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Ein Glücksfall für Kall

Seit August ist Loni Behrend als sogenannter Bufdi in der Flüchtlingshilfe aktiv – Politische Bildung durch das Deutsche Rote Kreuz – Eingebunden in zahlreiche Projekte

Kall – Loni Behrend fällt auf. Schon allein durch ihr Äußeres. Unverwechselbar sind ihre blonden Rastalocken. Seit August ist die 19-Jährige aus Lemgo als sogenannter „Bufdi“, also als jemand, der sich im Bundesfreiwilligendienst engagiert, im Rahmen einer Kooperation mit dem Deutschen Roten Kreuz für die Gemeinde Kall tätig. Dort ist sie in den Bereich Integration eingebunden. Schwerpunktmäßig ist sie für die Einzelfallhilfe zuständig. „Dabei kommen die Flüchtlinge zu uns und schildern ihre Probleme. Wenn ich ein Gespräch alleine führe, berate ich die Hilfesuchenden in Abstimmung mit meinen Kolleginnen Alice Gempfer und Sonja Pütz“, erklärt Loni Behrend ihre Arbeit. Auch in der einmal wöchentlich stattfindenden Internationalen Sprechstunde ist sie für die Ratsuchenden ansprechbar.

Für die junge Frau ist die Arbeit in Kall eine Umstellung. „Der Anfang war schwer. Im ersten Monat wollte ich nur nach Hause“, erzählt sie heute rückblickend, denn sie wohnte zum ersten Mal alleine. Doch anstatt sich zu bemitleiden wurde die 19-Jährige im wahrsten Sinne des Wortes aktiv. Sie meldete sich im Kaller Aktivpark Hannes an und trat der Musikkapelle Kall bei, wo sie Querflöte spielt.

In ihrer Heimatstadt Lemgo singt Loni Behrend in der Country-Folk-Band „The Witchtown Rovers“. Einmal im Monat spielt die Gruppe beim „Folky Thursday“ in ihrer Stammkneipe. Foto: Privat/pp/Agentur ProfiPress

In ihrer Heimatstadt Lemgo singt Loni Behrend in der Country-Folk-Band „The Witchtown Rovers“. Einmal im Monat spielt die Gruppe beim „Folky Thursday“ in ihrer Stammkneipe. Foto: Privat/pp/Agentur ProfiPress

Musik spielte auch in ihrem „alten“ Leben in Lemgo eine große Rolle. Dort ist sie Sängerin der Country-Folk-Band „The Witchtown Rovers“, die unter anderem Songs von Johnny Cash und Bob Dylan interpretiert. Einmal im Monat tritt die Band beim „Folky Thursday“ in Behrends Stammkneipe auf. In der Schule war die Tochter einer Psychologin und eines Schauspielers bis zur zehnten Klasse Mitglied der Bigband. Anschließend spielte sie im Schülerorchester Lemgo, einem klassischen Symphonie-Orchester, die erste Querflöte.

Während der Schulzeit hat sie sich zum ersten Mal mit dem Thema Flüchtlingshilfe auseinandergesetzt. Die Schülerin engagierte sich in einer Internationalen Klasse und brachte jungen Menschen zwischen elf und 18 Jahren unter anderem Deutsch bei. „Dort habe ich gelernt, wie wichtig es ist, unsere neuen Nachbarn besser kennenzulernen. Das Bufdi-Jahr will ich genau dafür nutzen“, erzählt Behrend. Natürlich bestehe ein Unterschied zwischen der Arbeit damals und der Arbeit heute: „Für die Jugendlichen in der Schule stand im Vordergrund, Freunde zu finden und Deutsch zu lernen. Hier kommen die Leute unter anderem mit rechtlichen Problemen zu uns, und wir kooperieren mit Ämtern“, erzählt sie.

Stellen in Köln

und Kall angeboten

Die Intention hinter dem Bufdi-Jahr ist schnell erklärt: Bevor sie ab dem kommenden Sommer studieren möchte (die Bufdi-Zeit in Kall endet am 31. Juli 2017), möchte Loni Behrend noch das Arbeitsleben kennenlernen. Deshalb hatte sie sich bei den großen Bufdi-Trägern beworben. Das Deutsche Rote Kreuz bot ihr Stellen in Köln und Kall an.

Dass sich Loni für die Stelle in der 11.700-Einwohner-Gemeinde Kall entschied, überrascht auf den ersten Blick. Doch schon beim Bewerbungsgespräch, so Behrend, seien ihr die Rathausmitarbeiter in der Eifelgemeinde sympathisch gewesen. Die Aufgabenfelder, in denen sie eingesetzt werden sollte, sagten ihr ebenfalls zu.

