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Ein Projekt, das bleibt

„Bildungsbrücken“ der DRK-Integrationsagentur enden nach drei Jahren mit einer neuen Broschüre – Projektleiter Boris Brandhoff, Sabine Heines, Rotkreuz-Geschäftsführer Rolf Klöcker und Künstler Ismail Laghbaba ziehen positives Fazit

Kreis Euskirchen – „Sie sehen einen sehr glücklichen Geschäftsführer, der sehr stolz ist auf das, was entwickelt wurde, und auf seine Mitarbeiter.“ Was Rolf Klöcker vom Rotkreuz-Kreisverband Euskirchen so ins Schwärmen brachte war das Ergebnis des Bildungsbrücken-Projekts, das zum Jahresende 2020 ausgelaufen ist. Von 2018 an seien nicht nur Familien, sondern auch Kindergärten, Grundschulen und Offene Ganztagsschulen im Kreisgebiet unter anderem durch mehrsprachige Verständnishilfen gestärkt worden.

Boris Brandhoff (v.l.), Rolf Klöcker, Ismail Laghbaba und Sabine Heines zogen ein positives Fazit des Bildungsbrücken-Projekts. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Für Projektleiter Boris Brandhoff, Leiter der DRK-Integrationsagentur, war das Bildungsbrückenprojekt der „ideale Start in eine neue Aufgabe“. Das Land NRW hatte seinerzeit Mittel aus dem Programm „Komm-an NRW“ in Aussicht gestellt. Brandhoff, gerade frisch im Amt, vernetzte sich eiligst mit Kolleg*innen wie dem für die Kindergärten zuständigen Ralf Krutwig und der DRK-Familienbildung um Heike Iven und erarbeitete einen interkulturellen Beitrag.

Mit seiner Kollegin Sabine Heines begleitete er fortan das Bildungsbrückenprojekt. Beim Auftakt in der Rotkreuz-Akademie in Vogelsang wurde es der Öffentlichkeit vorgestellt. „Mir war es wichtig, dass wir Sabine, deren vorheriges Projekt beendet war, im Team halten konnten“, sagt Boris Brandhoff.

Wimmelbilder und Kindergarten

Neben einem trägerübergreifenden Fortbildungsprogramm für Kindergärten, Grundschulen und Offene Ganztagsschulen zu Themen wie Traumapädagogik, Interkulturelle Kommunikation oder „Sprache, Macht, Diskriminierung“ erstellte das Rote Kreuz mit der Schleidener Künstlerin Maf Räderscheidt ein Wimmelbildbuch und mit dem aus Marokko stammenden Grafiker Ismail Laghbaba einen Kindergartenratgeber. „Damals bin ich mit Ismail durch die Kindergärten gefahren und habe gefragt: Was interessiert euch?“, erinnert sich Sabine Heines.

Und nicht nur das: Es entstanden Verständnishilfen, die sich an Migranten richteten und die dort für Klarheit sorgen sollten, wo es in Kindergärten Hürden gab oder es hakte. Wie funktioniert die Betreuungsregelung? Was ist eine Einverständniserklärung? Was bedeutet eine Belehrung nach dem Infektionsschutzgesetz? All diese Fragen wurde nicht nur in einfachem Deutsch, sondern auch in sieben Fremdsprachen erklärt. „Solche Verständnishilfen sind auch für die Offenen Ganztagsschulen entstanden“, berichtet Boris Brandhoff. Die Antworten befinden sich in einem Ordner, der von Maf Räderscheidt grafisch verziert wurde.

Auch 2019 und im Dezember 2020 entstanden weitere Broschüren. Der Illustrator Jan „Fabrum“ Faber gestaltete einen Ratgeber für Grundschule und Offene Ganztagsschule. Die Broschüren sind bei den Kindern sehr beliebt. „Sie nehmen sie gern in die Hand und entdecken darin Beschreibungen in ihrer Muttersprache. Sie sollen natürlich Deutsch lernen, aber auf keinen Fall dürfen sie ihre Identität verlieren“, meint Sabine Heines, die beim DRK auch Tagesmütter ausbildet.

Steckbriefe statt Außerirdische

Ismail Laghbaba widmet sich in „So bunt ist unsere Klasse“ der Vielfalt in einem Klassenzimmer. In Steckbriefform stellen Kinder sich und ihre Heimat vor. „Das war Ismails Idee. Ursprünglich wollte ich eine Geschichte mit Außerirdischen“, erzählt Sabine Heines lachend. Von dieser Idee bis zum Druck hat es ungefähr neun Monate gedauert, berichtet der Künstler.

„Die Broschüren sind mittlerweile über den Kreis Euskirchen hinaus bekannt. Es gab Anfragen aus Essen, Oberhausen, dem Rhein-Erft-Kreis, dem Kreis Düren, der Städteregion Aachen, dem Kreis Heinsberg und aus Mannheim“, zählt Brandhoff auf. Jede Broschüre hat eine Startauflage von 5000 und ist bis auf das Porto kostenfrei, vom Kindergartenbuch wurde noch eine Auflage von 2500 Exemplaren nachgedruckt. Die Broschüren können in der DRK-Integrationsagentur bezogen werden. Auf der Homepage des DRK-Kreisverbands sind sie außerdem als Flipbook digital zugänglich: www.drk-eu.de/bildungsbruecken-broschueren

Auch wenn das Bildungsbrückenprojekt nun vorbei ist, bleibt es doch in vielen Elementen erhalten. „Das Projekt war auf eine hohe Halbwertszeit angelegt“, formuliert es Boris Brandhoff. Die Verständnishilfen und die Broschüren sind nach wie vor nutzbar – und im Falle von neuen Auflagen recht schnell anpassbar.

Das Wissen aus den insgesamt 17 Fortbildungen und 38 Teambriefings geben die Teilnehmer aus den Kindergärten und Schulen natürlich auch an ihre Kolleg*innen weiter. Und auch innerhalb der Integrationsagentur konnten viele Ansätze in die Projektarbeit übernommen werden. „Wir sind über das Ende nicht traurig, denn es ist etwas sehr Schönes und Hilfreiches dabei herausgekommen“, resümiert Rolf Klöcker.

pp/Agentur ProfiPress

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