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Ein Konzept für Wirtschaftswege

Die Gemeinde Kall will mit den Bürgern und Nutzern ein zukunftsfähiges und bedarfsgerechtes Wegenetzkonzept erstellen – Auftaktveranstaltung in der Bürgerhalle

Kall – Für Landwirte, Forstbesitzer, Fahrradfahrer, Spaziergänger und Wanderer sind Wirtschaftswege unverzichtbar. Mehr als 300 Kilometer lang ist das Wegenetz im rund 66 Quadratkilometer großen Kaller Gemeindegebiet. Hinzu kommen zahlreiche Überfahrten und Brücken. Diese Wege dienen unter anderem der Erschließung der land- und forstwirtschaftlich genutzten Flächen, verbinden einzelne Gemeindeteile oder dienen auch zur Anbindung von einzelnen Häusern und Höfen an das überörtliche Verkehrsnetz.

Bürgermeister Hermann-Josef Esser begrüßte die Besucher in der Kaller Bürgerhalle und beantwortete auch Fragen, die die Gemeinde bei der Konzepterstellung betreffen. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Doch die Erhaltung dieses umfangreichen Wirtschaftswegenetzes ist mit nicht unerheblichem finanziellen und Arbeitsaufwand verbunden – bei Gemeindewegen durch den Bauhof, bei Privatwegen durch den jeweiligen Besitzer oder Eigentümer. Um diesen Pflegeaufwand zu reduzieren, hat die Kaller Politik die Verwaltung damit beauftragt, ein Wegekataster zu erstellen und zu prüfen, wo Wirtschaftswege eingespart werden können. Natürlich zeigt das fertige Konzept auch, welche Wege instandgesetzt werden müssen. Das Kaller Planungsbüro PE Becker und die Gemeinde Kall haben deshalb mithilfe des Blankenheimer Unternehmens Bogeo ein solches Wegekataster erstellt, das sie nun rund 50 interessierten Kallern in der Bürgerhalle vorstellten.

„Es gibt immer wieder Wege, die als solche nicht mehr zu erkennen sind oder nicht mehr genutzt werden“, weiß Markus Auel, der als Teamleiter unter anderem für die Bereiche Bauen und Bauhof zuständig ist. Bürgermeister Hermann-Josef Esser wies in seiner Begrüßung ausdrücklich darauf hin, dass keine Straßen betrachtet werden. Die Gemeinde will aber nicht alleine über die Zukunft der Wege entscheiden, sondern die Nutzer und damit auch die Bürger bei der Erstellung dieses zukunftsfähigen und bedarfsgerechten Wegenetzes mit ins Boot holen.

Michael Lorse vom Planungsbüro PE Becker aus Kall stellte die Vorgehensweise bei der Erstellung eines Wegenetzkonzepts im Kaller Gemeindegebiet vor. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Deshalb wurden bei der Auftaktveranstaltung auch keine Einzelfälle vorgestellt. Michael Lorse vom Planungsbüro PE Becker stellte die Bestandsanalyse, also den Ist-Zustand des Wegenetzes, und das weitere Vorgehen vor. In Projektgruppensitzungen, die derzeit für Anfang September und Anfang Oktober geplant sind, werden die jeweiligen Nutzergruppen dann konkret befragt, wie sie sich den Soll-Zustand vorstellen. Die Gruppen bestehen dann aus Akteuren aus den Bereichen Landwirtschaft, Fortwirtschaft, Naturschutz, Tourismus und Politik sowie aus Vertretern vor Ort. „Wir haben hier kein fertiges Wegekonzept, sondern stehen ganz am Anfang“, sagte Lorse und betonte noch einmal, die Nutzer an der Erarbeitung zu beteiligen, denn „SIE sind die Gemeinde Kall.“

NRW-Förderprogramm

Die Konzepterstellung ist Teil des NRW-Förderprogramms zur integrierten ländlichen Entwicklung und wird zu 75 Prozent gefördert. Geprüft werden unter anderem der Zustand der Wirtschaftswege, aus welchen Oberflächen sie bestehen, von wem sie genutzt werden und in wessen Besitz sie sind. Außerdem werden die Wege kategorisiert nach Nutzungsumfang, nach Funktion und nach ökologischer Wertigkeit. Im Anschluss daran werden die Wege kategorisiert.

„Die große Frage lautet am Ende: Brauchen wir die kompletten 300 Kilometer noch?“, sagte Christoph Graf, der seit wenigen Wochen bei der Gemeinde unter anderem für den Straßenbau zuständig ist. Weitere Fragestellungen, die aus der Präsentation von PE Becker hervorgingen: Können Wege privatisiert werden und welche sind zu ertüchtigen? Das Konzept ist ausgerichtet an der verkehrlichen Bedeutung und berücksichtigt Natur und Landschaft. So sind beispielsweise landwirtschaftliche Geräte in den vergangenen Jahrzehnten immer größer geworden, die Wege blieben aber gleich breit.

Rund 50 Vertreter aus Politik, Land- und Forstwirtschaft, Umweltschutz und Vereinen waren in die Bürgerhalle gekommen und hörten sich, im gebührenden Abstand, die Planungen von PE Becker und der Gemeinde Kall an. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Im zweiten Schritt, also in den Projektgruppen, werden die Planungen konkretisiert. Die Gemeinde und PE Becker werden anhand des Soll-Zustandes Handlungsempfehlungen für die Zukunft erarbeiten und diese auch priorisieren. Das Ergebnis soll den Bürgern in einer Bürgerversammlung voraussichtlich noch vor den Herbstferien vorgestellt werden, bevor dann Mitte November der Gemeinderat gefragt wird. Dieses Wegekonzept dient als Grundlage für zukünftige Instandsetzungsmaßnahmen, welche zum jetzigen Zeitpunkt durch das Land förderfähig sind. Bürgermeister Esser bezeichnete das Konzept als Grundlage für die nächsten Jahrzehnte.

Das Planungsbüro PE Becker betritt mit der Erstellung des Wegekonzepts übrigens kein Neuland. Im vergangenen Jahr hat es mit einem Konzept für die Gemeinde Dahlem bereits Erfahrung sammeln können. Parallel dazu laufen auch die Planungen im Gemeindegebiet Hellenthal.

pp/Agentur ProfiPress

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