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Ein Lagerfeuer im Klassenzimmer

Erlebnisfest an der St.-Nikolaus-Schule in Kall stand unter dem Motto „Über Stock und Stein – in die Natur hinein“ – Euskirchener Hans-Verbeek-Schüler waren zu Gast

Kall – Erde und Zweige von Nadelbäumen sind auf dem Fußboden verteilt, am Eingang des Zimmers stehen zwei kleine Tannenbäume, auf zwei Bildschirmen laufen Bilder vom Wald, über die Lautsprecher zwitschern Vögel. Der Raum ist dunkel, schimmert leicht grünlich. Und mittendrin liegen Kinder und Jugendliche auf einem großen Kissen, haben die Augen geschlossen und werden von ihren Betreuern sanft am Nacken gekrault oder am Kopf massiert. „Das ist unsere Wohlfühloase“ berichtet Kathrin Kuhl, stellvertretende Leiterin der St.-Nikolaus-Schule in Kall.

Kreuz und quer liefen die Indianer rund um das Lagerfeuer. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Die Förderschule mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung veranstaltete ihr jährliches Erlebnisfest zum vierten Mal. Aber nicht alleine: Auch Kinder der befreundeten Hans-Verbeek-Schule aus Euskirchen waren dabei – insgesamt nahmen 67 Kinder an diesem Fest teil. „Einige unserer Schüler fahren im Gegenzug zum Sportfest nach Euskirchen“, erzählte Kuhl. Um sich besser kennenzulernen und um den Tag gemütlich zu beginnen, frühstückten die Kaller Schüler und ihre Gäste zunächst gemeinsam.

Das Erlebnisfest stand in diesem Jahr unter dem Motto „Über Stock und Stein – in die Natur hinein“. Das Thema wurde auch deshalb gewählt, weil die St.-Nikolaus-Schule bestrebt ist, Nationalpark-Schule zu werden. Angebote gab es sowohl auf dem Schulhof als auch im Schulgebäude. „Zwischendurch müssen immer Pflegezeiten eingehalten werden, deshalb gibt es auch Möglichkeiten zum Entschleunigen“, erzählte Schulleiterin Andrea Luxenburger-Schlösser.

Voller Stolz zeigt Jonas seinen Laufzettel, auf dem abzulesen ist, welche Stationen er schon besucht hat. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Konzipiert hatten die Schulklassen die Spiele selbst. „Jede Klasse hat ein Angebot erarbeitet“, wusste Kathrin Kuhl. Dabei steht natürlich die Zusammenarbeit der Schüler im Vordergrund. Für die Kinder fast noch schöner, als selber mitmachen, ist es natürlich, wenn sie mitbekommen, dass andere Kinder mit ihrer ausgedachten Aktion Spaß haben.

Beim Erlebnisfest war natürlich auch Platz für Albernheiten. Draußen waren nämlich einige Wasserspiele aufgestellt worden. Die Kinder durften etwa heimische Fische angeln (natürlich keine echten, sondern einlaminierte Bilder) oder Wasser erleben, etwa durch das Schöpfen von Papier. Bei Temperaturen um 30 Grad Celsius herum konnten sich die Kinder und Jugendlichen sowie deren Betreuer aber nicht immer beherrschen und spritzten sich gegenseitig nass – darüber war aber niemand verärgert, sondern im Gegenteil dankbar für die erfrischende Abkühlung.

Abschalten, runterkommen und entspannen war in der Wildnisoase angesagt. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Indianertanz und Regentropfen

„Geregnet“ hat es hingegen am Lagerfeuer, das mitten in einem Schulzimmer errichtet wurde. „Aber keine Angst, die Feuerwehr brauchen wir nicht“, erzählte Kathrin Kuhl lachend. Die Lagerfeuergeschichte war extrem aufwendig dargestellt und beinhaltete wunderbare Licht- und Ton-Effekte. Rund um das Lagerfeuer, dargestellt von beleuchteten orangefarbenen Tüchern, hatten sich die Schüler versammelt. Um die Hitze des Feuers zu demonstrieren, reichte die Erzählerin den Gästen eine Wärmflasche. Verschiedene Waldtiere besuchten die Kinder und Jugendlichen, sogar eine Schlange kroch am Feuer entlang. Am Ende tanzten die Kinder, angeführt von einer Indianerin, ums Feuer, bevor ein Gewitter mit Regen kam. Mit einer Spülbürste spritzte eine der Lehrerinnen ein paar Wassertropfen auf die Zuhörenden, um den Schauer zu demonstrieren.

iPads sind bei der täglichen Arbeit in der St.-Nikolaus-Schule nicht mehr wegzudenken. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Nach jedem Besuch einer der Attraktionen erhielten die Schüler einen Aufkleber für ihre Laufkarte, sodass auf einen Blick ersichtlich wurde, welche Aktion sie noch nicht erlebt hatten. Insgesamt acht Stück gab es, darunter eine Wildblumenschöpferei, das Erstellen von Waldbildern oder einen Parcours, der den Titel des Erlebnistages „Über Stock und Stein“ erhielt.

Auffallend: Modernste Technik ist aus dem Alltag mit den zum Teil geistig schwerstbehinderten Schülern kaum noch wegzudenken. Per iPad-App können die Kinder und Jugendlichen sich ausdrücken, erhalten Hilfestellungen und treten so in Kontakt mit der Außenwelt. Dabei fällt auf, wie intuitiv die Kinder mit den Hightech-Geräten umgehen.

Im abgedunkelten Schulraum versammelten sich die Kinder rund um das Lagerfeuer und lauschten einer Geschichte. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Nun könnte man als Außenstehender annehmen, dass das Erlebnisfest eine willkommene Abwechslung vom tristen Schulalltag ist. Aber laut Kathrin Kuhl ist das mitnichten der Fall, denn: „Auch an unseren normalen Schultagen haben wir alle gemeinsam eine Menge Spaß.“

pp/Agentur ProfiPress

Wasser erleben (und auch ein wenig damit herumspritzen) stand im Vordergrund dieser Station. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

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