm und der Communio zustande kam. Nach einer Fernsehsendung, in der sie Kalpers gesehen hatte, hatte Schwester Lidwina dem Sänger im Mai 2003 eine E-Mail geschrieben. Gleich bei seiner ersten Begegnung mit der Communio in Christo sei er beeindruckt gewesen. „Und zwar nicht nur von dem, was im Hospiz geleistet wird, sondern auch von der Botschaft der Mutter Marie Therese“, sagte der Künstler. „Die Communio war eine der ersten, die sich Aidskranker annahmen und sich um die von der Gesellschaft ausgegrenzten Menschen kümmerten“, so Kalpers.

Auch Landrat Günter Rosenke und Euskirchens stellvertretender Bürgermeister Horst Belter (v.l.) sparten nicht mit Applaus. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

Auch Landrat Günter Rosenke und Euskirchens stellvertretender Bürgermeister Horst Belter (v.l.) sparten nicht mit Applaus. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

Die Gäste im Stadttheater, die mit dem Kauf der Eintrittskarte dazu beitrugen, dass schwerstkranke sterbende Menschen und ihre Angehörigen mit menschlicher und professioneller Zuwendung im Hospiz optimal begleitet werden können, wurden an diesem Abend nicht enttäuscht. „Strangers in the night“ war das Konzert überschrieben, für das Kalpers und die Sopranistin Maryna Bense viele bekannte Lieder aus Film, Musical, Swing, Jazz und Operette vortrugen. Begleitet wurden sie dabei von einem hervorragenden Trio. Und nicht nur das: Pianist Dmitrij Koscheew, Schlagzeuger Ringo Hirth und Gitarrist Christoph Stadler ernteten auch für ihre Instrumentaleinlagen wie „Samba de Orfeu“ oder „Georgia on My Mind“ großen Applaus.

Trotz Urlaubszeit war das Euskirchener Stadttheater bis auf wenige Plätze ausverkauft. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

Trotz Urlaubszeit war das Euskirchener Stadttheater bis auf wenige Plätze ausverkauft. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

Schon beim zweiten Lied klatschten die Zuhörer im Takt mit. Und Kalpers Aufforderung zum Mitsingen bedurfte keiner Wiederholung: Begeistert stimmten die Besucher mit ein, so dass Kalpers etwa bei „Ganz Paris träumt von der Liebe“ sein Publikum nur noch von der Bühne aus dirigieren musste. „Ihr macht hier weiter, ich geh‘ dann mal in die Posthalterei“, scherzte der gut aufgelegte Sänger, der im Duett mit der Sopranistin Maryna Bense auch sein komödiantisches Talent unter Beweis stellte. Doch auch als Solistin wusste die aus der Ukraine stammende studierte Opernsängerin zu überzeugen. „Jetzt schwitzt auch ihr, meine Herren“, sagte Kalpers mit einem Augenzwinkern, nachdem Lehárs Ohrwurm „Meine Lippen sie küssen so heiß“ verklungen war.

Auch bei seinem 14. Benefizkonzert zugunsten des Mechernicher Hospizes Stella begeisterte Johannes Kalpers sein Publikum restlos. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

Auch bei seinem 14. Benefizkonzert zugunsten des Mechernicher Hospizes Stella begeisterte Johannes Kalpers sein Publikum restlos. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

Zu vielen Liedern gab der Tenor erklärende oder persönliche Worte, wie etwa zu „Ein Lied geht um die Welt“. Bevor er den weltberühmten Schlager, den er erstmals als zwölfjähriger Domsingknabe gehört habe, anstimmte, gedachte er des „großen kleinen Mannes“ Joseph Schmidt: Der jüdische Tenor gehörte zu den bekanntesten Sängern Deutschlands, musste aber 1933 vor den Nationalsozialisten fliehen. Im Alter von nur 38 Jahren verstarb er in einem Schweizer Internierungslager.

Gut aufgelegt präsentierte sich der Startenor, der seit 2003 Schirmherr des von der Communio in Christo geführten Hospizes Stella Maris ist. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

Gut aufgelegt präsentierte sich der Startenor, der seit 2003 Schirmherr des von der Communio in Christo geführten Hospizes Stella Maris ist. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

Mit Louis Armstrongs „Wonderful World“, Peter Alexanders „Die kleine Kneipe“ und Udo Jürgens‘ „Ich war noch niemals in New York“ endete das Programm des „offiziellen Teils“. Dass das nach gut zwei Stunden längst nicht gleichbedeutend war mit dem Ende des Konzertes, war allen klar, die schon einmal ein Benefizkonzert des beliebten Sängers besucht haben. „Es wird noch besser“, versprach Jürgen Sauer, Vorsitzender des Fördervereins Hospiz Stella Maris, der Blumen und Wein an Johannes Kalpers und Maryna Bense überreichte. Erst nach vielen Zugaben und langanhaltendem begeisterten Applaus entließ das Euskirchener Publikum die Künstler in den wohlverdienten Feierabend.

Eine der Konzerthöhepunkte war das Duett von Startenor Johannes Kalpers mit der Sopranistin Maryna Bense. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

Eine der Konzerthöhepunkte war das Duett von Startenor Johannes Kalpers mit der Sopranistin Maryna Bense. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

pp/Agentur ProfiPress

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