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Ein schickes, rotes Kleid

Lit.Eifel-Abend mit Literatur und Musik in Schleiden – Sylvie Schenk las aus „Roman d’amour“, begleitet von Heribert Leuchter in eigens komponierten Liedern – Vielschichtige Erzählung über Liebe und Literaturbetrieb

Schleiden – Ihr Auftritt bei der Lit.Eifel sollte keine typische „Wasserglas-Lesung“ werden, hatte sich Schriftstellerin Sylvie Schenk vorgenommen. Ein bisschen Theater wollte sie an diesem Abend spielen – und erschien in einem schicken roten Kleid, wie es auch ihre Romanfigur Charlotte trägt. Eine weitere Ebene für ihren vielschichtigen „Roman d’amour“, in dem Romanwirklichkeit und Fiktion unmerklich miteinander verschmelzen. Begleitet wurde die Inszenierung von Heribert Leuchter am Sopransaxophon, der seine Lieder als „musikalische Metaphern“ eigens für den Roman komponiert hatte.

Keine typische „Wasserglas-Lesung“ sondern vielmehr eine Inszenierung ihres „Roman d’amour“ präsentierte Sylvie Schenk beim Lit.Eifel-Abend in Schleiden. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Rund 30 Zuhörer hatten ihren Weg ins Bischöfliche Clara-Fey-Gymnasium in Schleiden gefunden, um Sylvie Schenk und Heribert Leuchter zu hören. Auch eine Gruppe von Schülern war dabei, die gerade am grenzübergreifenden Euregio-Schüler-Literaturpreis mitwirkte – den Sylvie Schenk vor 20 Jahren ins Leben gerufen hatte.

Sie alle warteten gespannt auf die musikalisch-literarische Inszenierung des „Roman d’amour“, der „einen Blick in sinnlich-ekstatische Höhen und tiefe Abgründe – in die Facetten der Liebe wagt“, so der Lehrer und Schriftsteller Christoph Leisten, der den Lit.Eifel-Abend moderierte. Dabei ist Sylvie Schenks „Roman d’amour“ weit mehr als ein Liebesroman. „Das Thema ist schon so ausgelutscht, es wurde schon so viel über die Liebe geschrieben“, erklärte die Autorin, warum es eben kein „normaler“ Liebesroman ist. Auf zahlreichen Ebenen spiegeln sich Protagonisten, Handlungen und Orte innerhalb des Buchs.

Vom Spiegeln und Verschmelzen

Am offensichtlichsten wohl die Spiegelung der Protagonistin Charlotte in ihrer Romanfigur Klara: Charlotte hat einen Roman geschrieben, in der sie ihre längst verblasste Liebesbeziehung zu einem verheirateten Mann literarisch aufgearbeitet hat. Im Interview zur Entstehung ihres Buches streitet sie ab, diese Geschichte selbst erlebt zu haben. Gleichzeitig fließen ihre Erinnerungen und die fiktive Geschichte unmerklich zusammen, sodass es Charlotte selbst immer schwerer fällt, zwischen ihrem Leben und ihrem Werk zu unterscheiden.

Und auch als Zuhörer wusste man nie so ganz genau, ob es die reale Geschichte oder die Fiktion innerhalb der Fiktion war, ob Klara oder Charlotte oder beide ihre Geschichte erzählen. Kein Zufall, dass Sylvie Schenk – ebenso wie ihre Romanfigur ein Lockenkopf – zur Lesung ein „schickes rotes Kleid“ und Lederpumps trug – ganz genau wie Charlotte beim Interview.

Sylvie Schenk: „Als Autorin wurde ich selbst häufig gefragt, welche persönlichen Bezüge sich in meinen Romanen widerspiegeln. Das hat mir Lust darauf gemacht, über dieses Thema zu reflektieren und auch über den Literaturbetrieb zu scherzen. Außerdem wollte ich über die Liebe schreiben, bevor ich zu alt bin“, sagte sie – genau wie Charlotte. Es sind spannende Fragen an Schriftsteller, mit denen sich ihr „Roman d’amour“ beschäftigt. „Was erfindet man? Was hat man erlebt? Was erzählt man, ohne es erlebt zu haben, aber mit viel von der eigenen Persönlichkeit darin?“, fragte Sylvie Schenk.

Mit diesen Verschmelzungen spielte sie schon in der ersten Szene, die sie dem Schleidener Publikum vortrug. In eindringlichen Bildern beschwörte sie Szenen von kraftvollen Wellen, eiskaltem Wasser, einem Krankenhausbett und einem Priester herauf, wechselte die Perspektive, sodass der Zuhörer schon nach kurzer Zeit nicht mehr wusste, ob es Charlottes Erleben, Klaras Geschichte oder doch nur eine Traumsequenz war.

Geschichte in musikalischen Bildern

Eindringlich wurde die Inszenierung durch die musikalische Begleitung von Heribert Leuchter, der bereits seit mehr als 30 Jahren mit Sylvie Schenk zusammenarbeitet und mit ihr gemeinsam ein Konzept für eine Art Textkonzert entwickelt hat. „Als ich „Roman d’amour“ gelesen habe, habe ich versucht, Farben, Atmosphäre und Tempo der Szenen zu begreifen und in eigene Bilder umzusetzen“, erklärte der Musiker.

Beim „coup de foudre“, der Liebe auf den ersten Blick, habe er etwa eine „musikalische Entsprechung für den Zaubermoment, in dem man die Luft anhält“ gesucht. „Jeder verbindet mit der Liebe auf den ersten Blick etwas anderes, aber jeder weiß, dass es kribbelt, dass dieses Gefühl etwas Atemloses hat.“ So könne er, passend zu dem, was der Leser im Buch erfährt, auf einer Meta-Ebene etwas Eigenes erzählen.

Beim Lit.Eifel-Abend gab es Literatur und Musik nicht nur zu hören, sondern auch zu erleben. Christoph Leisten: „Es wurde aber längst nicht alles verraten, was es in diesem Roman zu entdecken gibt.“

pp/Agentur ProfiPress

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