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Eifeler Unterstützung im namibischen Karneval

Der Vollemer Trompeter Peter Züll reiste zum vierten Mal als Musiker nach Windhoek – Deutschnamibier feierten ihre 65. Session – Wilde Tiere direkt in der Nachbarschaft

Mechernich-Vollem – Karnevalsprinzen? Die heißen in der Eifel Michael, Hans, Franz oder Karl-Heinz. In Windhoek aber, da hört der Karnevalsprinz dieses Jahr auf den Namen Pongo, hinzu kommt der schöne Appendix „vom Protokoll“. Zugegeben: das ist nur der Prinzenname. Im wirklichen Leben hört Pongo auf den Namen Hans-Peter Reiff – und das klingt schon wieder fast wie in der Eifel.

Einer, der eben jenen Prinzen und seine Prinzessin Anni, die den Beinamen „die närrisch Funkelnde“ erhalten hat, hautnah erlebt hat, ist Peter Züll aus Vollem. Der ehemalige Trompeter des Stabsmusikcorps der Bundeswehr, der in der Eifel als Musiker und Ensembleleiter bekannt ist, war in diesem Jahr zum wiederholten Male beim Karneval in der namibischen Hauptstadt Windhoek, ausgesprochen Windhuk. Dieses Jahr hat der Windhoek Karneval zum 65. Mal stattgefunden. Das Motto lautete „Dreh die Welt, wie’s dir gefällt“.

Die HSO-Band spielte acht Konzerte à sieben Stunde in anderthalb Wochen. Mit dabei ist der Vollemer Peter Züll (2.v.r.). Foto: Uli Schard/pp/Agentur ProfiPress

Züll reiste mit der HSO-Band aus Eschweiler bei Aachen zum vierten Mal mit in die ehemalige deutsche Kolonie. Dort wird unter dem Schlachtruf „Dreifach Wika!“ jedes Jahr Karneval gefeiert – und das wohl wie im Rheinland. „Man meint, da sei jeden Tag Rosenmontag – Wahnsinn!“, erzählt der 67-jährige Pensionär. Der hatte im Süden Afrikas ordentlich zu tun. Acht Sitzungen von jeweils sieben Stunden in anderthalb Wochen waren mit Tanzmusik zu beschallen. Hinzu kommen die beiden elfstündigen Flüge, die diesmal über Katar führten. Dennoch kommt er zu dem Schluss: „Das ist wie ein guter Urlaub, nur mit Arbeit.“

Für viele Deutschnamibier ist der Karneval jedes Jahr eine Gelegenheit, wieder einmal zusammenzukommen. Aus allen Bereichen des Landes, das etwa zweieinhalbmal so groß wie Deutschland ist, reisen die Menschen an. „Die hart arbeitenden Leute von den weit entfernten Bauernhöfen lernen sich dann endlich mal kennen“, erzählt Züll. Besucher kommen aber auch aus dem Ausland, aus Deutschland etwa oder den USA.

Prinzenbier vom deutschen Braumeister

Auch wenn die Veranstaltungen den hiesigen Kappensitzungen gleichen, gibt es doch feine Unterschiede. „Es gibt keine klassischen Büttenredner“, weiß der Musiker aus Vollem zu berichten. Stattdessen werden eher Alltagsgeschichten erzählt – und da natürlich lustige Missgeschicke. Ansonsten ist vieles wie beim Original: Es gibt Prinzengarden, Tanzgarden und Männerballette. Ab und an treten auch prominente aus Deutschland auf, Züll nennt Marie-Luise Nikuta, Heino oder die Räuber. Selbst das Bier ist wie hier: Ein deutscher Braumeister kredenzt jedes Jahr das offizielle Prinzenbier.

Begeistert ist Peter Züll von der technischen Ausstattung in der großen Halle des Sportklubs Windhoek, in der die meisten Sitzungen stattfinden. 1000 Leute passen in die Halle. Karneval in der namibischen Hauptstadt ist vollelektronisch und setzt auf Kameras, Beamer und Videoleinwände. Unter anderem werden dort die Herren- und Damensitzung veranstaltet. „Dabei geht es eher vornehm zu, das erinnert an den Mainzer Karneval“, findet Züll.

Peter Züll war vor seiner Pensionierung Mitglied des Stabsmusikcorps der Bundeswehr. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Natürlich findet auch ein Karnevalszug statt. Die HSO-Band – das HSO steht für Happy Sound Orchester – fährt dabei auf einem Wagen mit. Schwierig wird es nur mit der Abstimmung der Musiker. „Es gibt eine Probe vorher, dann muss es passen.“ Für Züll, der ein echter Profi ist, ist das aber kein Problem.

Der Karneval in Windhoek hat ihm aber auch demonstriert, wie klein die Welt ist. „Ich habe einen Professor aus Sacramento getroffen, einen Akkordeonspieler, der hat seine Wurzeln in Brühl und Verwandte in Wielspütz“, erzählt Peter Züll lachend.

Ein frecher Elefant

Zwischendurch hat der Musiker aber auch mal einen Tag frei. In einer Lodge direkt an einem See war die Band untergebracht, abends kamen die wilden Tiere dorthin, um Wasser aus dem See zu trinken. Sorgen hat sich der Vollemer aber nicht gemacht, auch wenn er nur 15 Meter von Flusspferden, Krokodilen und Co. entfernt war.

In der Freizeit gab es immer wieder die Möglichkeit, die namibische Flora und Fauna kennenzulernen. Foto: Uli Schard/pp/Agentur ProfiPress

Da war die Begegnung mit einer Elefantenherde auf der Rückfahrt von einer Sitzung schon dramatischer. 45 Minuten harrte die Band im Safari-Wagen aus und durfte sich nicht mucksen, weil ein junger Elefantenbulle sich profilieren musste. „Unsere Führer haben dann die ganze Zeit auf das Tier eingeredet und es beruhigt“, erinnert sich Züll. Irgendwann sei der Elefantenmama das Treiben ihres aufmüpfigen Sohnes zu bunt geworden und hab ihn einkassiert, so Züll.

Und dann waren da noch die kleinen lästigen Viecher, die ihm ein paar Souvenirs verpassten. „Ich war über und über von Moskitos zerstochen“, berichtet Peter Züll. Dennoch wird das den 67-Jährigen voraussichtlich nicht davon abhalten, auch im nächsten Frühling wieder nach Namibia zu reisen. Mal schauen wie der Karnevalsprinz dann heißt.

pp/Agentur ProfiPress

 

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