Mit Schülern des Hermann-Josef-Kolleg engagierte sich Loni Behrend in einem Fotoprojekt, das die Lit.Eifel-Lesung von Luna Al-Mousli im Kloster begleitete. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Mit Schülern des Hermann-Josef-Kolleg engagierte sich Loni Behrend in einem Fotoprojekt, das die Lit.Eifel-Lesung von Luna Al-Mousli im Kloster begleitete. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Untergekommen ist die Ostwestfälin in Steinfeld. Dort hat sie auch einen Nebenjob als Bedienung im Klostercafé angenommen. „Direkt an meinem ersten Wochenende habe ich Bürgermeister Herbert Radermacher bedient“, berichtet sie schmunzelnd.

In der Verwaltung arbeitet Loni Behrend eng mit der Integrationsbeauftragten Alice Gempfer zusammen. Die Sozialpädagogin führt mit ihr regelmäßige Reflexionsgespräche. Nach dem Abitur direkt in eine Behörde zu wechseln, so Behrend, sei schon eine Herausforderung gewesen. So sei sie etwa überzeugt gewesen, organisiert und strukturiert arbeiten zu können. „Zu Beginn habe ich mich trotzdem manchmal verzettelt“, sagt Behrend, „aber mittlerweile ist das kein Problem mehr.“

Gemeinde Kall

ist positiv bekannt

Auch an anderer Stelle profitiert sie von den Austauschgesprächen. Fünfmal pro Jahr trifft sich die junge Frau mit anderen Bufdis in Köln zu Seminarwochen des Roten Kreuzes. Dabei stellte sie fest, dass sie in Kall sehr selbstständig arbeiten kann, bei ihren Bufdi-Kollegen ist das stellenweise anders. Behrend weiß aus Gesprächen: „Kall ist positiv bekannt.“

Während ihres Jahres bei der Gemeinde Kall ist sie in verschiedene Projekte eingebunden. Anlässlich der Lit.Eifel-Lesung der syrisch-österreichischen Autorin Luna Al-Mousli im Kloster Steinfeld leitete sie ein begleitendes Projekt mit Kaller Schülern und jungen Geflüchteten. Außerdem hospitierte Loni Behrend in der Mechernicher Agentur Profipress sowie beim Sozialamt der Gemeinde Hellenthal.

Auf Fotowänden wurde das Projekt während der Lit.Eifel-Lesung im Kloster Steinfeld dokumentiert. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Auf Fotowänden wurde das Projekt während der Lit.Eifel-Lesung im Kloster Steinfeld dokumentiert. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Mit einem weiteren Projekt, an dem sie beteiligt ist, wird sie sich auch dauerhaft in Kall verewigen: Loni Behrend ist eng eingebunden in die Planung des mittlerweile vom Gemeinderat abgesegneten Hauses der Begegnung, das zwischen Rathaus und Bahnhof errichtet werden soll. Loni Behrend begleitet die Sondierungsgespräche mit potenziellen Partnern und stimmt sich mit einem Architektenbüro auch über die Planung ab.

Alice Gempfer jedenfalls ist sehr begeistert von der jungen Kollegen. „Loni Behrend hat ein Interesse an und Respekt vor Menschen“, ist sie voll des Lobes und ergänzt: „Loni ist ein echter Glücksfall.“ Ähnlich sieht es auch Bürgermeister Herbert Radermacher: „Frau Behrend hat sich in sehr kurzer Zeit in das breite Aufgabenfeld eingearbeitet. Und nicht nur das, auch aufgrund ihrer freundlichen, offenen Art ist sie eine wirkliche Bereicherung für die Verwaltung.“ Gempfer ergänzt: „Loni Behrend wird von allen sehr geschätzt, und wir fragen uns: »Wie kriegen wir das hin, dass sie hier in Kall Medizin studieren kann?«“ Loni Behrend fällt auf – und das nicht nur durch ihre Frisur.

Seit dem 1. August arbeitet Loni Behrend als Bufdi in der Flüchtlingshilfe der Gemeinde Kall. Dort wird sie u.a. in der Einzelfallhilfe eingesetzt. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Seit dem 1. August arbeitet Loni Behrend als Bufdi in der Flüchtlingshilfe der Gemeinde Kall. Dort wird sie u.a. in der Einzelfallhilfe eingesetzt. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Neue Bufdis im

Bereich Integration gesucht

Die Gemeinde Kall sucht in Kooperation mit dem DRK-Kreisverband Köln e.V. ab Juli 2017 eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger für Loni Behrend im Bundesfreiwilligendienst (BFD). Die Mitarbeiterin bzw. der Mitarbeiter ist angegliedert an den Bereich Integration (Flüchtlingshilfe etc.) und wird in der Verwaltung von Dipl. Sozialpädagogin Alice Gempfer angeleitet.

Bewerbungen sind ab sofort möglich an: Bürgermeister der Gemeinde Kall, Team 1.1 – Personal, Bahnhofstr. 9, 53925 Kall. Für Rückfragen steht Herr Wilkens unter Tel. 02441/ 888-31 gerne zur Verfügung. Weitere Informationen gibt es auf der Homepage des DRK Köln: www.freiwilligendienste@drk.de

pp/Agentur ProfiPress

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